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Immer wieder habe ich die einzigartige Möglichkeit, mit einem Team der ICEJ und mit Zeitzeugen des Holocaust Schulen zu besuchen. Nach dem Ende eines Vortrages haben die Schüler die Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen. Bei einem dieser Schulbesuche mit Frau Michel-Rosenstock, die bereits bei mehreren Gedenkgottesdiensten der ICEJ als Ehrengast teilgenommen hat, wurde sie gefragt: „Was wünschen Sie sich für die Zukunft?“ Alle Augen waren gebannt auf die 93-jährige Dame gerichtet. Es herrschte eine erwartungsvolle Stille in der Schulaula. Was würde sie mit ihrer großen Lebensweisheit antworten?
Die Antwort fiel sehr schlicht und überraschend aus: „Ich wünsche mir, dass an deutschen Schulen das Wort ‚Jude‘ nicht mehr als Schimpfwort gebraucht wird!“ Es gibt so viele schöne Dinge, die man sich wünschen könnte. Dieser Wunsch von Frau Michel-Rosenstock drückt jedoch tiefe Besorgnis aus.
Es ist heutzutage ein großes Problem, dass das Wort „Jude“ so locker, so cool, so selbstverständlich über die Lippen der Schüler rutscht, um andere Mitschüler zu beleidigen. Es wird nicht nur explizit gegen Kinder und Jugendliche jüdischer Herkunft verwendet, sondern dient mittlerweile auch als Fluchwort unter Nichtjuden. Aus dem Schulalltag meiner eigenen Kinder kann ich diese antijüdischen Ressentiments leider bestätigen. Auch sie wurden in Konfliktsituationen schon als „Jude“ beschimpft, obwohl sie keine Juden sind. Dieser Trend ist mittlerweile im letzten deutschen Kaff angekommen. (Kaff ist übrigens ein jiddisches Wort und kommt von dem hebräischen Wort kfar (קףר), was „Dorf“ bedeutet.) Vielleicht kommen wir der Lösung des Problems etwas näher, wenn wir das Wort „Jude“ genauer unter die Lupe nehmen.
Auf Hebräisch heißt Jude = jehudi (יהודי), im Plural Juden = jehudim(יהודים) . Abgeleitet wird jehudi von dem biblischen Namen Juda bzw. Jehuda, was Lob, Lobpreis bedeutet. Die entsprechende Bibelstelle ist 1. Mose 29,35: „Dann wurde Lea noch einmal schwanger und sie gebar einen Sohn; sie sagte: ‚Diesmal will ich den Herrn preisen (= jadah)!‘ Darum gab sie ihm den Namen Juda (Jehuda).“
Juda, Jehudi, Jehuda, Jehudit, Judith... und viele ähnliche Wörter entspringen dem Verb jadah (ידה). Jadah bedeutet loben, preisen und bekennen. Weitere Beispiele finden wir in 2. Samuel 22,50: „Darum will ich dich preisen (jadah), Herr, unter den Nationen und will spielen deinen Namen.“ und in 1. Chronik 29,13: „Und nun, unser Gott, wir preisen (jadah) dich, und wir loben deinen herrlichen Namen.“ Aus diesen Bibelstellen geht eindeutig hervor, wen wir preisen sollen! Nicht irgendwelche Schauspieler, Stars und Superhelden, sondern unseren großen, mächtigen Gott! So heißt es in dem bekannten Kirchenlied: Großer Gott wir loben (jadah) DICH!
Es gibt ein weiteres bekanntes hebräisches Wort, das sich von dem Verb jadah ableitet und somit auch verwandt ist mit dem Wort „Jude“: todah (תודה). Todah hört man überall unter Juden und im Alltag in Israel, denn es heißt Danke! Dankeschön! Todah raba = vielen Dank! Die Grundbedeutung von todah ist Dank, Lob, Preis, Dankopfer, Lobopfer.
In der Bibel finden wir das Wort todah u.a. in Psalm 50,23: „Wer mir Dank (todah) opfert, ehrt mich!“, Psalm 147,7: „Stimmt dem Herrn ein Danklied (todah) an, spielt unserem Gott auf der Zither!“ und Psalm 50,14: „Opfere Gott Dank (todah) und erfülle dem Höchsten deine Gelübde.“ Ein Jude ist demnach jemand, dessen Identität im Lobpreis Gottes, der Danksagung und der Anbetung des Allmächtigen gründet. Das Dasein eines Juden ist ein Lob und Zeugnis der Existenz Gottes.
Der Inbegriff des Wortes „Jude“ ist Jesus. Er war Jude und lebte als Jude. Er verherrlichte Gott, seinen Vater. Er war der wandelnde Lobpreis. Alles, was er tat, seine Begegnungen mit den Menschen, mit seinen Jüngern (= talmidim), seine Lehren, seine vielen Wunder – all dies diente dem Lobpreis und der Verherrlichung Gottes. Selbst sein Tod am Kreuz setzte dem kein Ende. Seine Auferstehung und der Triumph über die Mächte der Finsternis waren der gewaltigste Lobpreis!
Für ein negatives Beispiel in der Wortgruppe „Jude“ steht einer von Jesus Jüngern – der mit dem bekannten Namen Judas Iskariot (Ischkariot). Judas ist die griechische Variante des hebräischen Namens Jehuda. Sein Name deutete auf Judas (Jehudas) besondere Berufung hin: Er war zum Lobpreis Gottes bestimmt! Doch das vermasselte er vollkommen. Wenn wir die Bibelstelle aus Lukas 22,3 anschauen, könnte man fast traurig werden. Dort steht: „Aber Satan fuhr in Judas (=Jehuda), der Ischkariot (= Mann aus Kerijot) genannt wurde und aus der Zahl der Zwölf war.“
Ist es nicht interessant, dass sich Satan zur Ausführung seiner vernichtenden Pläne ausgerechnet einen Jünger mit dem Namen Jehuda = Lobpreis aussuchte? Dies spiegelt deutlich Satans Hass wider. Wir lesen in der Bibel, dass Satan, oder Luzifer, an Gottes Stelle angebetet werden wollte. Er wollte zum Himmel hinaufsteigen und hoch über den Sternen Gottes seinen Thron aufrichten (Jesaja 14,13). Deshalb sind ihm die Juden, die Jehudim, ein Dorn im Auge, denn sie stehen für den Lobpreis und die Anbetung Gottes, der als Einziger würdig ist, angebetet zu werden.
Wenn wir die Zusammenhänge rund um das Wort „Jude“ erfassen, müssen wir uns fragen: Wie kann solch ein bedeutungsvolles, kraftvolles Wort so verdreht und missbraucht werden? Das Wort „Jude“ ist denkbar ungeeignet als Schimpfwort! Im Gegenteil, es ist ein Ausdruck des Lobpreises und Dankes gegenüber Gott!
Ich bin zutiefst überzeugt: würden die Schüler und letztendlich wir alle als Christen die volle Bedeutung des Wortes „Jude“ erfassen, würde es nicht mehr als schikanierendes Schimpfwort auf unseren Schulhöfen zu hören sein. Neutralität bzw. Gleichgültigkeit gegenüber Israel und dem Volk der Juden, muss der Vergangenheit angehören. Antisemitismus, egal wo, ist ein NO GO! Deshalb wollen wir aufstehen, uns entschieden an die Seite der Juden stellen und dafür sorgen, dass Frau Michel-Rosenstocks Wunsch ein Stück weit in Erfüllung geht.
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