MENÜ

Irans Nuklearlügen

Irans Nuklearlügen

David R. Parsons, ICEJ-Sprecher und Vizepräsident
Bild: Canva

Wie kam es zum jüngsten Iran-Israel-Krieg? Darüber konkurrieren zwei unterschiedliche Darstellungen. Ein Blick auf die Fakten.

Friedfertige Mullahs?

Israelfeinde behaupten, Irans Mullah-Regime habe das Atomprogramm nur für zivile Zwecke entwickelt. Die Verhandlungen mit den USA über die Uran-Anreicherung seien in guter Absicht erfolgt, bis Israel diese Gespräche mit der „Operation Rising Lion“ böswillig habe platzen lassen.

Irans Außenminister Abbas Araghchi verkündete, der Iran habe „nichts Falsches getan“. US-Präsident Donald Trump habe den Weg der Diplomatie verraten. Der russische Präsident Wladimir Putin stimmte zu und bezeichnete die israelischen und amerikanischen Angriffe gegen die iranischen Atomanlagen als „grundlos“. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ging sogar noch weiter. Er nannte Israels Militärschläge gegen das Atomprogramm „kriminell“, ‚verrückt‘ und „Staatsterrorismus“ – Israels Premierminister Benjamin Netanjahu habe Adolf Hitlers Völkermord übertroffen!

Herrschaft des Islams

Werfen wir einen objektiveren Blick auf die Entwicklung des Konflikts, der mit der Islamischen Revolution 1979 begann. Damals kam Ayatollah Ruhollah Khomeini an die Macht. Die Botschaft des islamischen Fundamentalisten lautete: Die muslimische Welt habe Niederlagen gegen Israel erlitten, weil man die grundlegenden Lehren des Islams verlassen habe. Kehre man zurück zum „reinen islamischen Glauben“, würde Allah den Sieg gewähren – und anschließend die Eroberung der ganzen Welt.

Die Mullahs waren und sind entschlossen, ihre Revolution in der Welt zu verbreiten. Sie arrangierten die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar Sadat, nachdem dieser Frieden mit Israel geschlossen hatte. Sie förderten den Aufstieg der Hisbollah im Libanon, sind mitverantwortlich für Bombenanschläge auf die US-Botschaft und die US-Marinekaserne in Beirut, die Hunderte Amerikanern das Leben kosteten.

Israel im Feuerring

Irans Plan sah vor, das „zionistische Gebilde“ mit einem „Feuerring“ in Form bewaffneter Stellvertreter-Milizen einzukreisen. Die Hisbollah entwickelte sich zur globalen Terrormiliz, verübte Anschläge weltweit. Mit einem Arsenal von über 150.000 Raketen übertraf sie die Streitkräfte der meisten Länder.

Iran hat aus dem Krieg mit dem Irak (1980-1988) gelernt. Als Saddam Hussein Hunderte Scud-Raketen auf die größten iranischen Städte weit hinter der Frontlinie abfeuerte, erkannten die Ajatollahs, dass dies ein leicht zu erwerbendes Waffensystem war, mit dem sie das zivile Kernland Israels terrorisieren könnten. So begann Irans ehrgeiziges Programm für ballistische Raketen. Gleichzeitig hatte die iranische Führung ihre Nuklearanlagen auf mehrere Standorte verteilt, teils tief unter der Erde.

Als die Welt die Doppelzüngigkeit des Irans erkannte, begann die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), die Anlagen zu inspizieren im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags. Damit begann ein Katz-und-Maus-Spiel. Die iranische Opposition entlarvte 2002 versteckte Anreicherungsaktivitäten. Die so genannten EU-3 (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) führten daraufhin Gespräche mit iranischen Vertretern. 2009 wurde eine noch größere Geheimanlage zur Urananreicherung enttarnt, in einem Berg bei Fordo. Dennoch führten die Europäer und die Obama-Regierung die Gespräche fort. Sie mündeten 2015 ins JCPoA-Abkommen, das allerdings keine Verpflichtung zum Abbau des Atomprogramms vorsah und sich nicht mit Teherans Terror-Netzwerk, dem Raketen-Arsenal und anderen Missständen beschäftigte. Der Iran nutzte die US-Finanzhilfen und die Lockerung der Sanktionen, um die regionalen Stellvertretermilizen auszubauen.

