Es ist eine bittere Ironie, dass beim Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 in den überfallenen Kibbuzim viele der bekanntesten israelischen Friedensaktivisten ermordet oder entführt wurden – wie in den Kibbuzim Be’eri und Nir Oz.
Selbstgemachtes Paradies
Be’eri war ein Paradies für Idealisten. In diesem Kibbuz lebte man noch die ursprüngliche sozialistische Idee. Alle Einnahmen wurden geteilt. Es gab kein Eigentum. Die Bewohner waren als Friedensaktivisten und Verfechter der Zweistaatenlösung bekannt – so wie auch in Nir Oz und anderen säkularen Kibbuzim entlang der Grenze zum Gazastreifen. Regierungskritisch, meist politisch linksliberal, kämpften sie für palästinensische Interessen – obwohl Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zum Alltag gehörte.
Es gab viele persönliche Kontakte über die Grenze hinweg. „Freundschaften“ hätten die Kibbuz-Bewohner die Beziehungen vor dem 7. Oktober 2023 genannt. Sie brachten Bewohner aus dem Gazastreifen zu israelischen Ärzten. Sie setzten sich dafür ein, dass ihre palästinensischen Nachbarn Arbeitserlaubnisse erhielten – für gut bezahlte Jobs auf israelischer Seite. Man arbeitete zusammen, aß zusammen, feierte zusammen und organisierte Ausstellungen über das Leben in Gaza.
Niemand rechnete mit einem Überfall. Am Tag des Massakers bestand das Zivilschutz-Team, das den friedliebenden, 1.250 Einwohner großen Kibbuz im Falle eines Angriffs bis zum Erscheinen der Armee verteidigen sollte, nur aus neun Mann. Es gab lediglich ein paar veraltete Waffen, die in einem abgesperrten Sicherheitsraum lagerten, zu dem zwei Kibbuz-Bewohner den Schlüssel besaßen. Beide wurden auf dem Weg zum Sicherheitsraum ermordet.
Orgie der Gewalt
Die Mörderbande hatte Lagepläne und detaillierte Informationen über die Bewohner der Kibbuzim dabei – angefertigt von den vermeintlichen palästinensischen Freunden der israelischen Friedensaktivisten. Die Terroristen gingen von Haus zu Haus, vergewaltigten, schnitten Köpfe und Gliedmaßen ab, verbrannten und folterten die Bewohner grausam zu Tode. Sie filmten sich bei ihrer Orgie der Gewalt – manchmal mit den Handys ihrer Opfer, um die Bilder anschließend über die Social-Media-Accounts der Gequälten zu posten.
116 Tote entdeckte man in den ersten Tagen nach dem Massaker in Be’eri, 115 Tote im 400 Einwohner kleinen Nir Oz. Zu den Opfern in Be’eri gehörte die international bekannte Friedensaktivistin Vivian Silver. Man fand ihre Zähne in einem Haufen Asche. 30 Männer, Frauen und Kinder wurden aus Be’eri verschleppt, 80 aus Nir Oz.
Terror-Rückhalt im Volk
Zu den unbequemen Fakten gehört, dass sich nicht nur Hamas-Terroristen am Massaker beteiligten, sondern Horden an Zivilisten aus dem Gazastreifen den Mördern folgten, wie Videos der Terroristen und Überwachungskameras belegen. Selbst Alte, Frauen und Kinder – johlend und plündernd. Palästinensische Mütter „beschenkten“ ihre Kinder mit Spielzeug ermordeter jüdischer Kinder. In Gaza tanzten Menschen vor Freude auf der Straße, und der Mob bespuckte und demütigte die mitgeschleppten Geiseln.
Die Geschichte des Gazastreifens zeigt, was Israel bei einer Zweistaatenlösung und einem Rückzug aus Judäa und Samaria („Westjordanland“) vermutlich zu erwarten hätte.



