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Wir nähern uns dem Laubhüttenfest im Oktober – und erleben, wie unser diesjähriges Motto immer wichtiger und prophetischer wird: „Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist" (Sacharja 4,6). Als wir uns für dieses Motto entschieden, war das Laubhüttenfest 2023 noch nicht zu Ende. Keiner wusste, wie aktuell der gewählte Bibelvers bald sein würde.
wählten wir als Titel des diesjährigen Laubhüttenfests. Da ahnte noch niemand etwas vom bevorstehenden Massaker des 7. Oktobers, das unter anderem an einem Ort nahe der Grenze zum Gazastreifen stattfinden sollte, den wir während des laufenden Laubhüttenfests mit 700 Festpilgern besuchten. Bezeichnenderweise beendete bei diesem Besuch der letzte Sprecher unserer Solidaritätskundgebung seine Rede mit den Worten: „Israels Sieg geschieht nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist spricht der HERR“ – es war der israelische Brigadegeneral Amir Avivi.
Der Krieg verursacht in ganz Israel viel Schmerz, Trauer, Zerstörung und Unsicherheit. Schon in der Vergangenheit war es so: Immer, wenn das jüdische Volk „Eretz Israel“ wiedererlangte, musste es in der einen Hand eine Schaufel zum Bauen und in der anderen ein Schwert zum Verteidigen halten. So war es schon, als Josua die alten Israeliten anführte und sie zum ersten Mal das Gelobte Land in Besitz nahmen, und dann wieder, als Esra und Nehemia das Volk zurückführten, um Jerusalem nach der babylonischen Gefangenschaft wieder aufzubauen. Das scheint ein Muster zu sein, das vom jüdischen Volk akzeptiert und befolgt werden muss, wann immer es in die Heimat seiner Vorfahren zurückkehrt – und nun im modernen Israel.
über die Rückkehr Israels taucht noch ein weiteres Muster auf, das mit dem Thema unseres Festes zusammenhängt. Nach der Rückkehr gab es immer starke Führungspersönlichkeiten, die das Volk zur Buße und geistlichen Erneuerung in Bezug auf seine Bundesbeziehung zu Gott führten. Als die Israeliten aus dem ägyptischen Exil wieder in das Gelobte Land einzogen beispielsweise. Eines der ersten Dinge, die Josua tat: Er errichtete auf dem Berg Elbal einen Altar für Gott und leitete das Volk an, Buße zu tun und ihr Gelübde vom Sinai zu erneuern, um Gott allein anzubeten und Ihm zu dienen (Josua 8,30-35).
So war es auch, als Nehemia das Volk versammelte, um Buße zu tun für die Sünden und die Rebellion, die im Exil in Babylon stattgefunden hatten, und um den Bund des Volks mit Gott zu erneuern. Die Israeliten kamen zu einem Fasten zusammen, heißt es in Nehemia, Kapitel 9, „in Säcke gehüllt und mit Erde auf ihren Häuptern. Und es sonderten sich die Nachkommen Israels ab von allen Fremden und traten hin und bekannten ihre Sünden und die Missetaten ihrer Väter. (V. 2-3) […] unsere Väter wurden stolz und halsstarrig(V. 16) ... Und obwohl sie […] große Lästerungen taten, verließest du sie nicht in der Wüste (V. 18-19) […] all das Elend, das uns getroffen hat […] seit der Zeit der Könige von Assur bis auf diesen Tag. Du bist gerecht in allem, was du über uns gebracht hast; denn du hast recht getan, wir aber sind gottlos gewesen.“
Diese Zusammenkunft fand um den Altar des Herrn statt, den Esra gebaut hatte. In den ersten drei Kapiteln des Buches Esra wird berichtet, wie die Juden vom ersten persischen König namens Kyrus die Vollmacht erhielten, ihren Tempel wieder aufzubauen und die auen und die Anbetung wieder zu ermöglichen. Kyrus hatte die Juden die Juden nicht nur mit einem offiziellen Dekret zum Wiederaufbau ermächtigt, sondern ihnen auch die Tempelschätze zurückgegeben, um sie wieder im Haus des Herrn zu verwenden. So wurde der Altar aufgestellt, die Opfer wurden erneuert, die Feste gefeiert, und der Grundstein für den Tempel wurde gelegt.
und nun war das Projekt „Wiederaufbau“ nicht mehr durch seine Autorität geschützt. Die Mittel versiegten. Widerstand kam auch von den Samaritern und anderen lokalen Machthabern, die den nächsten persischen Herrscher mit einer List dazu brachten, den Bau des Tempels zu stoppen. In der Zwischenzeit beklagten sich einige Alteingesessene, die noch die Pracht des salomonischen Tempels gesehen hatten: Sie kritisieren, dass die Herrlichkeit des „Neubaus“ nicht mit der des ersten Tempels zu vergleichen sei. Frustration machte sich breit. Die Arbeit am Haus des Herrn wurde eingestellt.
