MENÜ

Juden, die an Jeschua (Jesus) glauben? In Israel existiert eine kleine, wachsende Gemeinde „messianischer Juden“, wie sich die Gläubigen selbst nennen. Sie bekennen sich zu Jeschua als ihren Maschiach, den verheißenen Messias, halten aber an ihren jüdischen Traditionen fest und konvertieren nicht zum Christentum. Zuverlässige Zahlen und Statistiken dazu gibt es nicht. Schätzungen gehen von 7.000 bis 20.000 Jeschua-gläubigen Juden im Heiligen Land aus.
Messianische Juden haben mitunter einen schweren Stand. Ihr Bekenntnis zu Jeschua stößt innerhalb der jüdischen Gemeinschaft oft auf Unverständnis, mitunter auch auf Ablehnung. Zu sehr haftet dem Christentum die unrühmliche 2000-jährige Vergangenheit an, die geprägt war von Überheblichkeit, Zwangsmissionierungen und Gräueltaten gegen Gottes Volk. Und es galt: Entweder Christ oder Jude. Die Kirche verbat ihren Mitgliedern, jüdische Feiertage zu ehren, den Schabbat zu feiern und Synagogen zu besuchen – es war ein Verrat an der jüdischen Identität Jesu.
Messianische Juden empfinden ihre jüdische Herkunft und Traditionen heute zurecht weder als Hindernis noch als Widerspruch. Schließlich war Jeschua selbst Jude. Er gründete keine neue Religion, sondern feierte die vorgeschriebenen jüdischen Feste, ehrte die Tora und wurde von seinen Anhängern „Rabbi“ genannt. Nie war die Rede davon, dass ein Jude seinen Glauben verleugnen sollte. Jeschua betonte vielmehr: „Nicht der kleinste Buchstabe im Gesetz Gottes – auch nicht ein Strichlein davon – wird je an Gültigkeit verlieren, solange Himmel und Erde bestehen“ (Mt 5,18).
Auch die neutestamentarische Urgemeinde befolgte anfangs weiterhin jüdische Vorschriften und Traditionen. Die ersten Gemeinden, allesamt Juden, diskutierten darüber, ob Nicht-Juden überhaupt aufgenommen werden könnten in die „christliche“ Gemeinschaft (vgl. Apostelgeschichte 10). Der Glaube an Jeschua galt ursprünglich als rein jüdische Angelegenheit – bis Nicht-Juden die Oberhand gewannen und der Antisemitismus in die Lehre der Kirche einzog.
Joseph Rabinowitz gilt als Begründer der modernen messianisch-jüdischen Gemeinschaft. Der Sohn einer jüdisch-orthodoxen Familie in Moldau kam im 19. Jahrhundert zum Glauben an Jeschua als seinen Messias. Er lehnte es ab, einer christlichen Kirche beizutreten, gründete eine eigene Synagoge, hielt an den jüdischen Traditionen fest und behielt auch den jüdischen Gebetsstil bei.
Auch wenn das Bekenntnis zu Jeschua nicht unbedingt auf Begeisterung in der jüdischen Umgebung stößt: Repressalien haben messianische Juden nicht zu befürchten. In Israel gilt Religionsfreiheit – anders als in anderen Ländern des Nahen Ostens. Auf Ablehnung und Unverständnis stoßen messianische Juden leider teilweise auch im kirchlichen Umfeld. Bei immer mehr Christen setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass die Kirche viel lernen kann von ihren jüdisch-messianischen Geschwistern und diese kleine, aber wachsende Gemeinde die ursprünglichste Form des Glaubens darstellt.
Auszug aus der Sonderausgabe Wort aus Jerusalem: "Israel - 75 Jahre Start-up Nation"
Teile diesen Beitrag:
Panim bedeutet Gesicht. In Zusammenhang
mit dem hebräischen Wort für Wasser, majim,
heißt es Wasseroberfläche. Interessant ist,
dass es diesen Ausdruck nur in der Pluralform
gibt – Gesichter. Und tatsächlich zeigen wir
Menschen nach außen viele „Gesichter“.
Eine Wasseroberfläche reflektiert das Gegenüberliegende,
die Umgebung. Genauso wir
Menschen: Wir spiegeln das wider, auf das
wir schauen. Wenn wir unseren Blick auf Gott
richten, strahlen wir seinen Charakter aus.
Moses Gesicht leuchtete, weil er Zeit
mit Gott verbracht hatte.
Panim bedeutet Gesicht. In Zusammenhang
mit dem hebräischen Wort für Wa...
„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind … Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch (basar) gekommen ist, der ist von Gott.“
„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind ... Daran s...
35 mutige Israelfreunde nahmen im Juni an der deutschsprachigen Gebets- und Solidaritätsreise teil. Ein Bericht von Reiseteilnehmerin Veronika Fast.
35 mutige Israelfreunde nahmen im Juni an der deutschsprachigen Gebets- und Solidaritätsreise teil. Ein ...
Israel und der Libanon haben ein Friedensabkommen unterzeichnet. Das Abkommen ist historisch, denn erstmals wird anerkannt, dass Israels Präsenz im Libanon auf Selbstverteidigung beruht.
Israel und der Libanon haben ...
Jerusalem ist eine einzigartige und heilige Stadt, die nach jüdischer Überlieferung siebzig Namen hat, z.B. Zion, Stadt Davids, Heilige Stadt, Moria
Jerusalem ist eine einzigartige und heilige Stadt, die nach jüdischer Überlieferung siebzig Namen hat, z...
Jesus zog aus Nazareth fort, um in seiner neuen Heimatstadt Kapernaum am nordwestlichen Ufer des Sees Genezareth im Gebiet von Sebulon und Naftali zu leben.
Jesus zog aus Nazareth fort, um in seiner neuen Heimatstadt Kapernaum am nordwestlichen Ufer des Sees Ge...