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Integrationsweltmeister

Gelungene Integrationspolitik – Einwanderung als Wirtschaftsmotor
Karin Lorenz
Integrationszentrum begrüßt Juden

Offene Türen für alle Kulturen

Israel hat offene Türen für Juden aus allen Ländern und gesellschaftlichen Schichten. Viele Einwanderer kommen mittellos und ohne Sprachkenntnisse ins Gelobte Land, manche verfügen über keine oder nur sehr geringe Schulbildung. Trotzdem folgt jeder neuen Einwanderungswelle ein wirtschaftlicher Aufschwung. Während die Wirtschafts- und Sozialsysteme anderer Länder durch massenhafte Zuwanderung von Flüchtlingen zunehmend an ihre Grenzen geraten, nutzt Israel die Potenziale der Einwanderer. Es gibt viel, was man von Israel über Integration lernen kann.

Integrationszentren

Wer ohne Wohnung und Arbeitsplatz ins Land kommt, erhält Unterkunft und Verpflegung in einem Integrationszentrum. Vom ersten Tag an beginnt hier ein strukturiertes Eingliederungsprogramm mit dem Ziel, die Menschen binnen eines Jahres fit zu machen für die Arbeitswelt. Jeder Tag ist ausgefüllt mit individuellen Lernprogrammen und Weiterbildungsmaßnahmen. Es gibt angepasste Sprachkurse, fünf Stunden täglich, die speziell auf die spätere berufliche Tätigkeit vorbereiten und praxisbezogene Fortbildungen. Neuankömmlinge, die über keine Berufsausbildung verfügen oder für deren bisherige Tätigkeit es keinen Bedarf gibt, erhalten eine qualifizierte Ausbildung in einem Beruf, der am Arbeitsmarkt gefragt ist – im medizinischen Bereich, in der Pflege, im Hightech-Sektor. So löst Israel zugleich den Fachkräftemangel. Für Kinder gibt es eigene Integrationsprogramme.

Einwanderer aus 22 Ländern

Das Integrationszentrum in Be‘er-Sheva gilt als Flaggschiff unter den Einrichtungen. In dem langen, mehrstöckigen Gebäudekomplex stehen Wohnungen, Lern- und Gemeinschaftsräume zur Verfügung. Mehr als 180.000 Menschen aus 22 Ländern wurden hier schon für ein Leben in der israelischen Gesellschaft fit gemacht. Viele kamen mit nur einem Koffer in der Hand ins Gelobte Land. Aktuell leben vor allem russische und ukrainische Einwanderer in der Einrichtung. Es herrscht eine friedliche Stimmung. Die angebotenen Kurse werden genutzt, die Motivation ist extrem hoch. Die ICEJ ist Partner des Zentrums und stellt den Neuankömmlingen Mentoren zur Seite, die bei der Eingliederung in den Alltag unterstützen – ob es darum geht, das Bussystem zu verstehen oder Bankformulare korrekt auszufüllen. Außerdem hilft die ICEJ bei der Erstausstattung und finanziert längerdauernde Weiterbildungen.

Konkreter Zeitplan

Der kostenlose Aufenthalt in jedem Integrationszentrum ist auf ein Jahr beschränkt, die Motivation der Einwanderer auch deshalb hoch. Und tatsächlich sind die Neuankömmlinge nach dieser Zeit bereit für die ersten Schritte in die Arbeitswelt – und ein selbstfinanziertes Leben. Eine Ausnahme gibt es für Juden aus Äthiopien. Weil sie oft über keine oder nur wenig Schulbildung verfügen und ihnen die Eingliederung in die moderne Gesellschaft deshalb schwerer fällt als anderen, dürfen sie zwei Jahre lang kostenlos im Integrationszentrum leben. Jede Alijah-Gruppe hat andere Bedürfnisse, auf die eingegangen wird. Aus den Verbindungen, die Einwanderer während der Integrationsphase untereinander knüpfen, entstehen nebenbei oft hilfreiche private und berufliche Netzwerke.

Einwanderung in Wellen

Zur Staatsgründung 1948 lebten rund 600.000 Juden in Israel. Bis 1952 strömten über eine Million jüdische Flüchtlinge ins Land – neben Holocaustüberlebenden rund 850.000 vertriebene Juden aus arabischen Ländern (siehe Seite 32). Ende der 80er Jahre bewältigte Israel erneut eine große Einwanderungswelle: Knapp eine Million Juden setzten sich aus der zusammenbrechenden Sowjetunion nach Israel ab. In den letzten Jahrzehnten evakuierte Israel außerdem rund 100.000 äthiopische Juden aus dem bürgerkriegsbedrohten Land. Und seit Beginn des Kriegs in der Ukraine strömen ukrainische und russische Juden nach Israel.

Gottes Verheißungen

Der Erfolg der Integration beruht auch auf der großen Offenheit, die in der israelischen Bevölkerung gegenüber Einwanderern herrscht, gleichgültig aus welchem Kulturkreis sie stammen. In Israel ist man sich sehr bewusst, dass die Rückkehr der Juden aus allen Ländern nach „Erez Israel“ die Erfüllung uralter biblischer Verheißungen bedeutet und Gottes Segen darauf ruht. Die Stadt Be`er-Sheva wirbt sogar mit der hohen Neueinwanderer-Quote – sie liegt aktuell bei 4,3 Prozent.

Die ICEJ hilft bedürftigen und in Not befindlichen Juden bei der Einwanderung und während des Integrationsprozesses. Sie können uns gerne mit Ihrer Spende unterstützen. Bitte geben Sie als Verwendungszweck ALIJAH & INTEGRATION an. Herzlichen Dank!

Auszug aus der Sonderausgabe Wort aus Jerusalem: "Israel - 75 Jahre Start-up Nation"

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