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Im Mai haben wir das biblische Schawuot-Fest, auch Pfingsten genannt, gefeiert. Gott wollte, dass Israel zu drei besonderen Festen nach Jerusalem hinaufzieht: zum Passahfest, zum Wochenfest und zum Laubhüttenfest. Diese Pilgerfeste waren zugleich Erntedankfeste, die verschiedene landwirtschaftliche Zyklen im israelischen Kalender markierten.
Das Pfingstfest fand genau 50 Tage nach der Darbringung der Erstlingsfrüchte statt (2. Mose 23,15ff). Während zum Passahfest die Felder noch grün waren, reiften bis Schawuot die Weizen- und Gerstenernte heran. Israel brachte sie Gott dar als Ausdruck des Dankes: „Auch das Wochenfest, das Fest der Erstlinge der Weizenernte, sollst du feiern…“ (2. Mose 34,22).
Die Menschen erlebten Gottes Treue in dieser Zeit und dankten ihm für den Ertrag. Weitere Ernten wie Oliven, Wein und Feigen folgten später.
Nach jüdischer Tradition erreichte Israel zu Pfingsten den Berg Sinai. 2. Mose 19 berichtet, wie Gott in Feuer und Donner herabkam. Er gab die Zehn Gebote – geschrieben auf steinerne Tafeln (2. Mose 31,18).
Paulus greift dieses Bild im 2. Korintherbrief auf: Christen sind „Briefe Christi“, nicht auf Stein geschrieben, sondern in fleischene Herzen (2. Korinther 3,3). Der Neue Bund wirkte damit tiefer als der Bund am Sinai.
Apostelgeschichte 2 beschreibt, wie der Heilige Geist zu Pfingsten auf die Jünger kam. Sie wurden erfüllt, sprachen in neuen Sprachen und verkündigten das Evangelium. So begann eine neue Zeit des Dienstes, geprägt von Gottes Gegenwart in jedem Gläubigen.
Noch am selben Tag wurden 3000 Menschen getauft. Das war die erste geistliche Ernte, eine Vorwegnahme von Millionen weiterer Bekehrungen in den folgenden Jahrhunderten.
Am Sinai starben 3000 Menschen, als Israel das goldene Kalb verehrte (2. Mose 32,28). Am Pfingsttag hingegen fanden 3000 Menschen neues Leben in Christus. Dieses Gegenüber macht deutlich: Der Neue Bund bringt Leben, nicht Tod.
Nach dem Gesetz brachte Israel zu Schawuot ein besonderes Opfer dar: zwei gesäuerte Brote aus feinem Mehl (3. Mose 23,17). Kirchenväter wie Beda Venerabilis sahen darin ein Bild für die Vereinigung von Juden und Heiden in einer Gemeinde.
Das gesäuerte Brot zeigte aber auch die Unvollkommenheit der Kirche. Ihre Geschichte enthält sowohl Siege als auch schwere Verfehlungen. Gerade deshalb braucht die Gemeinde den Heiligen Geist, der Herzen verändert.
Schawuot markierte den Beginn der Erntezeit und wurde zum Startpunkt der Gemeinde Jesu. Bis heute dauert diese Ernte an. Millionen Menschen auf der ganzen Welt kommen in das Reich Gottes.
Gleichzeitig sehen wir, wie sehr wir den Heiligen Geist brauchen. Ohne ihn würde menschliche Schwäche die Ernte verderben. Die Bibel sagt, die Felder sind weiß zur Ernte – doch die Arbeiter sind gefragt.
Im nächsten Heft sprechen wir über das größte der drei Erntefeste: Sukkot, das Laubhüttenfest. Es hat eine besondere Bedeutung für die heutige Zeit. Wir laden dich ein, an unserer ICEJ-Laubhüttenfestfeier in Jerusalem teilzunehmen. Dort kannst du die Kraft des Heiligen Geistes erfahren und dich für die kommende Ernte vorbereiten.
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