Als Trump ins Weiße Haus einzog, verließen die USA das JCPoA-Abkommen. US-Präsident Joe Biden ließ die Beschwichtigungspolitik Obamas gegenüber dem Iran wieder aufleben. Die Hamas-Terroranschläge vom 7. Oktober zwangen Israel schließlich, gegen den vom Iran aufgebauten „Feuerring“ um das Land in die Offensive zu gehen. Mit der Rückkehr Trumps ins Präsidentenamt ergab sich für Israel dann die Möglichkeit, die Quelle der Bedrohung direkt anzugehen – das radikale Regime im Iran.

Es war höchste Zeit. Selbst die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) war zum Schluss gekommen, dass der Iran über genügend hochangereichertes Uran verfüge, um in naher Zukunft mindestens neun Atombomben zu bauen.

(Foto: Iran-Flagge ©Canva)

Weitere Artikel

Die ICEJ e. V. ist vom Finanzamt Stuttgart unter der Steuernummer 99015/27443 gemeinnützig und mildtätig anerkannt.

ICEJ Deutschland ist Träger des Spenden-Prüfzertifikats der Deutschen Evangelischen Allianz, mit dem die Einhaltung der strengen Grundsätze bei der Verwendung der Spendenmittel bestätigt wird.

Spenden Prüfzertifikat Evangelische Allianz Deutschland

zwei Männer mit blauem Anzug schauen in eine aufgeschlagene Mappe. Der eine trägt eine rote, der andere eine blaue Krawatte

Merz-Wende: Kritik an Israel und USA

Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte am Dienstag in Berlin das Vorgehen Israels und der USA im Iran. Damit rückte er von seiner bisherigen Position ab.

Ein Kampfjet am sonnenbeleuchteten Himmel

Fake-News und Drohanrufe

Viele Fake-News und manipulierte Fotos über den Iran-Krieg sind aktuell im Umlauf - gezielt verbreitet vom Mullah-Regime.

eine Grafik, die Streumunition zeigt. Der Text besagt, dass es sich hierbei um iransiche Munition handelt, welche sie auf Zivilisten ansetzen

Streumunition gegen israelische Zivilisten

Iran feuert auch ballistische Raketen mit Streumunition auf zivile Ziele in Israel. Die Verwendung gilt als Kriegsverbrechen.

ein sandfarbener Container, auf dessen Dach ein Gerät mit runder blauer Linse montiert ist. Im Hintergrund ist eine Wüstenlandschaft zu sehen.

Der Iron Beam und die Kostenfrage

Das ist passiert: Bereits seit vergangenem Jahr gilt Israels laserbasiertes Verteidigungssystem „Iron Beam“ als einsatzbereit. Laut unbestätigten Berichten soll die Waffe kürzlich Angr...

Ein Mann hält in seiner linken Hand ein Blatt mit der Aufschrift "Nieder mit dem terroristischen Mulah-Regime im Iran!" hoch. In der rechten hält er einen Ausdruck einer Abbildung einer Frau.

Wo wir schlafen

In Deutschland gibt es unzählige Verbote. Man darf zum Beispiel nicht im Wald schlafen (Naturschutz), auch nicht in einer Garage (Brandschutz).

Abbildung Tzofar Roter Alarm

Zustimmung zum Krieg in Israel und den USA

Israelische und amerikanische Bürger blicken sehr unterschiedlich auf die Operation „Brüllender Löwe“.

ein älterer Mann mit weißem Haar und Brille. Er trägt einen blauen Anzug, ein weißes Hemd mit blauer Krawatte

Was sagt die PA zum Iran-Krieg?

Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) ist erstaunlich zurückhaltend mit Kommentaren. Verurteilt werden nur Angriffe auf arabische Länder.

Zerststörte mehrstöckige Gebäude, überall Trümmer und Schutt

Irans Angriffe auf arabische Länder

Israel hat bereits verheerende Treffer erlitten, konnte aber den überwältigenden Teil iranischer Raketen auf sein Territorium erfolgreich abfangen.

ein weißes rechteckiges containerartiges Häuschen. Die Tür steht offen, es ist ein Kleinkindfahrzeug zu sehen.

Gebrauchsanleitung für Schutzbunker

Die unterschiedliche Nutzung unterirdischer Infrastruktur in Israel und Gaza ist aufschlussreich.

Eine Karte, die aufzeigt, wie der Iran nach einem möglichen Zerfall von den Regionen her aussehen könnte

Nach dem Fall der Mullahs

Das ist passiert: Am frühen Samstagmorgen haben die israelische und die US-amerikanische Armee gemeinsam strategische Ziele im Iran angegriffen.