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DIE ACHTZIGER JAHRE – Botschaftsabzug, Libanonkrieg und 1. Intifada

DIE ACHTZIGER JAHRE – Botschaftsabzug, Libanonkrieg und 1. Intifada

Botschaften verlassen Jerusalem - Der Libanonkrieg - Islamischer Terror - Die Intifada
Stephan Lehnert
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Jerusalemgesetz: Botschaften verlassen Jerusalem

Die Knesset, das israelische Parlament, verabschiedete am 30. Juli 1980 das Jerusalemgesetz. Es erklärt das vereinte Jerusalem zur Hauptstadt Israels. Die arabischen Staaten reagierten verärgert und drohten mit einem weiteren Ölembargo. Die 13 Länder, deren Botschaften sich noch in Jerusalem befanden, verlegten ihre Vertretungen nach Tel Aviv. Der jüdische Staat erhielt daraufhin Unterstützung von unerwarteter Seite: Evangelikale Christen aus vielen Ländern stellten sich an die Seite Israels und gründeten während des jüdischen Laubhüttenfestes die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ). Mit diesem Schritt demonstrierten sie ihre Solidarität mit Israel und ihre Unterstützung für den Status Jerusalems als Hauptstadt des jüdischen Staates.

Der Libanonkrieg: Frieden für Galiläa

Im März 1978 waren israelische Streitkräfte bis zum Litani-Fluss in den Libanon einmarschiert, um Terroranschläge der PLO zu unterbinden. Nach dem Rückzug der Israelis verstärkten PLO-Milizen ihre Angriffe mit Katjuscha-Raketen auf Ortschaften in Obergaliläa und durch Terroranschläge entlang der Nordgrenze Israels. Im Juni 1982 schickte Israels Premierminister Menachem Begin tausende von israelischen Soldaten über die Grenze in den Libanon. Die Militäroperation „Peace for Galilee“ (Frieden für Galiläa) hatte begonnen. Ziel dieser Offensive war es, die PLO-Kämpfer und Raketen aus der Grenzregion und später auch aus dem gesamten Libanon zu verdrängen. Unter dem Kommando des legendären Generals Ariel Scharon standen die Israelis bald vor Beirut.

Tiefpunkt Sabra und Schatila

Nach der Ermordung von Baschir Gemayel, dem Anführer einer maronitischen-katholischen Miliz durch die PLO, rächten sich seine Anhänger, indem sie im September 1982 hunderte Palästinenser in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila in Südbeirut ermordeten. Israel wurde als Verbündeter der christlich-libanesischen Soldaten politisch für die Gräueltaten mitverantwortlich gemacht. Verteidigungsminister Scharon trat zurück. Er hatte die Racheakte der libanesischen Truppen nicht vorhergesehen. Begin ordnete den israelischen Rückzug an. Aufgrund seines angeschlagenen Ansehens und seines schlechten Gesundheitszustandes legte er Ende 1983 sein Amt nieder.

Folgen des Krieges

Der kostspielige Eingriff Israels im Libanon zwang die PLO dazu, Beirut zu verlassen und nach Tunis zu gehen. Die israelische Armee richtete eine Pufferzone im Südlibanon ein, die sie 18 Jahre lang kontrollierte. Der Militäreinsatz verlor in Israel an Unterstützung. Mit der „Peace Now“-Bewegung (Frieden jetzt) zeigte die politische Linke ihre wachsende Ablehnung gegen eine Präsenz israelischer Soldaten im Libanon. Unterdessen baute die politische Rechte in Israel neue „ideologische“ Siedlungen in Samaria und Judäa.

Islamischer Terror

Die Ermordung des ägyptischen Präsidenten Sadat im Oktober 1981 durch muslimische Fundamentalisten signalisierte eine grundlegende Veränderung im arabisch-israelischen Konflikt. Der pan-arabische Kampf gegen das „zionistische Gebilde“ wurde zu einem radikal-islamischen Angriff auf den jüdischen Staat, angeheizt vom Iran. Dort wurde Ajatollah Ruhollah Khomeini durch die Islamische Revolution 1979 politischer und religiöser Führer. Syrien und der Libanon gründeten zusammen die schiitische Miliz Hisbollah (Partei Allahs). Unter der Führung der iranischen Revolutionsgarden begann die Hisbollah Ende 1982, Terrorangriffe auf israelische Soldaten zu verüben. Es folgten Anschläge auf die amerikanische und die französische Botschaft sowie auf Friedenstruppen in Beirut. Im Dezember 1987 wurde im Gazastreifen die sunnitische Terrororganisation Hamas gegründet. Sie sollte im Dschihad, dem „heiligen Krieg“ eine Hauptrolle spielen. Dessen Ziel war und ist es bis heute, den jüdischen Staat zu vernichten.

Die Intifada (Palästinenseraufstand)

Anfang 1987 brach die mehrjährige 1. Intifada (Aufstand) der Palästinenser aus. Bei gewalttätigen Protesten gegen die israelische Herrschaft wurden im Westjordanland, im Gazastreifen und in Ostjerusalem Steine und Molotowcocktails auf Israelis geworfen. Jordaniens König Hussein zog seinen Anspruch auf die Gebiete westlich des Jordans zurück. Die PLO förderte die Intifada in den umstrittenen Gebieten von ihrem Stützpunkt in Tunesien aus. Gleichzeitig behauptete PLO-Führer Jassir Arafat, auf Terror verzichten zu wollen, um Gespräche mit der US-Regierung von Ronald Reagan führen zu können.

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