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Eifer gilt als lobenswert in unserer modernen Gesellschaft, Eifersucht hingegen als Charakterschwäche. Die Bibel offenbart dazu im hebräischen Denken eine überraschend andere Sicht.
Der eifersüchtige Gott Was bedeutet es, eifrig zu sein? Die meisten verstehen unter Eifer das glühende oder extreme Engagement für eine Idee, einen Glauben oder eine Aktivität. Ein Eiferer zu sein, ist nicht immer gut, aber Eifer an sich gilt zumeist als lobenswerte Eigenschaft.
Was ist mit Eifersucht? Die meisten Menschen würden sagen, dass Eifersucht kein gutes Gefühl ist. Tatsächlich hat dieses Wort in der Regel einen negativen Beigeschmack. Als eifersüchtige Person bezeichnet zu werden, gilt nicht als Kompliment. Doch genau so beschreibt sich Gott selbst, zum Beispiel im zweiten Buch Mose 20,4-5:
„Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen.
Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, (…)“
כִּי אָנֹכִי יהוה אֱלֹהֶיךָ אֵל קַנָּא
(ki anochi Adonai Elocheycha El qana)
Intensive Gefühle Das hebräische Verb קָנָא (qana) bedeutet „eifersüchtig sein“, „neidisch sein“, „vor Eifer brennen“ und „zum eifersüchtigen Zorn reizen“. In manchen Zusammenhängen kann es sogar mit „neidisch sein“ übersetzt werden, wie im Fall von Rahel im ersten Buch Mose 30,1: „Als Rahel sah, dass sie Jakob kein Kind gebar, beneidete sie ihre Schwester und sprach zu Jakob: Schaffe mir Kinder, wenn nicht, so sterbe ich.“
Das Verb qana beschreibt dabei aus hebräischer Sicht keineswegs eine negative Empfindung, sondern einfach ein besonders intensives Gefühl. Rahel wusste (als prophetische Zusage), dass sie Jakob eine Partnerin wie Lea sein würde, um die zwölf Stämme Israels aufzubauen. Sie wusste: Diese heilige Aufgabe wartet auf sie! Sie konnte das Warten nicht länger ertragen. Gana ist eine Ableitung des Substantivs קִנְאָה (qinah), das mit „Eifersucht“ oder „Eifer“ übersetzt wird. Tatsächlich sind im Hebräischen Eifersucht und Eifer das Gleiche. Allein der Kontext bestimmt den Unterschied und zeigt die Richtung dieses starken Gefühls.
Heilige Liebesbeziehung Rabbiner Samson Hirsch definiert qana als das Verlangen nach exklusiven Rechten. Es wird oft verwendet, um Gottes leidenschaftliches Engagement für seinen Bund mit seinem Volk zu beschreiben. Diese göttliche Eifersucht ist nicht kleinlich oder neidisch, sondern sie ist ein schützender und gerechter Eifer für die Heiligkeit und Exklusivität dieser Beziehung zwischen Gott und seinem Volk.
Eifer oder Eifersucht kann sich auf Liebende und auf die Beziehung zwischen Ehemann und -frau beziehen. So heißt es in Sprüche 6,34: „Denn Eifersucht erweckt den Grimm des Mannes, und er schont nicht am Tage der Rache“. Oder in 4. Mose 5,14: „Im Mann aber wird Eifersucht wach und er wird eifersüchtig auf seine Frau, die wirklich unrein geworden ist; angenommen aber auch, er wird auf seine Frau eifersüchtig, obwohl sie in Wirklichkeit nicht unrein geworden ist.“ Es kann aber auch in anderen familiären Beziehungen gesehen werden, beispielsweise bei Josef und seinen Brüdern im ersten Buch Mose 37,11: „Und seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn (Josef); aber sein Vater bewahrte das Wort.“
Göttlicher Eifer Zurück zur Beschreibung, die Gott von sich selbst gibt: Gott nennt sich אֵל קַנָּא (El qana) „ein eifersüchtiger/eifriger Gott“. Es scheint, als ob ein solcher Eifer, der dieses leidenschaftliche Engagement, extreme Liebe, Loyalität und Eifersucht beinhaltet, tatsächlich eine gute Sache ist, wenn er den richtigen Grund hat.
Schauen wir uns nun die Buchstaben des Wortes qana קַנָּא an. Jeder Buchstabe im Alefbet, dem hebräischen Alphabet, ist wichtig, und jedes Wort beschreibt das Objekt oder die Funktion des Objekts, über das es spricht. Zum Beispiel das Wort kalev – Hund: Lev bedeutet Herz. Hund ist k-lev, „wie ein Herz“, da Hunde in der Regel überglücklich sind, ihr Herrchen/Frauchen zu sehen und als „beste Freunde“ des Menschen gelten.
Jeder Buchstabe zählt Im Hebräischen ist jeder Buchstabe wichtig, weil die hebräische Sprache die Bausteine der Schöpfung enthält: Gott sprach und es war. Jeder Buchstabe trägt deshalb eine Bedeutung und hat einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Ist das nicht erstaunlich?
