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100 Jahre Balfour-Erklärung – Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Staatsgründung Israels

100 Jahre Balfour-Erklärung Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Staatsgründung Israels

Historische Chance der christlichen Zionisten - Palästinensischer Protest - Wortlaut der Balfour-Erklärung
David Parsons
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Das Jahr 2017 beinhaltet mehrere wichtige Meilensteine für Christen, die Israel unterstützen. 500 Jahre sind beispielsweise seit dem Beginn der protestantischen Reformation im Oktober 1517 vergangen. Seither können Christen wieder die Bibel in ihrer Gemeinsprache lesen und entdecken, dass Gott immer noch Pläne für das jüdische Volk in seiner angestammten Heimat hat.

Im November 1917, vor 100 Jahren, verpflichtete zudem die Balfour-Erklärung Großbritannien, eine jüdische Heimstatt in Palästina zu errichten. Und schließlich begehen wir im Juni das fünfzigjährige Jubiläum der Wiedervereinigung Jerusalems unter israelischer Herrschaft im Sechstagekrieg von 1967.

Rechtliches Schlüsseldokument

Der hundertste Geburtstag der Balfour-Erklärung ist besonders bedeutsam für den Staat Israel und seine christlichen Freunde. Diese Erklärung, die am 2. November 1917 erlassen wurde, ist ein Schlüsseldokument zur Begründung des Rechtsanspruchs des modernen Staates Israel auf sein Land. Dieser Beschluss der britischen Regierung bildete die Grundlage für weitere internationale Entscheidungen, die darauf abzielten, den jüdischen Staat wiederherzustellen, einschließlich der San-Remo-Konferenz von 1920, des Palästina-Mandats des Völkerbundes von 1922, des UN-Teilungsplans von 1947, der israelischen Unabhängigkeitserklärung von 1948 und Israels Aufnahmen in die Vereinten Nationen nur ein Jahr später.

Restaurations-Bewegung in England

Die Balfour-Erklärung war die krönende Errungenschaft der sog. Restaurations-Bewegung in Großbritannien. Bereits im 18. Jahrhundert setzten sich christliche Denker in England für eine Rückkehr der Juden ins Land Israel ein, wobei ihnen die göttlichen Verheißungen der Bibel als Grundlage dienten. Zu dieser Bewegung gehörten so berühmte Geistliche wie Charles und John Wesley, Charles H. Spurgeon und Bischof Ryle aus Liverpool, genauso wie prominente politische Führungspersönlichkeiten wie William Wilberforce, Lord Palmerston und Lord Shaftesbury. Infolge ihrer Predigten und Aktivitäten gehörte diese „Restauration“ (Wiederherstellung eines politischen Zustandes) zur vorherrschenden Lehre selbst in der Anglikanischen Kirche, als Theodor Herzl schließlich 1897 die jüdisch- zionistische Bewegung ins Leben rief.

Historische Chance der christlichen Zionisten

Als während des Ersten Weltkrieges immer klarer wurde, dass Britannien und seine Verbündeten den Nahen Osten von der osmanischen Herrschaft würden befreien können, erkannte die Regierung von David Lloyd George diesen Moment als die historische Chance, die jüdischen Zionisten bei der Wiedererlangung ihrer Heimat zu unterstützen. Sechs der neun Mitglieder seines Kriegskabinetts, einschließlich seines Außenministers Arthur James Balfour, waren bekennende christliche Zionisten. Sie nutzten die Gunst der Stunde, das moderne Äquivalent des antiken Beschlusses von König Kyrus zu erlassen, nämlich den Juden die Rückkehr und den Wiederaufbau ihrer Nation zu ermöglichen. Auf Grundlage dieser feierlichen Verpflichtung, die als Balfour-Erklärung bekannt wurde, erhielt Großbritannien das Mandat, die Errichtung einer jüdischen Nation in der befreiten Provinz Palästina zu unterstützen.

Wir haben also allen Grund, den 100. Jahrestag der Balfour-Erklärung 2017 zu feiern! Im November wird die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem gemeinsam mit jüdischen und christlichen Freunden Events veranstalten, um der Erklärung zu gedenken, einschließlich Feierlichkeiten in London und Jerusalem.

