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Im Jahr 1948 gründeten sie das ultimative Startup-Projekt des 20. Jahrhunderts: den modernen Staat Israel. Die Rede ist von den erschöpften und gleichzeitig zu allem entschlossenen Überlebenden des europäischen Judentums und den raubeinigen jüdischen Pionieren im britischen Mandatsgebiet Palästina. Die neue jüdische Heimat war gleichzeitig auch die Endstation für das jüdische Volk. Es ging um Alles oder Nichts. Dieses Projekt musste funktionieren – und das Risikokapital, das sie investierten, war ihre eigene Existenz, sowohl als Individuen als auch als Volk im eigenen Land.
Israel überlebte tatsächlich, auch wenn es sich nach wie vor um einen winzigen Staat handelt, der größenmäßig auf Platz 154 der Weltrangliste steht. Doch das menschliche Kapital und die disziplinierte Energie seiner kreativen Klassen haben das Land in die Elite der innovativsten und fortschrittlichsten Staaten der Welt katapultiert. Da Israel ein Licht für die Nationen sein soll (Jesaja 49,6), ist dieser Trend besonders ermutigend. Gerade im Technologiebereich hat Israel die Nationen der Welt tatsächlich erleuchtet. Sie wollen nicht nur innovative israelische Produkte erwerben und von ihnen profitieren, sondern auch das israelische Modell erfassen, das als „Startup Nation“ bekanntgeworden ist.
Am Bruttoinlandsprodukt gemessen gibt Israel heute mehr für Forschung und Entwicklung aus als jedes andere Land der Welt. Den Großteil dieser Arbeit leisten private Unternehmen. Israelische Wissenschaftler gehören zu den erfolgreichsten Forschern weltweit. Von 1984 bis 2014 hat Israel seine Militärausgaben um 75 Prozent verringert, während seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 223 Prozent anstiegen. Im selben Zeitabschnitt wuchsen seine High-Tech-Exporte um 3 700 Prozent von 1 Milliarde US-Dollar auf 38 Milliarden US-Dollar. Ein Run israelischer Firmen auf die NASDAQ (die größte elektronische Börse der USA) ist ein weiteres Zeichen für den bemerkenswerten Erfolg israelischer Innovationen.
Israelische Erfindungen gibt es in vielen verschiedenen Bereichen. Am stärksten ist der israelische Einfluss allerdings in der Medizin. Das zeugt von dem hohen Wert, den die jüdische Ethik dem menschlichen Leben beimisst.
Andere fortschrittliche Technologiebereiche:
Was hat nun eine Nation von Flüchtlingen in einem Land ohne natürliche Ressourcen zu einem Kraftwerk der Innovation und des Segens für die gesamte Menschheit werden lassen? Israels Errungenschaften zeugen zunächst einmal von Gottes Charakter und von seiner Erfolgsformel. Letztere hängt nicht von materiellen Faktoren ab. Vielmehr geht es darum, mit Glauben und Ausdauer allen Widerständen zum Trotz zu einem hell scheinenden Licht zu werden. Gott selbst hat es diesem Volk ermöglicht, in einer rauen und rückwärtsgewandten Region ein Leuchtfeuer seines Segens zu sein.
Betrachtet man die israelischen Erfolge und die Verschiedenartigkeiten, die das Land überwinden musste, kann man nur staunen. Doch wenn man die Wirtschafts- und Forschungsindikatoren einzeln in den Blick nimmt, bemerkt man, dass Israel gar nicht immer das Feld anführt. Was ist also das Geheimrezept dieses Landes und wie konnte es die Bezeichnung „Startup Nation” ergatterte? Wie konnte sich eine Wirtschaft, die durch den Sozialismus der Kibbuzim und ein kollektives Ethos geprägt war, in eine leistungsstarke, freie Marktwirtschaft verwandeln? Einer der ersten israelischen High-Tech-Unternehmer, Yossi Vardi, witzelt, dass das Geheimnis des israelischen Erfolges bei der jüdischen Mutter zu finden sei, die ihre Kinder folgendermaßen anstachle: „Nach allem, was wir für euch getan haben, ist es denn etwa zu viel verlangt, dass ihr einen Nobelpreis mit nach Hause bringt?“ Diese humorvolle Erklärung verweist auf kulturelle Komponenten, die nur dem jüdischen Volk eigen sind.
