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Augenzeugen der „Wiedergeburt“ Israels

Augenzeugen der „Wiedergeburt“ Israels

75 Jahre Israel. Welche Bedeutung hat die Wiedergeburt Israels und Israels Rückkehr auf die Weltbühne für uns Christen?
David Parsons, ICEJ-Sprecher und Vizepräsident
Jüdische Jugendliche halten sich an den Schultern, formen zwei Kreise und tanzen die Hora im Jahr 1936

„Denn wenn ihr Verlust Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!“ Römer 11,15

Israel bereitet sich darauf vor, den 75. Jahrestag seiner modernen Wiedergeburt am 14. Mai 1948 zu begehen. Die Auswirkungen dieses dramatischen Ereignisses sind bis heute zu spüren. Doch welche Bedeutung hat die Wiedergeburt Israels und Israels Rückkehr auf die Weltbühne für uns Christen?

Wiedergeburt Israels - Leben aus den Toten

Israels nationale Wiedergeburt war von schweren Geburtswehen begleitet, denn sie wird für immer mit dem Holocaust verbunden sein. Das Wunder der erneuten jüdischen Souveränität im Land Israel ereignete sich gerade einmal drei Jahre nach Ende des Völkermords der Nazis am jüdischen Volk. Der Holocaust stellte den Tiefpunkt der langen Zeit des Exils des jüdischen Volkes und seiner Zerstreuung unter den Nationen dar. Aber nur drei Jahre nach diesem Tiefpunkt erlangte es die nationale Unabhängigkeit im Land seiner Vorväter.

Erstaunlicherweise hat der Apostel Paulus schon vor langer Zeit erklärt, dass die endzeitliche Sammlung Israels wie „Leben aus den Toten“ sein wird! (Römer 11,15) Das bedeutet, dass die Auferstehung Israels nichts anderes ist als die Auferstehungskraft Gottes, die auch heute noch auf der Erde wirkt!

Zweistufige Wiederherstellung

Paulus stützt seine Lehre über die Wiedergeburt Israels in Römer 11 auf zahlreiche alttestamentliche Stellen, wie z.B. Jesaja 6 oder Jeremia 24+31. Die hebräischen Propheten beschreiben Israels endgültige Wiederherstellung als einen zweistufigen Prozess, der mit der physischen Einsammlung und Rückkehr der Juden ins Land Israel beginnt und mit ihrer geistlichen Wiederherstellung zu Gott durch eine besondere Ausgießung des Heiligen Geistes vervollständigt wird. „Kehrt um zu mir, so will ich zu euch umkehren“, spricht der Herr ganz klar in Sacharja 1,3 und Maleachi 3,7. Die vielleicht eindeutigste prophetische Aussage darüber, wie sich die Wiedergeburt Israels abspielen wird, finden wir in Hesekiel 36 und 37.

In Hesekiel 36,24-28 sagt Gott: „Denn ich will euch aus den Völkern herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben...“

In Hesekiel 37, der Vision des Tals der Totengebeine, spricht der Prophet von einer Zeit großen Unheils, in der das Volk Israel klagt: „Unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns.“ (Vers 11) Es klingt ganz so, als hätte der Prophet einen Blick in die Zukunft geworfen und die Massengräber der in der Schoa ermordeten Juden gesehen. Doch an diesem Tiefpunkt verkündet Gott, dass noch nicht alles verloren ist: „Siehe, ich will eure Gräber auftun und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf und bringe euch ins Land Israels. Und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.“ (Hesekiel 37,12-13)

In diesen zwei Versen gelobt Gott vier Mal, dass er das jüdische Volk aus ihren Gräbern heraufholen wird. Aus genau diesem Grund kann Paulus verkünden: „Denn wenn ihr Verlust Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten!“ (Römer 11,15)

Zeugen der Wiedergeburt Israels sein

Seit nunmehr 75 Jahren sind wir Augenzeugen der Auferstehungskraft Gottes, die in Israel am Wirken ist. Dieses Privileg ist aber auch mit einer großen Verantwortung verbunden. Die Apostel erzählten jedem, dass sie „Zeugen“ des Todes und der Auferstehung Jesu waren. Im hebräischen Denken hat „Zeuge sein“ eine tiefere Bedeutung als einfach nur einen Unfall oder ein Verbrechen gesehen zu haben. „Zeuge sein“ ist eine viel gewichtigere Angelegenheit.

Wir sehen dies u.a. in den Zehn Geboten (2. Mose 20,16), wo es heißt: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“. Und 5. Mose 19,15-21 legt fest, dass zwei oder mehr Zeugen nötig sind, um die Schuld eines Menschen festzustellen. Sollte aber jemand als falscher Zeuge auftreten, so würde er mit genau der Strafe belegt werden, die denjenigen erwartet hätte, der falsch beschuldigt wurde.

