MENÜ

Gerade erst vom Jerusalem Summit zurückgekehrt, bei dem mehr als 200 Theologen, Pastoren und christliche Leiter aus über 30 Nationen sowie rund 3.000 Online-Teilnehmer zusammenkamen, denke ich über zwei Momente in meinem Leben nach, die mich zu Tränen rührten.
Ich weinte und weinte und weinte.
Genau vor zwanzig Jahren kniete ich zerbrochen im Gebets- und Anbetungsraum von Beit Immanuel in Jaffa vor Gott. Nach mehreren Wochen intensiven Bibelunterrichts und Einblicke in die Geschichte des jüdischen Volkes durch den messianisch-jüdischen Lehrer Michael Cohen wurde die Last all dessen plötzlich überwältigend.
Die Größe dieser Geschichte, das Leid, die Treue Gottes, die Verfolgungen, aber auch der unerschütterliche Bund Gottes mit dem jüdischen Volk und dem Land Israel trafen mich tief ins Herz. In diesem Augenblick begann sich mein Herz neu auf Gottes Herz auszurichten – auf Sein Herz für Israel, auf Sein Volk.
Es war ein Wendepunkt in meinem Leben. Nun, zwanzig Jahre später, war ich erneut zu Tränen gerührt.
Vor dem Hintergrund eines weltweit zunehmenden Antisemitismus, wachsender Feindseligkeit gegenüber Israel und theologischer Verunsicherung in Teilen der Kirche trafen sich beim Jerusalem-Gipfel der ICEJ christliche Leiter aus aller Welt, um gemeinsam nach Antworten auf einige der drängendsten Fragen unserer Zeit zu suchen.
Angesehene Theologen, Pastoren und Bibellehrer kamen zusammen, um die biblische Sicht auf Israel, die Bündnisse Gottes und die Rolle der Gemeinde neu zu beleuchten und Christen Orientierung für eine sich rasch verändernde Welt zu geben.
Während ich zuhörte, nachdachte und lernte, war ich erneut tief bewegt. Was mich besonders berührte, war die Erkenntnis, dass eine der größten Tragödien der Kirchengeschichte vielleicht nicht nur in dem lag, was gelehrt wurde, sondern auch in dem, was oft unerwähnt blieb.
Das Nizänische Glaubensbekenntnis bringt auf wunderbare Weise die Herrlichkeit Jesu Christi zum Ausdruck: Seine Gottheit, Sein Opfer, Seine Auferstehung und Seine Wiederkunft. Doch über eine Wahrheit schweigt es: Jesus war Jude. Er wurde hineingeboren in die Geschichte Israels. Und diese Geschichte endet nicht mit Seinem Tod und Seiner Auferstehung – sie setzt sich bis heute fort.
Über viele Jahrhunderte hinweg haben Christen einen Glauben geerbt, der teilweise von seinen jüdischen Wurzeln getrennt war. Der jüdische Messias wurde von seinem jüdischen Volk gelöst. Die jüdischen Apostel traten in den Hintergrund. Die zentrale Rolle Israels im Heilsplan Gottes geriet vielerorts aus dem Blick. Wo diese Zusammenhänge verloren gingen, entstand ein Vakuum.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker wächst in mir die Überzeugung, dass dieser Verlust einen hohen Preis gekostet hat. Als die Kirche den Blick für die jüdische Identität Jesu und für Gottes Bundestreue gegenüber Israel verlor, entstanden Missverständnisse, Entfremdung und schließlich vielfach auch Ablehnung gegenüber dem jüdischen Volk.
Niemand kann die Geschichte zurückdrehen. Doch man fragt sich unweigerlich, ob Vertreibungen, Inquisitionen, Pogrome, die Schoa und selbst die gegenwärtige Zunahme antisemitischer Strömungen weniger Raum gefunden hätten, wenn die Kirche stärker in den jüdischen Wurzeln ihres Glaubens verwurzelt geblieben wäre.
Während des Jerusalem-Gipfels wurde mir erneut bewusst, dass die Geschichte Israels weder mit den biblischen Schriften endete noch durch etwas anderes ersetzt wurde.
Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs steht weiterhin zu Seinen Verheißungen. Die Geschichte des jüdischen Volkes bleibt Teil Seiner fortdauernden Heilsgeschichte.
Deshalb bewegen mich diese Dinge so tief.
Nicht nur aufgrund dessen, was verloren gegangen ist – einschließlich der Millionen jüdischen Leben, die im Lauf der Geschichte ausgelöscht wurden –, sondern auch wegen dem, was wiederentdeckt werden kann. Anstatt das Alte und das Neue Testament als zwei voneinander getrennte Bücher zu betrachten, begann ich, die Bibel als eine zusammenhängende Geschichte zu sehen. Eine Geschichte. Ein Gott. Ein Heilsplan.
