MENÜ

Das Thema des diesjährigen Laubhüttenfests stammt aus Sacharja 4,6 – hier findet sich eine der bedeutendsten Prophezeiungen des Alten Testaments über Gottes Pläne für die Endzeit. Der Vers ist reich an Symbolen und Parallelen zu Botschaften im Neuen Testament.
Im Kontext geht es um die Rückkehr des jüdischen Volkes aus dem babylonischen Exil. Zu den Rückkehrern gehörten Serubbabel, ein Nachkomme König Davids und Vorfahre Jesu, der als politischer Führer Israels diente, Josua, der Hohepriester sowie die Propheten Sacharja und Haggai, die Serubbabel und Josua beim Wiederaufbau des Tempels halfen (Esra 5,1-2).
Das Kapitel beginnt mit einem Engel, der mit Zacharias spricht und ihn wie aus dem Schlaf erweckt. Für mich klingt es, als würde Gott das noch unter den Nationen verstreute jüdische Volk in diesen letzten Tagen aus einem langen Schlaf erwecken, um sie wieder in ihr Land zurückzubringen.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die in Sacharja 4 dargestellte Menora und die zwei Olivenbäume oder -zweige auch heute noch ein Schlüsselsymbol für Israel sind. Ob in der Knesset, in der Residenz des Präsidenten, im Büro des Premierministers oder in anderen Regierungsgebäuden: Das offizielle Emblem des Staates Israel entspricht exakt dem Bild aus Sacharja 4. Die Menora, der siebenarmige goldene Leuchter, gehörte auch zur Ausstattung der Stiftshütte und des Tempels in Jerusalem und spiegelte den vollkommenen Charakter Gottes wider. Über dieser Menora sah Sacharja jedoch eine mit goldenem Öl gefüllte Schale, von der aus die sieben Zweige durch sieben Röhren ständig versorgt wurden.
Diese Symbolik der Menora findet sich auch in Offenbarung 1,12, wo Johannes Jesus zwischen sieben goldenen Leuchtern stehen sieht und von ihm eine machtvolle Botschaft erhält. In Vers 20 erfahren wir, dass die sieben Leuchter, die Johannes sah, die sieben Gemeinden darstellen. Das bedeutet, dass die Kirche als prophetisches Licht berufen ist und Licht in die dunklen Zeiten um sie herum bringen soll. Die sieben Gemeinden sollen der Welt das Licht bringen.
Im nächsten Kapitel wird eine sehr erfolgreiche, wachsende, dynamische Gemeinde in Ephesus von Gott gelobt, aber er warnt auch: „Ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast“. Kehrt die Gemeinde nicht um, wird Er kommen und ihren Leuchter wegnehmen (Offenbarung 2,5). Trotz all ihrer kirchlichen Programme haben sie ihre frühere Leidenschaft für Christus verloren. Und obwohl sie vielleicht noch als Kirche existieren, werden sie ihre eigentliche Berufung und ihre Fähigkeit verlieren, der Welt um sich herum ein prophetisches Licht zu geben.
Dies ist eine wichtige Botschaft für jeden von uns heute – und die gleiche Berufung wurde dem Volk Israel auferlegt. Das zentrale Gebot an Israel lautet in 5. Mose 6,4-5: „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.“ Wird dieses Gebot gewissenhaft befolgt, wird Israel ein Licht für die Völker sein. Was für eine erstaunliche Parallele zwischen Israel und der Kirche!
Die zweite große Symbolik in Sacharja 4 sind die beiden Ölbäume bzw. Ölzweige. Im Neuen Testament lesen wir in Römer Kapitel 11 ebenfalls von zwei Ölbäumen – einer ist der natürliche Ölbaum Israels, der andere ist der wilde Ölbaum der heidnischen Kirche. Diese doppelte Symbolik der beiden Ölbäume oder Ölzweige taucht nur an wenigen Stellen in der Bibel auf.
Nehemia leitet das Volk Israel an, erstmals seit vielen Generationen wieder das Laubhüttenfest zu feiern (Nehemia 8,15). Er weist sie an, Sukkot (Hütten) zu bauen, in denen sie leben, während sie das große, prophetische Fest feiern. Außerdem befahl er ihnen, in die Berge zu gehen und Zweige von veredelten und wilden Ölbäumen, Myrten, Palmen und anderen Laubbäumen zu holen, um die Laubhütten zu bauen (Nehemia 8:15).