Deshalb gingen die Apostel ein großes Risiko ein, als sie vor den Hohen Rat traten und dessen Mitschuld am Tod Jesu bezeugten. Sie waren auserwählt, Zeugen des Todes und der Auferstehung Jesu zu sein, riskierten damit aber dennoch die Todesstrafe.

In Apostelgeschichte 10,39-42 sagt Petrus zu Kornelius, dem ersten nichtjüdischen Gläubigen: „Und wir sind Zeugen [...], von Gott vorher erwählt [...], die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten.“

Die Botschaft der Auferstehung

Paulus sagt etwas Ähnliches als er zu den gelehrten Griechen in Athen predigt: „Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er vor allen Menschen bestätigt hat, indem er ihn von den Toten auferweckt hat.“ (Apostelgeschichte 17,30-31)

Petrus und Paulus stimmten darin überein, dass die Auferstehung Jesu eine Botschaft enthielt: durch sie wurde Jesus zum Richter der Menschheit erklärt. In der Vergangenheit konnten wir vielleicht mit unserer Unwissenheit und Götzenanbetung davonkommen, nun aber müssen wir vor Gott Rechenschaft ablegen, nun ist es an der Zeit, dass wir Buße tun.

Jeder Akt der Auferstehungskraft Gottes trägt eine Botschaft in sich. Als Jesus Lazarus von den Toten auferweckte, verkündete er: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ (Johannes 11,25) Als Gott Jesus von den Toten auferweckte, bestimmte er ihn zum Richter der ganzen Menschheit.

Das kommende Gericht

Welche Botschaft Gottes trägt die Wiedergeburt Israels in sich? Zum einen deutet sie darauf hin, dass die Welt bald gerichtet wird. So wie der Bau der Arche Noah für die damalige Welt ein eindeutiges Zeichen war, dass ihr Gericht kurz bevorstand, so ist der Wiederaufbau Zions das deutlichste Zeichen dafür, dass wir bald gerichtet werden (vgl. Psalm 102,16f; Jesaja 54,9). Dieses kommende Gericht wird darüber urteilen, wie wir Israel und das jüdische Volk behandelt haben. Psalm 2, Joel 3, Zefanja 3,8ff, Jeremia 30,11 und andere Bibelstellen sprechen eindeutig darüber. Die zweite Botschaft, die die Wiedergeburt Israels enthält, ist, dass wir Gottes Volk gegenüber nicht länger unwissend und gleichgültig sein können.

In den letzten 75 Jahren hat die christliche Welt gesehen, wie Israel aus dem Grab der Schoa aufstand und wieder in sein Land zurückgekehrt ist. Es ist ein Prozess, der immer noch andauert und seinen Höhepunkt in der nationalen Errettung Israels erwartet. Als Israel unter die Nationen zerstreut war, hätte man verstehen können, wenn Christen sie ignorierten oder dachten, sie würden vom Herrn bestraft werden. Aber heute ist es anders. Als Gott das jüdische Volk in sein Land zurückbrachte, brach ein neuer Tag an! Und wir werden dafür, wie wir mit dieser Realität umgehen, Rechenschaft ablegen müssen.

Israel verbunden sein

Einige Christen würden es gerne sehen, wenn Israel wieder im Grab versänke. Sie tun sich mit Antisemiten zusammen, um Israels Legitimität zu untergraben und den jüdischen Staat zu zerstören. Sie sollten sich vor Gott fürchten!

Aber es gibt noch eine viel größere Kategorie Christen, die der andauernden Wiederherstellung Israels gleichgültig gegenüberstehen. Sie glauben, Israel habe nichts mit ihnen zu tun. Aber nachdem Israel in den letzten 75 Jahren so viele Herausforderungen überwunden hat und ein Segen für die Welt geworden ist, können wir nicht länger in unserer Unwissenheit und Gleichgültigkeit verharren. Jeder Christ muss Israel auf eine positive, besondere Weise verbunden sein.

Israel zu lieben ist kein Kriterium dafür, ob man errettet ist. Aber ich glaube, Israel zu lieben deutet darauf hin, ob wir vom Heiligen Geist geleitet sind oder nicht. Wenn wir nach 75 Jahren der Wiederherstellung Israels weiterhin an alten negativen Ansichten und Einstellungen gegenüber dem jüdischen Volk festhalten oder denken, Israel sei irrelevant, riskieren wir, vom Wirken des Heiligen Geistes in unserer Zeit abgeschnitten zu werden (Römer 11,20-21). Und Gott wird nicht darüber hinwegsehen, wenn wir alle einmal vor dem Richterstuhl Christi stehen.

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