Qana, קַנָּא endet mit einem Alef א, das ist der erste Buchstabe des Alefbets. Jeder Buchstabe hat eine numerische Ordnung, also einen Zahlenwert. Alef steht für Eins und damit für den Herrn des Universums, Gott. Denn Gott ist Einer, Adonai Echad. Das Alef beendet das Wort Qana, um zu zeigen, dass am Ende alles zu Gott zurückkehrt. Er hat starke Gefühle für uns und wir entscheiden uns dafür, seine Liebe ebenfalls mit starken Gefühlen/starkem Eifer zu erwidern. So heißt es im Hohelied 6,3: „Ich bin für meinen Geliebten und mein Geliebter ist für mich“ – „ani ledodi vedodi li“.
Lohn für Eifersucht Gott belohnte Aarons Enkel Pinehas dafür, dass er eifersüchtig war „mit der Eifersucht Gottes“ (4. Mose 25,10-13):
„…indem er in meinem Eifer mitten unter ihnen geeifert hat…“
בְּקַנְאוֹ אֶת-קִנְאָתִי
(bekano et kinati)
Das Priestertum wurde Pinehas von Gott selbst verliehen. Das ist eine großartige Geschichte, die es zu ergründen gilt. Könnte es sein, dass der Allmächtige von seinem Volk erwartet, dass es leidenschaftlich und eifersüchtig ist, wenn es um Dinge geht, die für ihn äußerst wichtig sind? Es scheint klar, dass er das tut!
Selbstloser Eifer Der wahre Eiferer ist ein völlig selbstloser Mensch, dem es nur um die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk geht, ohne Rücksicht auf seine eigenen Gefühle in dieser Angelegenheit. In dem Moment, in dem seine persönlichen Vorurteile und Neigungen ins Spiel kommen, hört er auf, ein Eiferer zu sein.
König David sagte sogar, sein Eifer (qana) habe ihn verzehrt. Dieser Eifer für Gott ist alles verzehrend, wie in Psalm 119,139 beschrieben: „Der Eifer für dich verzehrt mich, denn meine Bedränger haben deine Worte vergessen.“
Zwei Seiten Als Elia in 1. Könige 19,10 sagte, er sei sehr eifersüchtig oder eifrig für Gott gewesen, hatte er gerade seine Auseinandersetzung mit den Baalspriestern hinter sich: Gott hatte Feuer vom Himmel geschickt und Elia konnte Isebels Propheten töten. Isebel kündigte Rache an. Deshalb war Elia geflohen. Er fand Zuflucht in einer Höhle am Berg Horeb. Hier beklagte sich Elia nun, dass er qana für Gott gewesen sei, aber alles, was er dafür bekam, war Herzschmerz und Verfolgung. Dennoch zögert Elia nicht, dem Ruf Gottes zu folgen.
In der Tat sind Eifersucht und Eifer die beiden Seiten desselben leidenschaftlichen Gefühls – das Erste nach innen und das Zweite nach außen gerichtet. Wenn sich jemand an etwas heranmacht, das Ihnen sehr kostbar ist, und Ihnen droht, es zu zerstören oder es Ihnen wegzunehmen, werden Sie wahrscheinlich sehr energisch und verteidigend reagieren. Ob man dieses intensive Gefühl innerlich empfindet oder ob es sich umstandsbedingt nach außen sichtbar zeigt, bestimmt, ob man eifernd oder eifersüchtig ist.
Gott eifert für uns Lesen Sie diese schönen Verse in Sacharja 1:14: „Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Rufe aus: So spricht der HERR der Heerscharen: Ich eifere mit großem Eifer für Jerusalem und für Zion.“ Und Sacharja 8:2 „So spricht der HERR Zebaoth: Ich eiferte um Zion mit großem Eifer, und mit großem Zorn eiferte ich um seinetwillen.“
Lasst uns deshalb über Seinen Eifer für uns nachdenken, wie in 2. Korinther 11,2 beschrieben: „Denn ich werbe eifrig um euch mit dem Eifer Gottes; ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen.“
Zur Autorin
Nathalie Blackham wurde in Frankreich geboren und ließ sich in England nieder, wo sie ihren Ehemann Martin kennenlernte. Sie erzogen und unterrichteten ihre vier Kinder zu Hause auf drei Kontinenten, in Europa, Afrika und im Nahen Osten. Seit 2004 produziert und moderiert die Journalistin das Fernsehprogramm „In The Last Days“ zusammen mit ihrem Mann. 2009 erfolgte ein Umzug der Familie nach Israel und das Ehepaar gründete das ITLD TV Studio in Jerusalem.
Nathalies Interesse an Israel begann 1997, als sie anfing, intensiv die hebräischen Wurzeln ihres christlichen Glaubens zu studieren und zu untersuchen. Dadurch lernte sie die verborgenen Geheimnisse und Wunder der hebräischen Buchstaben kennen und begann, diese im Fernsehen und auf Konferenzen zu erklären.
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