In den nächsten sechzehn Jahren lag der Bau brach, bis der HERR die Propheten Haggai und Zacharias sandte, um das Volk zu ermutigen und zu inspirieren, das Haus des HERRN fertigzustellen. Dies wird im Buch Esra, Kapitel 5, berichtet, wo es weiter heißt: „und mit ihnen [Anm. den Bauarbeitern] waren die Propheten Gottes, die sie stärkten.“
Der Prophet Haggai kam und verkündete, das Volk solle das unvollendete Haus nicht mit dem früheren Tempel vergleichen. „Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht der HERR Zebaoth […] und mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht! […] und ich will dies Haus mit Herrlichkeit füllen, […] Es soll die Herrlichkeit dieses neuen Hauses größer werden, als die des ersten gewesen ist“ (Haggai 2,3-9).
Gleichzeitig verkündete der Prophet Sacharja, dass dieses Werk nicht durch Heer (also nicht durch das Schwert) und auch nicht durch Kraft (also nicht durch ein königliches Dekret oder menschliche Autorität) vollendet werden würde. Stattdessen werde das Werk „durch meinen Geist“, den Geist Gottes, vollendet werden. Der Trümmerberg, auf dem der Tempel einst stand, werde in eine ebene Fläche verwandelt und der „Grundstein“ (das vollendete Werk) unter dem Ruf „Glück zu! Glück zu!“ hervorgeholt werden (Sacharja 4,7). Sacharja versicherte auch, dass der israelitische Fürst Serubbabel den Grundstein des Tempels gelegt hatte und seine Hände ihn vollenden würden (Sacharja 4,9).
In Kapitel 4 sieht Sacharja außerdem eine Vision von zwei Ölbäumen, die einen goldenen Leuchter nähren. Die Ölbäume werden vom Engel später als „die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen“ bezeichnet (Sacharja 4,2-3, 11-14). Es gibt verschiedene Auslegungen und Spekulationen über die beiden Gestalten in diesem Bild, auf die auch Apostel Johannes in Offenbarung 11 als die „beiden Zeugen“ anspielt. Ich habe meine eigene Meinung zu diesen beiden prophetischen Gestalten, aber im Moment wollen wir uns auf die klare Botschaft dieser Abschnitte konzentrieren: Das Volk Israel wird seine Aufgabe erfüllen, seinen Weg der Umkehr finden und in die richtige Beziehung zu Gott zurückfinden. Aber zuerst müssen noch mächtige prophetische Ereignisse stattfinden.
Die Bibel spricht außerdem von Reue und Heilung. Denn das hebräische Wort für „Rückkehr“ kann nicht nur physische Rückkehr bedeuten, sondern auch Teshuva, das heißt Reue und Rückkehr zu Gott. Ich glaube, zur Wiederherstellung Israels gehört deshalb auch ein Zustand der nationalen Umkehr, um das Erlösungswerk Gottes in diesem Volk zu vollenden.
Heute müssen wir beten, dass sich die Menschen in Israel nicht von den Drohungen und unerbittlichen Angriffen radikaler islamistischer Regime und Terrormilizen einschüchtern lassen, sondern sich und ihr Land verteidigen. Wir müssen auch dafür beten, dass die Staatsoberhäupter der Welt so werden wie Kyrus oder Darius und Artaxerxes – die ja alle von Gottes Geist inspiriert wurden, um die Juden zu befähigen, Jerusalem und den Tempel wieder aufzubauen.
Letztendlich wird Israel seine erlösende Bestimmung aber nicht durch ein Heer, nicht durch die Macht weltlicher Autorität oder Dekrete erreichen, sondern durch den Geist des HERRN. Beten wir, dass Gott seinem Volk wieder eine prophetische Stimme schenkt und willige Herzen, um diese verheißene prophetische Stimme hören und ihr gehorchen zu können. Denn nur im Gehorsam gegenüber der Stimme des HERRN wird Gottes Volk seinen Weg durch die vor ihm liegenden Widerstände und Hindernisse finden – selbst wenn alle Nationen versuchen, sich in den Weg zu stellen.
(Foto: Der berühmte Kyros-Zylinder-Erlass in Keilschrift, der im Britischen Museum ausgestellt ist. Er bestätigt die biblischen Berichte, wonach der persische König Kyros den Juden den Wiederaufbau ihres Tempels in Jerusalem erlaubte. Wikimedia Commons/Mike Peel-www.mikepeel.net)
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