Palästinensischer Protest

Doch nicht alle werden das hundertjährige Jubiläum der Balfour-Erklärung feiern. Tatsächlich werden palästinensische Politiker ihre international finanzierte PR-Maschinerie dazu nutzen, diese „verbrecherische Ungerechtigkeit“ gegen ihr Volk anzugreifen. Sie verlangen schon jetzt, dass Großbritannien sich für Balfour entschuldigen solle und drohen sogar mit einer Klage gegen das Vereinigte Königreich wegen aller Schäden, die den Palästinensern seitdem entstanden sind. Doch solche Initiativen wären sowohl unhaltbar als auch kontraproduktiv. Denn solche Aktivitäten gegen Israel würden tatsächlich die Existenzberechtigung zahlreicher arabischer Nationen in der Region infrage stellen.

Die britische Motivation für die Balfour-Erklärung war schon immer ein umstrittenes Thema. Manche sagen, dass es darum ging, die Gunst der Juden während des Krieges zu gewinnen oder Zionistenführer Chaim Weizmann für seinen wertvollen Beitrag zur Kriegsanstrengung zu entlohnen. Andere meinen, die Erklärung war eine Geste der Reue für Jahrhunderte des christlichen Antisemitismus oder einfach ein Akt der britischen Expansionspolitik.

Ende des Kolonialzeitalters

Tatsächlich jedoch war Balfour ein gültiger und ehrenwerter Ausdruck christlicher Sympathien für eine gerechte Sache. Die Erklärung war auch Teil einer Serie von Entscheidungen, die von den Siegermächten während und nach dem Krieg getroffen wurden, um Treuhandverwaltungen im Nahen Osten und anderswo zu schaffen mit dem Ziel, Nationalstaaten zu errichten und den Völkern befreiter Länder ein Selbstbestimmungsrecht zu geben. Daher ist Balfour ein wichtiger Punkt, der das Ende des Kolonialzeitalters markiert, ein Abschluss, den sich die westlichen Nationen selbst auferlegten.

Jan Smuts: heilige Verpflichtung

Einer der Architekten dieser Mandatsstrategie war Jan Smuts, ein glühender christlicher Zionist. Bis dato hätten die europäischen Mächte das befreite osmanische Territorium des Nahen Ostens einfach in ihre eigenen Reiche einverleibt. Doch Smuts und andere hatten den Eindruck, dass es an der Zeit sei, dass die Völker der Region über ihre eigenen Länder herrschen sollten und dass die Rolle der westlichen Nationen einfach darin bestand, sie auf dem Weg in die Unabhängigkeit zu unterstützen. Als Inspiration für diesen neuen Ansatz diente teilweise der amerikanische Präsidenten Woodrow Wilson mit seinen vierzehn Punkten zur Verbreitung der Demokratie und zu Sicherung des Friedens in der Nachkriegszeit. Doch Smuts beschrieb das Mandatssystem auch als eine „heilige Verpflichtung“, die dazu dienen sollten, verschiedene Länder und Völker von der Fremdherrschaft zu befreien.

Existenzrecht arabischer Staaten

So erhielt Britannien das vorläufige Mandat in Palästina und im Irak, während Frankreich die Errichtung von Staaten im Libanon und Syrien beaufsichtigen sollte. Tatsächlich kann jede arabische Nation im Nahen Osten ihr Existenzrecht auf einige derselben Dokumente und Entscheidungen zurückverfolgen, die auch den modernen Staat Israel schufen. Es ging nicht darum, einen jüdischen Staat in einem Vakuum zu errichten. Die Juden, genau wie die Araber, wurden als Einheimische der Region angesehen und daher auch als berechtigt, ihre uralten Nationen wieder zu errichten. Israels rechtlich Ansprüche auf einen eigenen Staat dadurch zu unterminieren, dass man die Balfour-Erklärung angreift, würde daher auch die Anrechte aller arabischen Nachbarstaaten auf Souveränität in Zweifel ziehen. Einem solchen Ziel sollten sich die Palästinenser keinesfalls verschreiben.

Wortlaut der Balfour-Erklärung

Die Balfour-Erklärung vom 2. November 1917 war ein Brief, den Lord Balfour an den britisch-jüdischen Zionistenführer Baron Walter Rothschild schrieb und ihm darin die Entscheidung der Regierung mitteilte, den Zionismus zu unterstützen. Darin heißt es:

Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnte.“

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