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Der Sechstagekrieg 1967 – Geschichtlicher Hintergrund

Der Sechstagekrieg 1967 - Geschichtlicher Hintergrund

Birte Scholz
Ein Bild von einer Israel- und Iranflagge im Himmel, darunter fahren in der Wüste Soldaten auf Fahrzeugen

Innerhalb von sechs Tagen, vom 5. bis 10. Juni 1967, ist es der israelischen Armee vor 50 Jahren gelungen, alle an ihren Grenzen zusammengezogenen arabischen Armeen zu besiegen. Sie stand kurz davor, in Kairo, Amman und Damaskus einzumarschieren. Vorausgegangen war der Abzug der UN-Friedenstruppen aus der Pufferzone zwischen Israel und Ägypten auf der Sinaihalbinsel, die Ägyptens Präsident Gamal Abdel Nasser gefordert hatte, gegen Israel gerichtete Kriegsrhetorik von arabischen Führern wie Ägyptens Präsident Nasser und Syriens Präsident Hafiz al-Assad, der massive Truppenaufmarsch arabischer Armeen an Israels Grenzen und die Sperrung der Straße von Tiran durch Nasser für den Schiffsverkehr nach Eilat – nach internationalem Recht eine Kriegshandlung.

Arabische Armeen bedrohen Israel

Im Mai 1967 zog eine Übermacht von mehreren arabischen Armeen ihre Truppen an den Grenzen Israels, den Waffenstillstandslinien von 1949, zusammen. Jordanien hatte einen Militärpakt mit Ägypten und Syrien unterzeichnet und die UN-Friedenstruppen folgten der Forderung des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser Mitte Mai, sich aus der Pufferzone zwischen Israel und Ägypten auf der Sinaihalbinsel zurückzuziehen. So standen einige Tage später 80.000 ägyptische Soldaten mit 550 Panzern und 1.000 Artilleriegeschützen an Israels Südwestgrenze zum Gazastreifen und dem Sinai, 60.000 Jordanier im Westjordanland im Osten und 50.000 Syrer auf den Golanhöhen im Norden. Am 23. Mai 1967 beging Nasser mit der Sperrung der Straße von Tiran für den Schiffsverkehr nach Eilat eine Kriegshandlung.

Präventivschlag

Als die Israelis erkannten, dass die Diplomatie versagt hatte und die USA aus Angst vor einer Konfrontation mit der UDSSR, die Ägypten unterstützte, nicht handeln würden, stellte das israelische Kabinett am Abend des 4. Juni die Bedrohung der Existenz des jüdischen Staates fest und autorisierte den damaligen Premierminister Levi Eshkol und Verteidigungsminister Mosche Dayan, einen militärischen Präventivschlag auszuführen. Innerhalb von sechs Tagen, vom 5. bis 10. Juni 1967, gelang es der israelischen Armee, alle an ihren Grenzen stehenden arabischen Armeen zu besiegen. Sie stand kurz davor, in Kairo, Amman und Damaskus einzumarschieren.

Schneller Sieg an allen Fronten

Bereits am 5. Juni konnte sich Israel die vollständige Lufthoheit während des Krieges sichern, nachdem es die meisten der 385 modernen ägyptischen Flugzeuge in einem gut geplanten Überraschungsangriff noch am Boden zerstörte und die Startbahnen der Militärflugplätze stark beschädigte. Die weniger starken jordanischen und syrischen Luftstreitkräfte wurden am selben Tag ebenfalls stark dezimiert. Israel hatte Jordanien aufgefordert, nicht in den Krieg einzutreten. Doch König Hussein von Jordanien ließ Westjerusalem und Tel Aviv mit Artillerie beschießen. Daraufhin eroberten die Israelis vom 6. bis 8. Juni Ostjerusalem einschließlich des Tempelberges, der am 7. Juni 1967 erobert wurde, sowie Judäa und Samaria. Dem folgte am 9. und 10. Juni der Kampf gegen Syrien auf dem Golan, den die Israelis für sich entscheiden konnten. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den Gazastreifen, den Sinai, die Golanhöhen und das Westjordanland sowie Ostjerusalem mit der Altstadt Jerusalems. Fast 1.000 Israelis wurden während des Krieges getötet und etwa 4.500 verletzt.

Das „Six Day War Project”

In einer Serie von dreiminütigen Videoclips (englisch) beleuchtet das „Six Day War Project“ (Sechstagekrieg-Projekt) der NGO Jerusalem U mit historischen Filmaufnahmen die Ereignisse vor und während des Sechstagekrieges 1967. Vom 4. bis 11. Juni wird jeden Tag ein kurzes Video zu den Ereignissen vor 50 Jahren veröffentlicht.

© Video: Jerusalem U, Six Day War Project, der Sechs Tage Krieg

Die Videos wurden von der Online-Bildungseinrichtung Jerusalem U produziert in Zusammenarbeit mit der Jerusalem Post, den Jewish Federations of North America, dem Jewish Council for Public Affairs, dem Jewish National Fund, dem Israel Action Network, dem European Jewish Congress und dem Center for Israel Education.

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