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Israels Bodenschatz-Wunder

Ob Kosmetik oder Erdgas: Schätze in der Erde und im Wasser schenken Unabhängigkeit
Von Brigitte Jähnigen
Erdgas-Lagerstätte im Meer, 75 Jahre Startup Nation

Blühende Wirtschaft

Auch das moderne Israel erlebt ein wahres Wirtschaftswunder. Es erinnert in gewisser Weise an Joseph in Ägypten, von dem es heißt: „Und der Herr war mit Joseph, und er war ein Mann, dem alles gelang“ (1. Mose, 39,2). Doch anders als Joseph arbeiten die Juden nicht mehr für fremde Herren, sondern für sich. Der Stolz über das Geschaffene ist überall im Land zu spüren. Zum Beispiel bei einem Besuch am Totes Meer.

Heilender Schlamm

Das „Tote Meer“, im Hebräischen Salzsee genannt, assoziiert man sicher nicht zuerst mit einer blühenden Wirtschaft. In biblischen Zeiten war diese Wüstenregion zwischen Israel und Jordanien weitgehend isoliert. In jüngster Zeit hat sich das Tote Meer, der tiefste Punkt der Erde, jedoch in eine Goldgrube verwandelt. Am südlichen Ende des Salzsees werden Chemikalien abgebaut – von Dead Sea Works, einem Unternehmen mit 35.000 Beschäftigten.

Kostbare Chemikalien

Das Tote Meer hat einen Salzgehalt von 30 Prozent (zum Vergleich: Mittelmeer 3,8, Atlantik 3,5, westliche Ostsee 1,8 Prozent). Aus dem extrem salzhaltigen Wasser werden Kalium, Natrium, Magnesium und Brom gewonnen. 3,5 Millionen Tonnen Kalisalz produziert „Dead Sea Works“ pro Jahr – als Bestandteil für Dünger ein wichtiger Exportartikel. Und wer kennt nicht die Vielfalt an Kosmetikartikeln, Schlammmasken, Cremes und Badezusätzen mit Herkunft Totes Meer? Der Verkauf der Marke „Ahava – Liebe“ bringt Ahava Dead Sea Laboratories jährlich Millionen ein.

Natürliche Heilstoffe

Außerdem kommen hunderttausende Touristen pro Jahr an den Salzsee, um die gesundheitsfördernde Wirkung an diesem besonderen Ort zu spüren. Einmal auf dem Wasser schweben und sich anschließend mit dem dunklen Schlamm einreiben, der die Haut schon nach der ersten Anwendung erkennbar beruhigt, ist für die meisten Gäste ein faszinierendes Erlebnis. Doch auch ernstzunehmende Krankheiten wie Schuppenflechte und Rheuma können – wenn schon nicht geheilt – doch in ihren Beschwerden gelindert werden. Trinken allerdings sollte man das Wasser aus dem Toten Meer nicht. Die hochkonzentrierten Mineralien wirken wie Gift auf den menschlichen Organismus.

Trinkwasser in Fülle

Doch Israel ist auch Anrainerstaat des Mittelmeeres. Und so konnte auch hier ein typisch israelisches Wunder geschehen: Durch die Entwicklung moderner, hochleistungsfähiger Entsalzungsanlagen hat das Land die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser in den Griff bekommen. Außerdem liefert Israel Trinkwasser nach Jordanien und Gaza.

Weltrekord: Wasser-Recycling

15 Kilometer von Tel Aviv entfernt befindet sich die Sorek-Entsalzungsanlage. Die Anlage funktioniert nach dem Prinzip der Umkehrosmose. 624.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag können hier gewonnen werden. Das aus dem Mittelmeer angesaugte und vorgefilterte Salzwasser wird mit hohem Druck durch die Filter in Hunderte von Metallröhren gepresst. Jede Röhre ist mit gewickelten Membranen ausgestopft – Salze und Mineralien bleiben darin stecken. Noch in diesem Jahr geht Sorek 2 in Betrieb, die sechste Wasserentsalzungsanlage. Damit wird das gesamte Objekt zur größten Meerwasserentsalzungsanlage weltweit. Bis 2025 sollen etwa 85 Prozent des Trinkwassers durch das Filtern von Meerwasser gewonnen werden. Und nebenbei zeichnet Israel noch für einen Weltrekord verantwortlich: 90 Prozent des Abwassers wird wiederverwertet.

Erdgas aus dem Meer

Doch 75 Jahre nach der Staatsgründung ist Israel nicht nur ein profitables Weltwunder aus Salz, Schlamm und Entsalzungsanlagen. Fünf Kraftwerke in Dalia, Dorad, Eschkol und Reading nordwestlich von Tel Aviv wandeln Erdgas in Strom um – denn bis 2009 wurden in israelischen Gewässern des Mittelmeeres vier Lagerstätten von Erdgas entdeckt. Offshore-Förderung im Mittelmeer liefert etwa die Hälfte der benötigten Mengen. Vom Gasfeld „Tamar“ fördert Israel seit dem 30. März 2013 Erdgas, das zur Weiterverarbeitung in die südisraelische Stadt Aschdod geleitet wird. Mit dieser Förderung konnte Israel damals gerade rechtzeitig Importausfälle aus Ägypten ausgleichen und ist seither unabhängig von Erdgasimporten. Noch 2012 wurde 40 Prozent des israelischen Erdgasbedarfs durch Lieferungen aus Ägypten abgedeckt – bis der muslimische Nachbarstaat die Abhängigkeit Israels als Druckmittel nutzte.

Israel beliefert Europa

2022 suchte die Bundesrepublik Deutschland nach Ersatz für russische Gasimporte. Dabei wurde man auch in Israel vorstellig: Am 14. Juni 2022 erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass die EU eine Energiewirtschaft mit Israel und Ägypten anstrebt. Ziel war ein Liefervertrag über Erdgas aus Israel über eine Pipeline nach Ägypten – die Verflüssigung wird in Ägypten vorgenommen, das Endprodukt nach Europa verschifft.

Auszug aus der Sonderausgabe Wort aus Jerusalem: "Israel - 75 Jahre Start-up Nation"

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