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1960 nahm der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad den Nazi-Kriegsverbrecher Adolf Eichmann in Argentinien gefangen. Als Leiter des Eichmannreferats im Reichssicherheitshauptamt der Nazis in Berlin war er für die Organisation der Vertreibung und Deportation der Juden zuständig und mitverantwortlich für die Ermordung von sechs Millionen Menschen in Europa. 1961 wurde ihm in Jerusalem der Prozess gemacht. Mehr als 100 Zeugen wurden aufgerufen und tausende Dokumente als Beweismaterial vorgelegt. Internationale und auch deutsche Medien berichteten ausführlich über den Prozess. Eine breite Öffentlichkeit erfuhr durch die Zeugenaussagen der KZ-Überlebenden von den Schrecken der Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden. Eichmann wurde zum Tode verurteilt und 1962 erhängt.

Nazi Kriegsverbrecher Eichmann in seiner schusssicheren Glaskabine
Trotz eskalierender gewalttätiger Zusammenstöße mit den arabischen Nachbarn blühte die israelische Wirtschaft auf. Das lag u.a. an den substantiellen westdeutschen Entschädigungsleistungen, die seit 1953 ins Land flossen und bis 1965 andauerten. Als die Universitäten in Haifa und im Negev eröffnet wurden, ebenso wie die medizinische Hochschule Hadassah und das Israel-Museum in Jerusalem, erlebte auch die Bildungs- und Kulturszene des Landes einen Aufschwung.
Der schnelle israelische Sieg im Sechstagekrieg Anfang Juni 1967 war die Überraschung des Jahrzehnts. In nur sechs Tagen verdreifachte Israel seine Größe, indem es das Westjordanland, den Gazastreifen, die Golanhöhen, den Sinai und Ostjerusalem einnahm. Der Konflikt schwelte schon seit Jahren. Syrien warf Israel vor, die Quellflüsse des Jordan umzuleiten, und nahm wiederholt Galiläa unter Beschuss. Die Terroranschläge aus Jordanien nahmen zu. Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser blockierte erneut Israels Hafenstadt Eilat am Roten Meer, indem er die Seestraße von Tiran sperren ließ. Unterstützt von der Sowjetunion befahl Nasser den UN-Truppen am 14. Mai 1967, sich aus der Pufferzone im Sinai zurückzuziehen und ließ seine Truppen entlang der Grenze zu Israel aufmarschieren. Mit Jordanien und dem Irak schloss Nasser wechselseitige „Verteidigungspakte“.
Israel befürchtete das Schlimmste, als die Rhetorik in der arabischen Welt immer aggressiver wurde. Der jüdische Staat stand ohne Verbündete da und sah sich fünf arabischen Nationen gegenüber, deren Armeestärke seine eigene weit überstieg. Israel mobilisierte seine Armee. Als die Wirtschaft schnell zum Stillstand kam, entschied sich Jerusalem für einen Präventivschlag. In einem schwierigen Überraschungsmanöver zerstörten israelische Kampfflugzeuge am Morgen des 5. Juni fast alle Flugzeuge der ägyptischen Luftwaffe am Boden. Innerhalb weniger Stunden war auch die jordanische Luftwaffe zerstört. Damit hatte Israel die alleinige Lufthoheit zur Unterstützung des schnellen Vormarschs seiner Bodentruppen. Bis zum 10. Juni hatten israelische Truppen die gesamte Sinai-Halbinsel und den ägyptisch besetzten Gazastreifen erobert. Sie rangen den Syrern die strategisch wichtigen Golanhöhen ab und nahmen das von Jordanien völkerrechtswidrig annektierte Westjordanland ein.
Am 7. Juni 1967 befreite die israelische Armee den Ostteil Jerusalems und die Altstadt von der Herrschaft der Jordanier. Nach 19 Jahren der Teilung wurde Jerusalem wiedervereinigt. Zum ersten Mal seit 1.900 Jahren, als die Römer die Stadt geplündert und den Tempel zerstört hatten, befanden sich der Tempelberg, die heiligste Stätte des Judentums, und die Jerusalemer Altstadt wieder in jüdischer Hand. Christen, die während der jordanischen Besatzung nur zweimal im Jahr, zu Weihnachten und zu Ostern, ihre heiligen Stätten besuchen durften, erhielten freien Zugang zu ihren Heiligtümern. Israel sicherte ihnen sowie den muslimischen Bürgern volle Religionsfreiheit und Schutz ihrer heiligen Stätten zu. Die zerstörten Synagogen der Altstadt wurden wieder aufgebaut.
Die Zusammenstöße mit ägyptischen Streitkräften entlang des Suezkanals mündeten in einen mehrjährigen Zermürbungskrieg. 1964 schlossen sich von arabischen Staaten finanzierte Terrorgruppen zur Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zusammen, um den jüdischen Staat auszulöschen. PLO-Terrormilizen verübten Anschläge in Israel und begannen mit Flugzeugentführungen. Im Norden verschärften sich die Spannungen mit Syrien und dem Libanon. Der UN-Sicherheitsrat scheiterte an der Lösung des Konflikts, als die Arabische Liga beim Gipfeltreffen 1967 in Khartoum die „drei Neins“ beschloss: „Keine Anerkennung, keine Verhandlungen, kein Frieden mit Israel.“

1967 Die Arabische Liga erklärt am 1. September auf dem Gipfeltreffen in Khartoum: „Keine Anerkennung, keine Verhandlungen, kein Frieden mit Israel.“
Auszug aus Wort aus Jerusalem Sonderausgabe: "Rückblick auf ein Wunder der Neuzeit"
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