MENÜ

Von der Reformation bis ins 21. Jahrhundert

Von der Reformation bis ins 21. Jahrhundert

Die gemeinsame Geschichte von Juden und Christen
Karl Klanner
Nikolaus Graf von Zinzendorf

Die gemeinsame Geschichte von Juden und Christen

Leseauszug aus Israelperspektiven – Karl Klanner

Fast 2000 Jahre Kirchengeschichte haben das religiöse Umfeld von Jesus Christus in den heute christlich geprägten Gesellschaften in den Hintergrund treten lassen und zugleich bewirkt, dass eine scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen der jüdischen und christlichen Religion entstanden ist. Wiewohl im Laufe der Jahrhunderte immer wieder bedeutende Vertreter des Christentums auf die bleibende Berufung des jüdischen Volkes aufmerksam gemacht haben, waren es erst markante historische Ereignisse des 20. Jahrhunderts, welche einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Beziehung zwischen Juden und Christen bewirkt haben. Dazu zählen u.a. die Balfour-Erklärung 1917, der Holocaust (Shoah), die Gründung des Staates Israel 1948 und der Prozess der Rückkehr vieler Juden nach Eretz Israel (Alijah).

Nachfolgend sollen deshalb ansatzweise nur einige wenige historische Entwicklungen skizziert und manche Autoren exemplarisch zitiert werden, die für das Verständnis der aktuellen Situation als relevant erscheinen. Im Wesentlichen soll es darum gehen, wie in der Christenheit mit dem biblisch begründeten Anspruch des jüdischen Volkes auf eine Rückkehr in ihr früheres Heimatland im Laufe der Geschichte umgegangen wurde. Was heute oft als „christlicher Zionismus” umschrieben wird, findet sich bei früheren Vertretern als „Restaurationismus” (Wiederherstellung, englisch restorationism) oder in Begriffen wie „jüdische Rückkehr” (Jewish return) oder „jüdisches Heimatland” (Jewish homeland). Beim Studium dieser Thematik wird man schnell mit theologischen Erklärungsmodellen wie „Dispensationalismus” oder „Millenarismus” konfrontiert, die jedoch nicht im Fokus unserer Überlegungen stehen sollen. Einzelne dieser Fachbegriffe werden deshalb im Begriffsverzeichnis dieser Orientierungshilfe erläutert.

 

Von der Reformation bis ins 21. Jahrhundert –

der Gedanke von einer physischen Rückkehr des jüdischen Volkes wird Realität

In der mittelalterlichen Gesellschaft wurden die Juden nicht als ein Volkwahrgenommen, das eine Relevanz für die Christen hätte. Ihre mögliche

Bekehrung zum christlichen Glauben oder eine Rückkehr nach Palästinawurde von christlichen Theologen kaum thematisiert. Erst die Reformation und die damit einhergehende intensive Auseinandersetzung mit den biblischen Schriften führte zu einer theologischen Diskussion über eine physische Rückkehr.

Viele Protestanten erwarteten eine künftige Bekehrung der Juden zum christlichen Glauben im Sinne des Römerbriefes, dass nämlich „ganz Israel gerettet werden” (Röm 11,26 LUT) wird, wobei dies nicht im Sinne einer physischen Rückkehr in das Heilige Land verstanden wurde. Eine solche Haltung dürfte auch der junge Martin Luther (1483-1546) vertreten haben, der den Juden gegenüber zunächst sehr positiv gesinnt war und deren gewaltfreie Missionierung sowie ihre gesellschaftliche Integration forderte. Aufgrund einiger, für ihn enttäuschenden Erfahrungen und Begegnungen, nahm er in der Folge eine sehr aggressiv-feindliche Position ein. So brachte er u.a. in der Schrift „Von den Juden und ihren Lügen” (1543) seine Überzeugung zum Ausdruck,

„dass ein Christ neben dem Teufel keinen giftigeren, bittereren Feind hat als einen Juden. [...] Wer nun Lust hat, solche giftigen Schlangen und junge Teufel, das sind die ärgsten Feinde Christi, unseres Herrn, und unser aller zu beherbergen, zu füttern und zu ehren und sich zu schinden, rauben, plündern, schänden, zu spielen, zu fluchen und alles Übel zu leiden begehrt, der lasse sich diese Juden treulich befohlen sein”1.