Ob sie säkular oder religiös geprägt sind, die Bibel ist die DNA der jüdischen Israelis. Ganz am Anfang der Bibel geht es um Innovation, darum, Substanz aus dem Nichts zu schaffen. Die Schöpfung an sich ist ein geistlicher Akt. Auch wenn wir als menschliche Geschöpfe im Vergleich zum obersten Schöpfer begrenzt sind, so gehört die Innovation doch zu unseren natürlichen Eigenschaften. Denn wir wurden nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Fähigkeiten und Innovation zeigen sich bereits im Aufbau und Design der Stiftshütte und der späteren Tempel.
Saul Singer, Mitautor des Buches „Startup Nation“, benennt die folgenden Faktoren als einen Teil des israelischen Erfolgsrezepts:
Ein kritischer Faktor, der besonders erwähnt werden muss, ist das israelische Militär. Obwohl es sich um eine an sich hierarchische Einrichtung handelt, hat sich die Armee zu einem wichtigen Kanal für den unternehmerischen Geist entwickelt, der das Startup-Phänomen befeuert. Die militärische Bedrohung (erfolgreich sein oder sterben) erfordert es, sich die mageren Ressourcen voll zunutze zu machen, um Israels qualitativen Vorsprung zu sichern. Diese Nutzung hat zu Siegen im Kriegszustand und zur notwendigen Abschreckung in Friedenszeiten geführt.
Alle israelischen Offiziere lernen, mit Unsicherheiten umzugehen und Entscheidungen zu treffen, auch wenn ihnen nicht alle Informationen zu Verfügung stehen. Sie werden trainiert, sich aus schwierigen Situationen heraus zu improvisieren, während sie schon in jungem Alter ein hohes Maß an Verantwortung tragen müssen. Kommt noch ein erstklassiger Abschluss einer israelischen Universität dazu, so ist das Endresultat ein vielseitiges und sachkundiges Individuum mit viel Eigeninitiative, das kaum Versagensangst kennt.
Ihren Tiefpunkt erreichte die israelische Wirtschaft 1984. Die Inflation betrug damals 450 Prozent. Schimon Peres bildete eine Regierung der nationalen Einheit mit dem Likud und initiierte ein wirtschaftliches Stabilisierungsprogramm. Anfang dieses Jahrtausends sorgten zudem die Reformen des damaligen Finanzministers Benjamin Netanjahu dafür, dass der aufgeblähte israelische Staatsapparat zurückgefahren wurde. Gleichzeitig behielt Israel eine einzigartige Kombination bei: eine individuelle Anpackermentalität gepaart mit einer sozial eingestellten Gesellschaft. Mit anderen Worten: Das sozialistische Ethos, das die Kibbuz-Pioniere bei der Staatsgründung getragen hatte, erhielt ein Upgrade. „Die Kombination individualistischer Zielsetzungen mit einer gemeinschaftlich orientierten Kultur befeuern den innovativen Erfolg Israels”, erklärt Avi Hasson, Direktor der kürzlich gegründeten israelischen Innovationsbehörde.
Die Finanzmarktreformen bewirkten, dass selbst die Krise im Jahr 2008 dem israelischen Wirtschaftswachstum nichts anhaben konnte. Und auch Kriege hinderten israelische Firmen nicht daran, ihre Produkte auf den Markt zu bringen. „Warren, für unsere Kunden wird es keinen Krieg geben“, erklärte der Inhaber von Iscar, einer Produktionsfirma für Metallwerkzeuge, während des Zweiten Libanonkrieges 2006 seinem neuen beherrschenden Gesellschafter Warren Buffet.)
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