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Nach dem Sechstagekrieg begannen die USA, Israel in der Konfrontation mit Russland während des Kalten Krieges als einen verlässlichen Partner des Westens anzusehen. Viele arabische Staaten, allen voran Ägypten, hatten sich mit den Russen verbündet. Anfang der 70er Jahre begann Washington, den jüdischen Staat mit hochmodernen Rüstungsgütern zu versorgen.
Israel war bereit, auf die UN-Forderung nach einem sofortigen Rückzug aus den eroberten Gebieten einzugehen. Als Gegenleistung forderte Jerusalem von den arabischen Ländern die Anerkennung des Staates Israel, seines Rechtes auf dauerhafte Existenz und die Beendigung des Konfliktes. Doch die gedemütigten arabischen Führer lehnten auch nur den Gedanken an eine Anerkennung Israels oder an Gespräche mit den siegreichen Israelis ab. Daraufhin verabschiedete die regierende Arbeitspartei in Israel den „Allon Plan“. Er genehmigte einen begrenzten Siedlungsbau in Regionen, die man für die künftige Sicherheit Israels als unerlässlich ansah.
Anwar Sadat, Nachfolger des verstorbenen ägyptischen Präsidenten Nasser, plante mit Moskau und Syrien einen Überraschungsangriff auf Israel. Dieser erfolgte am 6. Oktober 1973. Es war Jom Kippur, der große Versöhnungstag - der heiligste Feiertag des jüdischen Volkes. Die Mehrheit der Israelis fastete, während Rundfunk und Fernsehen schwiegen und der öffentliche Verkehr stillstand. Israel kam in große Bedrängnis. Ägypten und Syrien wurden von Kämpfern aus acht hauptsächlich muslimischen Staaten unterstützt. Die angreifenden arabischen Armeen waren mit modernster sowjetischer Waffentechnik ausgerüstet und verfügten über doppelt so viele Kampfflugzeuge und Panzer wie Israel. Einige Einheiten wurden von kriegserfahrenen russischen Militärberatern kommandiert. Zu Beginn sah es so aus, als ob Israel den Krieg verlieren würde. Doch nachdem US-Präsident Richard Nixon Waffen nach Israel hatte liefern lassen, wendete sich das Blatt. Die israelische Armee trieb die ägyptischen und syrischen Truppen zurück und stand schließlich 100 Kilometer vor Kairo und 45 Kilometer vor Damaskus. Die sowjetische Führung forderte einen sofortigen Waffenstillstand und drohte, ihre eigenen Truppen an die Front zu schicken. Die US-Regierung drängte Israel daraufhin sich zurückzuhalten, um einen drohenden Atomkrieg abzuwenden.
Die PLO verübte von Jordanien aus weitere Terroranschläge in Israel. Bei den Olympischen Spielen in München 1972 griffen palästinensische Terroristen das israelische Mannschaftsquartier an. Elf israelische Athleten wurden ermordet. Nach der Entführung eines französischen Flugzeuges nach Entebbe in Uganda befreiten israelische Soldaten am 4. Juli 1976 die Geiseln, darunter Dutzende Israelis und Juden. 1970 vertrieben jordanische Streitkräfte die Kämpfer der PLO aus dem Königreich. Die Vertreibung ging als „Schwarzer September“ in den palästinensischen Sprachgebrach ein. Die PLO-Kämpfer flohen in den Libanon, besetzten den Süden des Landes und lösten einen blutigen, 15 Jahre andauernden Bürgerkrieg aus.
Die Arbeitspartei, die seit der Staatsgründung an der Regierung war, verlor 1977 erstmals die Knesset-Wahlen. Gründe waren u.a. Korruptionsskandale und Perioden der Hyperinflation. Das Ansehen der Arbeitspartei war bereits angeschlagen, weil Premierministerin Golda Meir und Verteidigungsminister Moshe Dayan vor dem Jom-Kippur-Krieg 1973, bei dem 2.378 israelische Soldaten fielen, Warnungen vor einem bevorstehenden arabischen Angriff ignoriert hatten. Beide traten im April 1974 zurück. Jitzhak Rabin wurde daraufhin Premierminister. 1977 gelang es Oppositionsführer Menachem Begin und dessen konservativer Likud-Partei, auch die Unterstützung vieler sephardischer Juden zu erhalten.
Zur allgemeinen Überraschung gelang es Begin, die arabische Ablehnung zu durchbrechen. Im November 1977 besuchte der ägyptische Präsident Anwar Sadat Jerusalem. Diese spektakuläre Visite stellte die Weichen für das von Amerika vermittelte Friedensabkommen. 1979 unterzeichneten Begin und Sadat in Washington den israelisch-ägyptischen Friedensvertrag. Die Israelis zogen sich daraufhin aus dem Sinai zurück. 7000 Israelis, die dort über 20 Jahre lang gelebt hatten, verließen ihre Häuser. Sie hofften, dass nun auch bald Friedensverträge mit Jordanien, dem Libanon, Syrien und eventuell sogar den Palästinensern folgen würden.
Auszug aus Wort aus Jerusalem Sonderausgabe: "Rückblick auf ein Wunder der Neuzeit"
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