Luther vertrat am Ende seines Lebens gegenüber den Juden somit eine ähnliche Position wie die katholische Kirche des Spätmittelalters. Zugleich interpretierten jedoch führende Denker der Reformation wie der deutsche Theologe Martin Borrhaus (1499-1564) und Wolfgang F. Capito aus Straßburg (1478-1541) die alttestamentlichen Prophezeiungen zur Rückkehr des jüdischen Volkes in das verheißene Land als noch nicht erfüllt und vertraten auch eine physische Rückkehr der Juden. Die Lehrmeinung von einer physischen Rückkehr dürfte also erstmals am Beginn der Reformation vertreten worden sein, auch wenn einflussreiche Reformatoren wie Martin Bucer (1491-1551) und Ulrich Zwingli (1484-1531) ihr ablehnend gegenüberstanden.

Im historischen Kontext der Reformation gilt es besonders zu beachten, dass die theologische Diskussion über die Juden bei den Protestanten stets auf dem Hintergrund zweier Bedrohungen erfolgte, nämlich in Bezug auf den Islam („die Türken”) und auf die Verfolgung durch die katholischen Kirche (durch den Papst als „Antichristen”).

Der Gedanke von einer physischen Rückkehr der Juden in das Heilige Land wurde in der Folge im Puritanismus populär. Diese Reformationsbewegung (lateinisch puritas = „Reinigung” von den Lehren der römisch-katholischen Kirche) war im 16. und 17. Jahrhundert in England, Schottland und später Neuengland (USA) wirksam und trat für evangelisch-reformierte bzw. calvinistische Prinzipien ein. Ein bedeutender Wegbereiter dieser Auffassung war der Geistliche und Dramatiker John Bale (1495-1563). In seinem Werk „The Image of Both Churches” interpretierte er die gesamte Offenbarung des Johannes, wonach sich eine falsche babylonische (= römische) und eine wahre apostolische (= reformierte) Kirche über sieben historische Epochen entwickelt hat. Wie Luther und Calvin sah Bale im Papsttum und im Islam („Türken”)die zwei großen Gefahren für die christliche Religion. In der puritanischen Tradition entwickelte sich in der Folge jedoch eine vom kontinentaleuropäischen Protestantismus unterschiedliche Interpretation der biblischen Schriften. Obwohl die Juden bereits 1290 aus England vertrieben worden waren, sahen viele Puritaner im eigenen Land auch eine Nation, welche die künftige Bekehrung der Juden und die Rückkehr in das Heilige Land unterstützen sollte. Das puritanische Selbstverständnis als einer von Gott erwählten Nation setzte sich später in Amerika in der dortigen Beziehung zu den Juden fort.

Einen historisch bedeutsamen Einfluss auf die jüdisch-christlichen Beziehungen hatte auch der „Pietismus” (lateinisch pietas = „Gottesfurcht”, „Frömmigkeit”), einer Erneuerungsbewegung innerhalb des Protestantismus. Die Pietisten vertraten die Prinzipien der Reformation, lehnten jedoch die antijüdische Einstellung des späten Luther ab. Der deutsche Theologe Jakob Spener (1635-1705) ging in seiner Schrift „Pia Desideria” (Fromme Wünsche, 1675) von einer Bekehrung der Juden aus und sah in deren Missionierung eine zentrale Aufgabe der Christen. Diese sollte jedoch nicht durch staatlichen Druck, sondern als freiwillige Initiative in einer Haltung des Respekts und der Wertschätzung erfolgen. Im Sinne des Apostels Paulus sollte zuerst den Juden das Evangelium verkündet werden (Röm 1,16 und 2,10).

Eine ähnliche Haltung nahm dazu der Gründer der „Herrnhuter Brüdergemeine”, Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1700-1760), ein. In seiner Schrift „Sonderbare Gespräche“ (1739) reflektierte er in Form fiktiver Dialoge über Vorurteile von Christen gegenüber Juden und mahnte zu Respekt und Hochachtung. Zinzendorf ermutigte Juden, die den christlichen Glauben angenommen hatten, an ihren jüdischen Traditionen festzuhalten und förderte die Gründung eigenständiger messianisch-jüdischer Gemeinden (sog. „Judenkehillen“ – hebräisch kehillah = Gemeinde).

