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Ein Spross wird aus dem Stamm Isais hervorgehen
Ein Spross wächst aus dem Baumstumpf Isai, ein neuer Trieb schießt hervor aus seinen Wurzeln. – Jesaja 11,1 (Hfa)
Josef lässt sich in der Stadt Nazareth nieder
[Josef] kam und wohnte in einer Stadt mit Namen Nazareth, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazoräer heißen. – Matthäus 2,23 (LUT 2017)
Wir stoßen auf Nazareth, als Gott den Engel Gabriel sendet, um Maria zu verkünden, dass sie die Mutter Jesu sein wird (Lukas 1). Obwohl Jesus in Betlehem geboren wurde, wuchs er in dieser kleinen Stadt im Norden, nahe des Jesreel-Tals in Galiläa, als „Spross aus dem Stumpf Isais“ auf. Er war der älteste Sohn des Zimmermanns Josef und seiner Frau Maria. Jesus reiste im Alter von zwölf Jahren mit seiner Familie nach Jerusalem, wie jedes Jahr zum Passahfest. Sie betraten den Tempel, wo Jesus sich mit den Schriftgelehrten unterhielt, die von seinem Verstand und seinen Antworten beeindruckt waren. Danach kehrte Jesus mit seinen Eltern nach Nazareth zurück.
Als Erwachsener wurde Jesus in der Synagoge von Nazareth aufgefordert, das Wort Gottes vorzulesen. (Lukas 4,16-21) Es war das erste Mal, dass Jesus lehrte. Er wählte den Bibeltext aus, in dem es heißt: „Der Geist Gottes des HERRN ist auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen; zu verkündigen ein gnädiges Jahr des HERRN …“ (Jesaja 61,1-2 (LUT 2017)) Diese Passage aus Jesaja fasst das Wirken Jesu auf der Erde wunderbar zusammen.
Als Jesus seine Jünger berief, sagte Philippus zu Nathanael: „Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth“ (Johannes 1,45). Nathanael antwortete: „Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?“ (Johannes 1,46). Die Bibel berichtet auch, dass Jesus in seiner Heimatstadt wegen des Unglaubens der Menschen nicht viele Zeichen und Wunder vollbrachte.
Nazareth, NaTzeReT, נָצְרַת, leitet sich vom hebräischen Stammverb NaTzaR ab, was „wachen“ bedeutet. Es kommt auch im Wort „Wachturm“, MiGDaL NoTzRiM, vor. Im Hebräischen ist NoTzRiM נוֹצְרִים das Wort für „Christen“. Die Nachfolger Jesu werden NoTzRiM genannt. Sie sollen Wächter werden, also NaTzeRiM, oder Wächter auf den Mauern Jerusalems: „Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt; den ganzen Tag und die ganze Nacht werden sie keinen Augenblick schweigen.“ (Jesaja 62,6 (ELB)) Obwohl für „Wächter“ hier das Wort SchoMRiM steht, handelt es sich in beiden Fällen um Wächter. Wir Christen können im Gebet Wächter auf den Mauern Jerusalems sein!
An mehreren Stellen in der Bibel wird Jesus ausdrücklich als „Jesus von Nazareth“ oder „Jesus, der Nazarener“ bezeichnet. Als er am Kreuz hing, ließ Pontius Pilatus eine außergewöhnliche Inschrift über Jesu Kopf anbringen, das sogenannte „INRI“. Es bedeutet: „Jesus von Nazareth, der König der Juden“ (Johannes 19,19 (Hfa)), geschrieben auf Hebräisch, Griechisch und Latein. Auf Hebräisch lautet die Inschrift: „Jeschua, HaNatzeret VeMelech HaJehudim“, was abgekürzt „JHWH“ ergibt. Es überrascht nicht, dass die Juden von Pilatus verlangten, diesen Text zu ändern, da sie ihn als blasphemisch empfanden.
Nazareth ist heute eine Touristenstadt. Ihre Hauptattraktion ist die Verkündigungskirche, wo der Engel Gabriel der Überlieferung zufolge Maria besucht haben soll. Heute leben Muslime und arabische Christen in der Stadt. Im Jahr 1956 wurde ein Vorort namens Nazareth Illit gegründet, der überwiegend von jüdischen Einwohnern bewohnt wird.
Christen, d.h. Anhänger von Jesus von Nazareth, sind dazu berufen, als Wächter auf den Mauern Jerusalems zu stehen. Wie können wir dieser Berufung gerecht werden? Wie kann „etwas Gutes“ von uns Notzrim ausgehen? Wie können wir diesen Namen voller Würde und Glauben tragen?
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