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Jerusalem, die Stadt des großen Königs
Groß ist der HERR und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes. Sein heiliger Berg ragt schön empor, eine Freude der ganzen Erde; der Berg Zion, im äußersten Norden, die Stadt des großen Königs. – Psalm 48,1–2 (ELB)
Johannes sieht in einer Vision das neue Jerusalem
Ich [Johannes] sah, wie die Heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkam: festlich geschmückt wie eine Braut für ihren Bräutigam … Er wird bei ihnen wohnen … Er wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben. – Offenbarung 21,1–4 (Hfa)
Jerusalem ist eine einzigartige und heilige Stadt, die nach jüdischer Überlieferung siebzig Namen hat, z.B. Zion, Stadt Davids, Heilige Stadt, Moria, Ariel, Stadt des Friedens, Stadt der Gerechtigkeit usw. Jerusalem, das auf dem heiligen Berg liegt (Ps. 48,1), ist die Stadt des großen Königs! (Ps. 48,2).
Obwohl sie viele Male zerstört und wiederaufgebaut wurde, bleibt sie der Knotenpunkt von drei Kontinenten und drei Weltreligionen: Judentum, Christentum und Islam. Daher überrascht es nicht, dass es schon von vielen Konflikte um sie gegeben hat. Jerusalem besitzt eine einzigartige Schönheit. Man nimmt sie am besten mit geistlichen Augen wahr, da die Stadt eine prophetische und letztendlich erlösende Bestimmung hat. Es ist die einzige Stadt in der Bibel, für die Gott uns zum Gebet aufruft: „Betet für den Frieden Jerusalems“ (Ps. 122,6).
Die Bibel erwähnt die Stadt zum ersten Mal bei der Begegnung von Melchisedek mit Abraham. Melchisedek („König der Gerechtigkeit“), der König von Salem (das mit Jerusalem assoziiert wird), brachte Abraham Brot und Wein und segnete ihn dort, wo heute das moderne Jerusalem steht. (1. Mose 14) Dies ist der Ursprung des Namens „Jerusalem“. Später führte Vater Abraham seinen Sohn Isaak an denselben Ort (auf den Berg Moria), um ihn dort zu opfern. Glücklicherweise stellte Gott an jener Stelle ein Opferlamm bereit. Dieses Ereignis war ein Vorzeichen dafür, dass Gott zweitausend Jahre später an genau diesem Ort seinen eigenen Sohn Jesus als Opfer für die Welt hingeben würde. Jesus wurde als Lamm für unsere Sünden genau dort geopfert, wo der Tempel stand – der Ort, von dem Gott sagt, dass er eines Tages bei den Menschen wohnen wird.
Nachdem König David die Stadt vor 3.000 Jahren erobert hatte, ließ er sich als König in Jerusalem nieder und machte es zur neuen Hauptstadt. Daher wird Jerusalem auch die Stadt Davids genannt. Dort wollte David ein Haus für Gott bauen, doch er hatte zu viel Blut an den Händen. Deshalb errichtete Davids Sohn Salomo den Tempel in Jerusalem. König David ist ein Bild für den großen König Jesus, der das neue Jerusalem vom Himmel herabbringen wird. Es wird die Stadt sein, in der Gott bei den Menschen wohnen wird, „und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein.“ (Offenbarung 21,4 (LUT 2017)) Am Ende wird es die Stadt des Friedens sein! Hierher wird Jesus als Messias auf den Ölberg, der dem Berg Moria gegenüberliegt, wiederkommen, wie der Prophet Sacharja schreibt: „Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem im Osten (liegt); und der Ölberg wird sich von seiner Mitte aus nach Osten und nach Westen spalten … an jenem Tag, da wird lebendiges Wasser aus Jerusalem fließen.“ (Sacharja 14,4&8 (ELB)) So sieht die Zukunft aus. Mögen wir uns voller Sehnsucht darauf freuen.
Jerusalem, JeRUSchaLaJiM, יְרוּשָׁלַיִם, leitet sich von JiREH (יִרְאֶה) ab, was „wird sehen“ oder „wird ersehen“ (i.S.v versorgen) (1. Mose 22,14) bedeutet, und SchaLeM (שָׁלֵם), das für „Frieden“, „Ganzheit“ oder „Vollkommenheit“ steht. Deshalb wird Jerusalem oft als „Stadt des Friedens“ bezeichnet. Gott wird für Frieden sorgen. Im Englischen steht dort: God will foresee in peace. Passt aber direkt übersetzt nicht wirklich zu der deutschen Übersetzung von JiREH (ersehen, versorgen...). Müsste man evtl. nochmal mit den Autoren klären. Aufgrund ihrer geistlichen Bedeutung und ihrer prophetischen Zukunft tobt um diese Stadt ein unsichtbarer geistlicher Kampf. Das Wort Jeruschalajim hat eine Pluralendung: -im. Daher betrachten manche jüdische und christliche Ausleger Jerusalem als „doppelte Stadt“ oder „Zwillingsstadt“. Es gibt zwei Teile: den oberen Teil, den Tempelberg, und die Unterstadt. Diese beiden Teile finden sich auch im irdischen und im himmlischen Jerusalem wieder. (Siehe Endnoten auf Seiten xy)
Jerusalem wird in der Bibel mehr als tausendmal direkt erwähnt, oft auch im Neuen Testament. Es hat einen besonderen Platz im Herzen Gottes und spielt eine zentrale Rolle in seinem Erlösungsplan – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Man bezeichnet es sogar als „goldene Stadt“, wie es in dem berühmten hebräischen Lied „Jeruschalajim Schel Sahav“ zum Ausdruck kommt.
Die Juden haben sich schon immer nach der Stadt Jerusalem gesehnt, daher heißt es am Ende der traditionellen Pessach-Seders: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“ Gott selbst sagt: „Ja, der HERR hat den Zionsberg ausgewählt, er hat ihn zu seiner Wohnstätte bestimmt: ,Hier soll für immer mein Ruheplatz sein, hier will ich wohnen, das ist mein Wille!‘“ (Psalm 132,13-14 (GNB)) Die Flagge Jerusalems zeigt den Löwen von Juda als Symbol der Hoffnung auf die Zukunft.
Warum weckt Jerusalem so starke Gefühle – in allen Glaubensrichtungen und Generationen? Glaubst du, dass Jerusalem eine prophetische Rolle in Gottes Plan spielen wird? Wie kannst du für den Frieden Jerusalems beten?
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