Während im Pietismus die Diskussion über eine physische Rückkehr des jüdischen Volkes insgesamt eher im Hintergrund stand, stieß der Aspekt der Judenmission in England auf großes Interesse. In der englischsprachigen evangelikalen Welt wurden daraufhin bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zwei wichtige Impulse relevant und miteinander verknüpft: einerseits eine Haltung der Liebe gegenüber dem jüdischen Volk verbunden mit dem Bestreben der Evangelisierung (deutscher Pietismus) und andererseits der Glaube an eine physische Rückkehr der Juden nach Palästina (reformierte Theologie). So erfolgte eine Wiederbelebung der puritanischen Bestrebungen. Es ist in einem großen Ausmaß auf die engagierte politische Lobby-Arbeit christlicher Zionisten zurückzuführen, dass 1838 ein britisches Konsulat in Jerusalem gegründet wurde. Dem Beispiel der Engländer folgten die Franzosen, Amerikaner, Russen, Deutschen und Österreicher (Habsburger). Als politische Großmächte waren sie im damaligen Osmanischen Reich diplomatisch präsent.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts beeinflusste ein christlich-zionistisches Denken im Sinne einer Rückkehr der Juden in das Heilige Land zunehmend das Handeln führender Politiker in Großbritannien und Amerika. In dieser Zeit entstand der Zionismus als politische Bewegung. Theodor Herzl (1860-1904) formulierte in seinem Buch „Der Judenstaat” die Vision eines eigenen jüdischen Staates in Palästina als Antwort auf den jahrhundertelangen Antisemitismus und erhielt Unterstützung vom anglikanischen Geistlichen William Henry Hechler (1845-1931), der als Kaplan an der britischen Botschaft in Wien arbeitete. Dieser bot Herzl seine Hilfe an und vermittelte ihm Kontakte zu bedeutenden deutschen Politikern.

Die sogenannte „Balfour-Erklärung“ sollte politisch den Weg für die spätere Gründung des Staates Israel bereiten und wurde vom britischen Außenminister Arthur James Balfour 1917 unterzeichnet. Dort heißt es: „Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, […]”.2 Viele weitere politische Entscheidungen in Bezug auf die Gründung eines jüdischen Staates, auf die militärische Unterstützung Israels bis in die Gegenwart wurden von Persönlichkeiten mit einem Verständnis für christlichen Zionismus beeinflusst oder mitgeprägt. Seit dem 16. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts stammten die meisten christlichen Zionisten aus Großbritannien, danach übernahmen die amerikanischen Evangelikalen eine Führungsrolle.

Im Kontext dieser Überlegungen zur Geschichte eines christlichen Zionismus gilt es auch die Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Pfingstbewegung zu erwähnen. Diese erfasste ab der Mitte desselben Jahrhunderts als charismatische Bewegung die protestantischen Kirchen und auch Teile der katholischen Kirche. Sie versteht sich als eine Erneuerungsbewegung in Bezug auf das Wirken und die Erfahrung des Heiligen Geistes entsprechend den Schriften des Neuen Testamentes – Dimensionen des christlichen Glaubens, die im Laufe der Kirchengeschichte weithin verloren gegangen waren. In der Pfingstbewegung, die aus den protestantischen Heiligungsbewegungen des 19. Jahrhunderts hervorgegangen war, wurden von Beginn an christlich-zionistische Auffassungen vertreten, wenngleich es unterschiedliche Ausprägungen gab.

Die Pfingstler und Charismatiker gelten heute als der am schnellsten wachsender Zweig der Christenheit, der im deutschsprachigen Raum – vermutlich aufgrund der traditionellen kirchlichen Strukturen – wenig wahrgenommen wird. Ihre weltweite Zahl wurde für die Jahrtausendwende bereits auf ca. 450 Millionen geschätzt, weitere Berechnungen ergeben für 2025 +794.474 Millionen und für 2050 über 1 Milliarde.3 Diese (prognostizierten) Entwicklungen sind für unsere Überlegungen insofern von Relevanz, als sich die Christenheit seit dem 20. Jahrhundert nicht nur von einer westlich geprägten Religion zu einer überwiegend nicht-westlichen wandelt, sondern weil ein christlicher Zionismus gerade in diesen sehr schnell wachsenden pfingstlerisch-charismatischen Bewegungen (Renewalists) vertreten wird. Dabei treten die traditionellen theologischen Zuordnungen wie spezielle Formen des „Dispensationalismus“ oder „Millenarismus“ (siehe Begriffsverzeichnis) immer mehr in den Hintergrund bzw. werden diese Positionen auch abgelehnt. Vielmehr wird in der Lehre dieser weltweiten Erneuerungsbewegungen oftmals eine biblisch begründete Wiederherstellung Israels und Rückkehr des jüdischen Volkes vertreten und aktiv unterstützt. Demnach gilt es, das jüdische, als das von Gott erwählte Volk zu segnen, zu trösten, zu unterstützen und ihm Wertschätzung zu zeigen.

