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Christen und Krieg – wie passt das zusammen? Diese Frage ist angesichts des aktuellen Konflikts zwischen Israel und der Hamas besonders relevant.
Die meisten Kirchen tun sich heute schwer mit der Idee eines „gerechten Krieges“. Denn in den meisten westlichen Ländern hat es in den letzten Jahrzehnten keine Kriege gegeben und so haben wir eine pazifistische Grundhaltung entwickelt. Aber wie sieht es in echten Kriegs- und Verteidigungssituationen aus? Welche Haltung sollten Christen da zum Krieg haben? Unser Freund Prof. Gerald McDermott sagte kürzlich auf der Envision-Konferenz, der internationalen Pastoren- und Leiterkonferenz der ICEJ, dass „Pazifismus ein unmoralisches Privileg ist, denen vorbehalten, die sicher zu Hause sitzen". Unsere Theologie des Pazifismus hat sich in Ländern entwickelt, die in den letzten sieben bis acht Jahrzehnten in Frieden lebten. Aber wenn man in der Kirchengeschichte zurückgeht, war die wohl profundeste Stimme zu diesem Thema Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert. Er definierte die Idee des „gerechten Krieges" und hat sie mit drei Voraussetzungen verbunden.
Es ist nicht Sache einer Privatperson, einen Krieg zu erklären, sondern es braucht dazu eine entsprechende Autorität. Im 13. Jahrhundert gab es kleine Lehnsgüter, die sich ständig im Krieg befanden. Thomas von Aquin erklärte deshalb, Voraussetzung für eine „gültige“ Kriegserklärung sei eine richtige politische Struktur.
Ziel des Krieges muss es sein, ein schweres Unrecht zu korrigieren: Die gegnerische Kriegspartei ist ein Aggressor und verdient es, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Ein gerechter Krieg zielt darauf ab, eine Nation zu richten, die sich weigert, ein von ihr begangenes Unrecht wiedergutzumachen oder das zurückzuerstatten, was zu Unrecht an sich gerissen wurde. Dies trifft zweifellos auf den Krieg im Gazastreifen zu, da Israel von der dort herrschenden Hamas brutal angegriffen wurde, Geiseln genommen und viele moralische Regeln gebrochen wurden.
Die Autorität, die das Unrecht wiedergutmachen will, muss aufrichtige Absichten hegen. Zu ihren Zielen muss es gehören, einen moralischen Kodex durchzusetzen oder eine Ungerechtigkeit zu beseitigen. Wir sollten demnach also Kriege ablehnen, die nur geführt werden, um Landgewinne zu erzielen oder grausame Exempel zu statuieren. Hingegen sollten wir aber solche Kriege akzeptieren und unterstützen, die geführt werden, um Böses zu unterbinden, Frieden zu sichern und das Gemeinwohl zu fördern. Das ist genau, was Israel tut.
Israel wird beschuldigt, in Gaza einen Völkermord zu begehen. Dabei ist die israelische Armee wahrscheinlich die moralischste und menschlichste Armee der Geschichte. Sie unternimmt weit mehr als sonst in Kriegen übliche Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung möglichst gering bleibt.
Gleichzeitig hat die Hamas gegen jede einzelne Regel und gegen jeden Grundsatz der Kriegsführung verstoßen, wenn man sich die Genfer Konventionen zur Kriegsführung anschaut. Die islamistische Terrororganisation benutzt ihre eigenen Leute als menschliche Schutzschilde. Die Hamas schützt ihre Bevölkerung nicht, sondern setzt sie gezielt Gefahren aus und verursacht größtmöglichen Schaden. Die Terroristen nutzen und missbrauchen humanitäre Einrichtungen, beispielsweise Krankenhäuser und Schulen. Sie foltern, vergewaltigen, morden und plündern, wie Videoaufnahmen vom Massaker am 7. Oktober beweisen. Das ist ein Skandal – und dennoch zieht die internationale Gemeinschaft die Hamas dafür nicht zur Rechenschaft.
Was sagt die Bibel überhaupt zum Thema Krieg? Die aussagekräftigste Stelle dazu findet man im „Hohelied des Mose" (2. Mose 15,3). Dort heißt es: „Der HERR ist der rechte Kriegsmann". Das steht im Widerspruch zu vielen unserer religiösen Vorstellungen von Gott als Friedensstifter. Doch die Bibel sagt ganz klar, dass Er ein Mann des Krieges ist. Und in diesem Zusammenhang ist die Rede von einer echten Schlacht, die mit echten Waffen ausgetragen wurde und in der echte Menschen getötet wurden. Es ging nicht um eine Metapher. Gott kämpfte tatsächlich, um eine ganze feindliche Armee auszulöschen.
Auch in Psalm 24 heißt es: „[…] der HERR, mächtig im Streit“. Dieser Psalm Davids handelt von einer sehr realen Kriegserfahrung.
Außerdem nennt uns die Bibel die verschiedenen Gottesbezeichnungen – und zu den gebräuchlichsten Anreden Gottes gehört Adonai Tzva'ot, was „Herr der Heerscharen" (oder Armeen) bedeutet. Der „Herr der Heerscharen“ wird in der Bibel 232 Mal so genannt. Manche mögen sagen, dass dies alles alttestamentlich ist, aber dasselbe Wort wird mehrmals auch im Neuen Testament verwendet. Und denken Sie daran: In Hebräer 13,8 bestätigt uns die Bibel, dass Jesus Christus derselbe ist, gestern, heute und in Ewigkeit. Gott bleibt immer derselbe.
Wenn Sie immer noch denken, dass das alles alttestamentarisch ist, lesen Sie Offenbarung 19,11. „Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.“
Natürlich sind wir als Gläubige nicht zu physischen Kämpfen aufgerufen, weil die Kirche keine Nation mit einer Armee ist. Aber für das wiederhergestellte Volk Israel, das keine andere Wahl hat, als sich gegen böse Angriffe zu verteidigen, sieht die Realität anders aus.
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Israel.
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