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Der Begriff Zionismus taucht erstmals 1893 durch den Wiener Schriftsteller Nathan Birnbaum (1864-1937) auf, der damit die Wiederherstellung eines autonomen jüdischen Volkslebens auf dem Boden von Eretz Israel bezeichnete. Seinen organisatorischen Rahmen und die tiefere Bedeutung erlangte der Zionismus durch den Wiener Journalisten Theodor Herzl (1860- 1904), der in Basel den ersten Zionistenkongress einberief. Er überwand viel Widerstand aus den eigenen Reihen und so wurde der zuerst in München geplante Kongress nach dem Vorschlag des Zürcher Rechtsanwaltes David Zvi Farbstein nach Basel verlegt.
Der Journalist Pierre Heumann schrieb am 21. August 2017 in der Basler Zeitung einen Artikel zum Thema „Israel entstand in Basel“ und erwähnte Folgendes: Als sich Herzl für Basel entschied, wusste er wohl noch nicht, wie glücklich seine Wahl war. Denn in Basel gab es eine aktive christliche Gemeinschaft. Ein großer Teil der Elite war tief protestantisch und bibelgläubig. Der damalige Regierungsrat Paul Speiser ließ es sich nicht nehmen, am ersten Kongress anwesend zu sein, und Herzl wurde zudem im Rathaus empfangen. Das Motiv: Viele Christen hofften aus endzeitlichen Gründen auf eine Rückkehr der Juden ins gelobte Land. Führende Exponenten der christlichen Gemeinschaft halfen Herzl deshalb dabei, den Vertrag mit dem Stadtcasino auszuhandeln. Sie hatten auch für Kontakte zur Basler Regierung gesorgt. Herzl bedankte sich am Ende des ersten Kongresses denn auch „bei allen christlichen Zionisten, die wir als unsere Freunde ansehen“.
1882 Herzl kam erst am 25. August in Basel an und er überwachte die letzten Vorbereitungen. Vor Herzls Ankunft war vorgesehen gewesen, dass der Kongress in der Burgvogtei stattfinden würde. Dies war Herzl zu wenig vornehm, er bezeichnete sie als „Tingeltangelbühne“, sie sei unwürdig, um den Zionismus als politische Kraft zu begründen. In letzter Minute kam stattdessen der Vertrag mit dem Stadtcasino zustande, wo der Erste Zionistenkongress in aller Würde durchgeführt werden konnte.
Herzl begann seine Rede mit dem Satz: „Wir wollen den Grundstein legen zu dem Haus, das dereinst die jüdische Nation beherbergen wird.“ Er skizzierte seine Vorstellungen, sprach von der Lage der Juden und appellierte an das Zusammengehörigkeitsgefühl. Den 196 Delegierten aus 16 Nationen rief er zu: „Der Zionismus ist die Heimkehr zum Judentum noch vor der Rückkehr ins Judenland.“ Herzls Freund, Rev. William Hechler, der Pastor an der Britischen Botschaft in Wien war, nahm auch am Kongress teil und sah darin den Beginn der in unserer Zeit in Erfüllung gehenden Prophetenworte. Er vermittelte für Herzl wichtige politische Kontakte bis zu den Königshäusern und er war bis an sein Sterbebett für ihn eine geistliche Stütze.
Das am Kongress erarbeitete Basler Programm enthielt den Satz: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina.“ Um keine völkerrechtlichen Verwicklungen zu riskieren, war man nicht so weit gegangen, einen souveränen jüdischen Staat zu fordern. Aber allen Delegierten war klar, was gemeint war.
„Fasse ich“, so notierte Herzl nach seiner Rückkehr von Basel nach Wien in sein Tagebuch, „den Baseler Kongress in ein Wort zusammen – das ich mich hüten werde öffentlich auszusprechen – so ist es dieses: ‚In Basel habe ich den Judenstaat gegründet’. Wenn ich das heute sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig, wird es jeder einsehen.“
Und so geschah es, als 50 Jahre später, 1947, die Vereinten Nationen die Errichtung eines Judenstaates in Palästina, in Eretz Israel, beschlossen. Im nächsten Jahr, am 14. Mai 1948, wurde durch David Ben Gurion der Staat Israel proklamiert – und so erfüllten sich gleichzeitig biblische Prophetien.
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