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4.000 Teilnehmer gedenken der Opfer des Holocaust

4.000 Teilnehmer gedenken der Opfer des Holocaust

Online-Gottesdienst
ICEJ-Nachrichtenredaktion
eine ältere Dame sitz an einem Schreibtisch mit Mikrofon. Vor ihr steht ein Glas Wasser, hinter ihr befindet sich ein Flügel

Rund 4.000 Juden und Christen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben am Mittwoch beim Online-Gedenkgottesdienst der ICEJ der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust gedacht.

Der Gottesdienst anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktags war zuvor aufgezeichnet worden. Joliene Stephan, Ehrenmitglied der ICEJ und Witwe des langjährigen ICEJ-Vorsitzenden Christian Stephan, legte gemeinsam mit ihrem Enkel Florian Brämer, Schüler der 7. Klasse, vor der Stuttgarter Synagoge einen Kranz nieder. Kantor Nathan Goldman betete das jüdische Gebet „El male rachamim“ („Gott voller Barmherzigkeit“), das traditionell zum Gedenken an die sechs Millionen in der Schoah ermordeten Juden gebetet wird. „Erinnerung hat kein Verfallsdatum“, sagte Gottfried Bühler, Erster Vorsitzender der ICEJ-Deutschland. Auch 76 Jahre nach dem Ende der Schoah müsse die Erinnerung an „die größte Katastrophe der Menschheit“ wachgehalten werden. Michael Kashi, IRGW-Vorstandsmitglied, berichtete, wie er persönlich mit Judenhass und Holocaustleugnung konfrontiert worden war und beschlossen hatte, nie aufzuhören, an die Opfer des Holocaust zu erinnern. „Sie dürfen nicht vergessen werden“, sagte Kashi. Florian Brämer (11) bat „das jüdische Volk um Vergebung für das, was unser deutsches Volk Ihnen und Ihren Familien angetan hat.“ Die Zeitzeugin Ruth Michel-Rosenstock (92), erzählte ihre Überlebensgeschichte. Dies sei ihr „persönlicher Kampf gegen Antisemitismus“. „Meine Kindheit war mit 13 Jahren zu Ende“, berichtete Michel-Rosenstock von dem Einmarsch der Deutschen 1941 in das Dorf Mykulytschyn (heute Ukraine), wohin sie und ihre Familie geflohen waren. Auf Entrechtung und Schikanen folgte im Dezember 1941 die Ermordung der 205 Juden von Mykulytschyn – einschließlich Michel-Rosenstocks Vater. „Außer mir hat niemand die letzte Razzia der Deutschen überlebt.“ Über das Erlebte zu erzählen „ist meine Pflicht vor Gott und den Ermordeten.“ Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sorgte der Pianist Michael Schlierf, die Sängerin Martina Schwarz und das Musica-Salutare-Quartett unter der Leitung von Adelheid Abt.

Der Gedenkgottesdienst kann weiterhin auf dem Youtube-Kanal der ICEJ-Deutschland angeschaut werden: https://youtu.be/tLRbiAapioQ

Es ist Frau Michel-Rosenstocks Anliegen, ihre Überlebensgeschichte zu erzählen. Ihr Buch „Die Flucht nach vorne“ kann in unserem ICEJ-Shop vorbestellt werden: Zum Shop-Artikel "Flucht nach vorne"

(Foto: ICEJ/Levi Dörflinger, Zeitzeugin Ruth Michel-Rosenstock erzählt ihre Geschichte, Januar 2021)

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