Für viele ist die Gründung des Staates Israel die Erfüllung biblischer Prophetie. Prägende Führungspersönlichkeiten wie Derek Prince (1915-2003) u.v.a. haben in besonderer Weise innerhalb der pfingstlerisch-charismatischen Bewegung auf biblisch-prophetische Entwicklungen im Nahen Osten hingewiesen und eine Unterstützung Israels seitens der Christen gefördert.

Im Hinblick auf die verschiedenen christlichen Konfessionen und Denominationen gilt es zudem festzustellen, dass ein christlicher Zionismus keineswegs als homogene Lehre vertreten wird, der nur in einer bestimmten Glaubensrichtung beheimatet ist. Die historische Entwicklung zeigt, dass sich dieser durch unterschiedliche Impulse im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und gewandelt hat. Tatsächlich gibt es innerhalb der einzelnen Glaubensgemeinschaften bei den Lehrmeinungen sehr unterschiedliche Ausprägungen und auch heftige theologische Kontroversen, inwieweit ein christlicher Zionismus überhaupt vertreten und biblisch legitimiert werden kann (z.B. bei den Evangelikalen).

In der katholischen Kirche erfolgte nach dem Holocaust (Shoah) gegenüber den Juden eine fundamentale Neuorientierung. Angelo Giuseppe Roncalli (1881-1965) rettete als Apostolischer Nuntius des Vatikan während des Nationalsozialismus tausenden Juden das Leben und wurde 1958 zum Papst gewählt. Als Johannes XXIII. initiierte er beim II. Vatikanischen Konzil (1962-65) das Dokument „Nostra Aetate“, in dem die bleibende Erwählung des Judentums festgeschrieben und dadurch jeglichem theologisch begründeten Antijudaismus eine Absage erteilt wird. Im „Katechismus der Katholischen Kirche“ wird zum Verhältnis der Kirche zum jüdischen Volk angemerkt: „Das jüdische Volk besitzt ‚die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihm ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen, sie haben die Väter, und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus‘ (Röm 9,4-5), denn ‚unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt‘(Röm 11,29).“4

Im Unterschied zu anderen Glaubensgemeinschaften agiert die katholische Kirche völkerrechtlich als eigener Staat. Die Anerkennung des Staates Israel erfolgte durch den Vatikan jedoch erst im Jahre 1993. Auf lehramtlicher Ebene gibt es derzeit keine theologische Anerkennung des Landes oder Staates Israel im Sinne einer Erfüllung biblischer Verheißungen.

Auch die Evangelische Kirche Deutschlands grenzt sich gegenüber einem christlichen Zionismus ab. In der 2012 herausgegebenen Schrift „Gelobtes Land?” wird ein solcher aus theologischen Gründen abgelehnt, weil u.a. dem Judentum „kein eigener Wert zugestanden“ wird, dieser „den Grundsätzen des christlich-jüdischen Dialogs” widerspricht und eine „Engführung biblischer Aussagen“5 darstellt. Zugleich hält die Orientierungshilfe „am Konsens über die bleibende Verbundenheit der Christen mit Israel als dem erstberufenen Gottesvolk fest, respektiert das jüdische Selbstverständnis und bejaht das Existenzrecht des Staates Israel.“6

Zusammenfassend können zur Frage, wie im Christentum mit einem biblisch begründeten Anspruch des jüdischen Volkes auf eine Rückkehr in ihr früheres Heimatland im Laufe der Geschichte umgegangen wurde, folgende Entwicklungen festgehalten werden. In der frühen Kirche setzte sich nach einer Phase der Entfremdung von Juden- und Heidenchristen ein christlicher Antijudaismus durch, der die Abkehr der Christen vom jüdischen Erbe sowie eine Ausgrenzung und jahrhundertelange Verfolgung der Juden zur Folge hatte.