In Römer 11 vergleicht Paulus die natürlichen oder veredelten Ölzweige mit dem jüdischen Volk – und die wilden Ölzweigen mit der heidnischen Kirche. Durch die Gnade Gottes sind die wilden heidnischen Zweige entgegen der Natur in den veredelten Ölbaum, das gläubige Israel, eingepfropft worden (Römer 11,24).
Ein weiteres Beispiel für diesen Zusammenhang findet sich in Offenbarung 11, wo Johannes eine Vision des Tempels sieht und angewiesen wird, die Szene zu „messen“ oder zu beschreiben. Hier erscheinen auch zwei prophetische Gestalten, von denen es heißt: „Und ich will meinen zwei Zeugen auftragen, im Bußgewand aufzutreten und prophetisch zu reden, zwölfhundertsechzig Tage lang. Sie sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen.“ (Offenbarung 11,3-4)
Hier haben wir die gleiche Symbolik der zwei Ölbäume wie in Sacharja 4, aber der Prophet sieht zwei Leuchter, statt einem Leuchter. Ich glaube, dass diese Prophezeiungen miteinander verbunden sind und von Berufungen in der Endzeit sprechen, aber auch davon, dass Gott einzelne Diener (wie die zwei Zeugen in Offenbarung 11) auswählen wird, die eine sehr einzigartige und besondere prophetische Berufung in dieser Endzeit haben.
In den Tagen Sacharjas waren es Serubbabel und Josua, die Gott in besonderer Weise einsetzte. Mit ihnen baute das Volk den Tempel wieder auf. Es scheint, dass Gott diese beiden in der Offenbarung beschriebenen Zeugen in der Endzeit in ganz ähnlicher Weise gebrauchen wird, zusammen mit Israel und der Kirche, um seine Endzeit-Ziele zu erreichen.
Das Öl, das die Schale über der Menora füllt und dann durch sieben Röhren in die sieben Zweige der Menora fließt, ist zweifellos ein Symbol für den Heiligen Geist. Das Öl, insbesondere das Salbungsöl im Tempel, steht für Israels Befähigung, die Berufung, die Gott in sein Volk gelegt hat, zu erfüllen. Und das Bild der Schale über der Menora mit ihren Röhren deutet darauf hin, dass der Heilige Geist in diesen letzten Tagen unendlich verfügbar ist, um die Ziele Gottes zu verwirklichen.
In Sacharja 4,12 wird beschrieben, wie das goldene Öl durch die beiden goldenen Röhren in die Menora ausgegossen wird. Es ist wichtig zu wissen, dass im hebräischen Originaltext das goldene Öl, auf das hier Bezug genommen wird, nicht wirklich Öl ist. Wie wir bereits erklärt haben, steht Gold für den Charakter Gottes. Die Bibel offenbart uns an dieser Stelle also, dass der Heilige Geist in der endzeitlichen Kirche und im jüdischen Volk den Charakter Gottes auf kraftvolle Weise zum Vorschein bringen wird. Es wird ein großes Zeugnis und prophetisches Licht für die Nationen sein.
Unser diesjähriges Festthema macht uns darauf aufmerksam, dass die Salbung durch den Heiligen Geist das wichtigste Element für das Volk Israel und für jeden Gläubigen in der Kirche ist, um unsere prophetische Bestimmung zu erreichen. Nicht durch menschliche Leistungen, nicht durch menschliche Strategien und nicht durch menschliche Weisheit vollbringt Gott sein Werk, sondern durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Genau das schrieb Paulus an die Gemeinde in Korinth. Er stellte klar, dass er nicht mit verführerischen Worten oder menschlicher Weisheit predigte, sondern im Geist und in der Kraft Gottes (1. Korinther 2,4). Ich glaube, dass die Vision in Sacharja 4 auf ein Hauptmerkmal bei Gottes Volk hinweist: Es wird in der Endzeit ein Volk sein, das vom Geist Gottes erfüllt und bevollmächtigt ist.