Im Zentrum dieser Geschichte steht Jesus von Nazareth, der Messias – Jeschua, der König aller Könige. Von den ersten Kapiteln der Genesis bis zur letzten Vision der Offenbarung ist ER gegenwärtig: in den Verheißungen, den Bündnissen, den Opfern, den Propheten, den Festen Israels, den Königen und der Hoffnung Israels. Die Bibel besteht nicht aus zwei voneinander getrennten Erzählungen. Sie ist ein durchgehendes Zeugnis von Gottes Erlösungsplan, offenbart durch Israel und erfüllt im jüdischen Messias.
Diese Erkenntnis ist weit mehr als eine historische Beobachtung. Sie ist ein Ruf zur Umkehr. Sie fordert uns heraus, die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens neu zu entdecken, das Volk zu trösten, durch das Gott uns die Heilige Schrift und den Messias geschenkt hat, und zu erkennen, dass die Geschichte Israels bis heute ein lebendiges Zeugnis für Gottes Treue ist.
Diese Treue offenbart sich weiterhin vor unseren Augen. Gottes Pläne entfalten sich auch in unserer Generation.
Derselbe Gott, der Abraham berief, durch die Propheten sprach und den Messias durch das Volk Israel in die Welt sandte, handelt auch heute noch. Seine Bundestreue hat nicht versagt. Seine Verheißungen wurden nicht zurückgenommen. Die Geschichte Gottes mit Israel ist noch nicht abgeschlossen.
Als diese Wahrheit erneut tief in mein Herz sank, kamen die Tränen wieder – nicht nur Tränen der Trauer, sondern auch Tränen der Buße, der Ehrfurcht, der Dankbarkeit und des Staunens über einen Gott, der Seine Zusagen über Jahrtausende hinweg hält.
Auszug aus dem Wort aus Jerusalem: "Zurück zu den Wurzeln"
Teile diesen Beitrag:
Die Retraite in Wengen bot den Vorstandsmitgliedern sowie ihren Ehepartnern eine gute Gelegenheit für Austausch und gemeinsames Innehalten.
Die Retraite in Wengen bot den Vorstandsmitgliedern sowie ihren Ehepartnern eine gute Gelegenheit für Au...
Vor unseren Augen zerfällt die alte Welt und neue Ordnungen scheinen zu entstehen. Drei große Machtblöcke ringen um Einfluss und Position.
Vor unseren Augen zerfällt die alte Welt und neue Ordnungen scheinen zu entstehen. Drei große Machtblöck...
47 lange Jahre erlaubte die Welt dem islamistischen Mullah-Regime, die Welt vom Iran aus mit Terror zu überziehen und Israels Vernichtung vorzubereiten.
47 lange Jahre erlaubte die Welt dem islamistischen Mullah-Regime, die Welt vom Iran aus mit Terror zu ü...
Basierend auf dem Nizänischen Glaubensbekenntnis aus dem Jahr 325 n. Chr. Alle Ergänzungen sind farblich unterlegt.
Basierend auf dem Nizänischen Glaubensbekenntnis aus dem Jahr 325 n. Chr. Alle Ergänzungen sind farblich...
200 Theologen, Pastoren und christliche Leiter aus über 30 Nationen sowie rund 3.000 Online-Teilnehmer trafen sich Mitte Juni zum Jerusalem Summit der ICEJ.
200 Theologen, Pastoren und christliche Leiter aus über 30 Nationen sowie rund 3.000 Online-Teilnehmer t...
Ein wichtiger Teil der Arbeit der ICEJ besteht darin, über Konferenzen, öffentliche Kundgebungen, Gedenkveranstaltungen und Seminartage Christen und Gemeinden in Deutschland mit Gottes Plänen für Israel zu erreichen und gegen Antisemitismus einzutreten.
Ein wichtiger Teil der Arbeit der ICEJ besteht darin, über Konferenzen, öffentliche Kundgebungen, Gedenk...
Liebe Gebetspartner, der hebräische Monat Tammus ist der vierte Monat des biblischen Kalenders. Er markiert den Beginn des langen, heißen Sommers in Israel.
Liebe Gebetspartner, der hebräische Monat Tammus ist der vierte Monat des biblischen Kalenders. Er marki...
Liebe Freunde, seit über zweieinhalb Jahren befindet sich Israel im Krieg
mit dem Iran und dessen zahlreichen Stellvertreter-Milizen.
Liebe Freunde, seit über zweieinhalb Jahren befindet sich Israel im Krieg
mit dem Iran und dessen ...
Wir treffen uns in der ARISE Lounge in Stuttgart. Mit einem Input, Kerzen, Challah und Traubensaft tauchen wir gemeinsam in den Schabbat ein 😃.
Wir treffen uns in der ARISE Lounge in Stuttgart. Mit einem Input, Kerzen, Challah und Traubensaft tauch...
Melina aus dem Arise-Team durfte gemeinsam mit Ariel Blumenthal aus Israel beim CZM München zu Gast sein.
Melina aus dem Arise-Team durfte gemeinsam mit Ariel Blumenthal aus Israel beim CZM München zu Gast sein...