Dieser wurde seitens der katholischen Kirche vom 12. bis zum 16. Jahrhundert zunehmend feindlicher. Für christliche Theologen des Mittelalters spielten die Juden keine bedeutende Rolle, ihre mögliche Rückkehr in das Heilige Land wurde kaum thematisiert.

Dies änderte sich erst mit der Reformation und dem damit verbundenen intensiven Studium der biblischen Schriften. Erstmals wird eine physische Rückkehr der Juden in das Land der Väter von Repräsentanten der Reformation vertreten – eine Lehrmeinung, die daraufhin im Puritanismus populär wurde. Der puritanische Einfluss bewirkte, dass viele Christen in England und später Amerika es als eine Berufung von Gott verstanden, die Juden bei ihrer Rückkehr ins Heilige Land zu unterstützen. Einen entscheidenden Impuls gab dazu auch der deutsche Pietismus, der die Missionierung der Juden als zentrale christliche Pflicht formulierte. Die engagierte politische Arbeit christlicher Zionisten trug maßgeblich dazu bei, dass im 19. Jahrhundert noch vor dem Beginn des politischen Zionismus die Großmächte im damaligen Palästina politisch präsent waren. Die meisten christlichen Zionisten stammten bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts aus Großbritannien, danach übernahmen die amerikanischen Evangelikalen eine Führungsrolle.

Theologiegeschichtlich hat sich der christliche Zionismus insgesamt nicht homogen entwickelt. Es gibt sehr kontroversiell geführte Diskussionen innerhalb einzelner Glaubensströmungen bis hin zu einer distanzierten Haltung wie etwa seitens der katholischen Kirche oder der evangelischen Kirche in Deutschland.

Besonders hervorzuheben sind die – im deutschen Sprachraum wenig wahrgenommenen – weltweit rasant wachsenden Bewegungen der Pfingstler und Charismatiker, bei denen die Wiederherstellung Israels und die Rückkehr der Juden oftmals als ein Zeichen der Bundestreue Gottes und eine Erfüllung biblischer Prophetien interpretiert werden.

 

 

1 Luther, Von den Juden und ihren Lügen, 530-531.

2 Wikipedia, „Balfour-Deklaration“.

3 Zurlo, Johnson, und Crossing, „Christianity 2019“.

4 Katechismus der katholischen Kirche, 839.

5 Evangelische Kirche in Deutschland, Gelobtes Land?, 84-85.

6 Evangelische Kirche in Deutschland, Gelobtes Land?, 10.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Yad Vashem

Yad Vashem

Eine Hand mit erhobenem Zeigefinger ist ein Zeichen der Mahnung. Deshalb heißt yad auch Denkmal. Shem steht für Name. Im

Der Name leitet sich ab von yad und shem.

Lichtinstallation auf den Mauern der Jerusalemer Altstadt

Jerusalem - Jeruschalajim

Jerusalem existiert als irdische und himmlische Stadt. Einen sprachlichen Hinweis gibt die duale Pluralendung ים [ -ajim ].

Jerusalem existiert als irdische und himmlische Stadt. Einen sprachlichen Hinweis gibt die duale Plurale...

Blick auf Bethlehem

Bethlehem - Beit lechem

Bethlehem – Sowohl König David als auch sein NachfahreJesus erblickten in Bethlehem im „Haus des Brotes“das Licht der Welt.

Bethlehem - Sowohl König David als auch sein Nachfahre Jesus erblickten in Bethlehem im „Haus des Brotes...

Statue König Davids vor dem Eingang zu seinem Grab auf dem Berg Zion in Jerusalem

Psalmen - tehilim

Loblieder leiten sich ab von הלל [ hallel ] : rühmen, loben, preisen.

Loblieder leiten sich ab von
הלל [ hallel ] : rühmen, loben, preisen.

icej intern gebet für eltern von urija bayer beim ILC

Gedenken an Urija

„Normalerweise wird ein Christ nicht auf einem jüdischen Friedhof beerdigt, aber sie gaben unserem Sohn dort einen wunderschönen Platz zum

Gideon und Nellie Bayer berichteten über den Abschied von ihrem Sohn Urija, der als deutscher Christ in ...

Drusischer Leiter und Nicole Yoder

Drusische Freunde

Die ICEJ arbeitet seit mehr als 15 Jahren eng mit den Führern der Drusen zusammen, um dieses alte Volk mit

Präsident Dr. Jürgen Bühler führte eine Delegation der ICEJ in das drusische Dorf Kisra nahe der libanes...