Es gibt drei Hauptlektionen, die wir aus Sacharja Kapitel 4 lernen können:
Zweifellos reinigt Gott die wahre Kirche in der Endzeit. Dies ist ein Thema, das in der Bibel immer wieder auftaucht. Der Aufruf in Epheser 5,26 richtet sich allerdings nicht nur an die endzeitliche Kirche, sondern universell an das Volk Gottes in allen Zeiten. Gott trägt seinem Volk auf, heilig zu sein, wie er heilig ist (3. Mose 11,44). Gott erwartete von Anfang an, dass sein Volk sein eigenes Wesen und seinen Charakter widerspiegelt. Dies ist die gleiche Botschaft, die Jesus seinen Jüngern in der Bergpredigt gab: Seid vollkommen, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist (Matthäus 5,48). Wir sollten danach streben, heilig und vollkommen zu werden wie unser Vater im Himmel. Dies kann nur durch die Kraft des Heiligen Geistes erreicht werden, der in den Tagen der Endzeit mehr als in jeder anderen Generation ausgegossen wird.
Die Endzeit ist gekennzeichnet durch viele weltliche Hindernisse, die sich der Kirche in den Weg stellen, sei es der moralische Verfall in den westlichen Gesellschaften oder der offene Widerstand marxistischer Regime in aller Welt. Hier gibt uns das Wort Gottes große Ermutigung:
„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel werde zur Ebene! Er wird hervorholen den Grundstein unter Jubelrufen: Glück zu! Glück zu!“ (Sacharja 4,6-7)
In diesen letzten Tagen wird kein Hindernis zu groß für das Volk Gottes sein. Jeder Berg, der Gottes Zielen im Wege steht, muss durch Gebet und Fürbitte zu einer Ebene werden, denn die Herrlichkeit Gottes wird die Vollendung garantieren. Deshalb sollten wir den Herrn immer wieder aufs Neue darum bitten, uns mit dem Geist zu erfüllen, wie die frühe Kirche es getan hat, um die großen Aufgaben, die vor uns liegen, zu bewältigen.
Zu den Hauptmerkmalen der endzeitlichen Kirche gehört, dass Gott die natürlichen oder kultivierten Zweige wieder in den Ölbaum einfügt. Dieser Schritt bringt für die heidnische Kirche eine große Veränderung mit sich, wie in Römer 11,24 vorhergesagt. Jeder Gärtner wird Ihnen sagen, dass es gegen die Natur ist, einen wilden Olivenzweig in einen kultivierten Olivenbaum einzupfropfen. Dennoch hat Gott dies seit Jahrhunderten getan, weil er möchte, dass alle Menschen gerettet werden. Paulus wirft dann die Frage auf, wie viel müheloser die natürlichen Zweige des jüdischen Volkes wieder in ihren eigenen Baum, in den messianischen Glauben, eingepfropft werden können. Wir müssen erkennen, dass Gott in der Kirche etwas Neues tut, indem wir die hebräischen Wurzeln unseres biblischen Glaubens wiederentdecken und die einzigartige Berufung erkennen, die Gott für das jüdische Volk vorgesehen hat.
Diese sehr klare Aussage hat noch eine weitere Facette. In Sacharja 4,9 heißt es, dass die Hände Serubbabels den Grundstein für das Haus des Herrn gelegt haben und seine Hände es auch vollenden werden. Zweifellos war es ein gläubiger jüdischer Volksstamm, der vor etwa 2.000 Jahren den Grundstein für die Kirche gelegt hat. Sie legten dieses Fundament, indem sie uns das Neue Testament, die christliche Kirche und vor allem den jüdischen Messias schenkten.
Kirchliche Bewegungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert und ihre Wurzeln und ihren Ursprung vergessen. Doch dieselben Hände des Volkes, die das Fundament dieses Tempels gelegt haben, werden auch den Schlussstein hervorbringen, das vollendete Werk! Das bedeutet: Das jüdische Volk wird in diesen letzten Tagen eine zentrale Rolle bei der Vollendung von Gottes Tempel spielen – in der universellen Familie der Erlösten, der Kirche.
Die Zeit der Heiden geht zu Ende (Lukas 21,24). Die volle Zahl der Heiden wird kommen (Römer 11,25). Und Gottes Pläne für die heidnischen Nationen und das Volk Israel beginnen sich zu entfalten. Wir müssen Gott bitten, uns zu lehren und uns über die neuen Dinge, die er tut, aufzuklären. Dies wird eine Zeit großer Ermächtigung sein, in der Gott die Kirche wie nie zuvor läutern wird, damit wir bereit sind für die Rückkehr unseres Bräutigams und ausrufen können: „Amen, komm, Herr Jesus!“ (Offenbarung 22,20)
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