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321 n. Chr. erließ der römische Kaiser Konstantin ein allgemein gültiges Gesetz, in dem er den Stadträten Kölns die Erlaubnis erteilte, auch Juden in den Staatsdienst einzuberufen. Diese waren bis dahin von der Ausführung dieser Ämter, eng verbunden mit dem Kaiserkult, freigestellt gewesen.
Aus dem Erlass Kaiser Konstantins schließen Historiker, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine etablierte jüdische Gemeinde in Köln existiert haben muss. Somit begann jüdisches Leben im Gebiet des heutigen Deutschland viel früher als vor 1700 Jahren.
Beginnend mit dem assyrischen Exil 722 v. Chr. wurde das Land Israel immer wieder durch sich ablösende Großmächte wie Babylonien, Persien, Griechenland und später die Römer erobert. Neben einer erzwungenen Zerstreuung ist anzunehmen, dass Juden sich auch aus anderen Gründen in verschiedenen Teilen der immer größere Gebiete umfassenden Weltreiche niederließen. Auch nach Ende des babylonischen Exils 538 v. Chr. kehrte nur ein Überrest zurück nach Jerusalem. Die meisten Juden entschieden sich, in der Diaspora im Perserreich zu bleiben. Es ist daher möglich, dass Juden in den Jahrzehnten nach der Zerstörung
Im ersten Jahrhundert v. Chr. existierte eine bedeutende jüdische Gemeinde in Alexandria (Ägypten), und noch vor Zerstörung des Zweiten Tempels 70 n. Chr. lebten mehr Juden in der Zerstreuung als in der römischen Provinz Judäa. Es gibt Schätzungen, die besagen, dass Juden rund 10% der Bevölkerung des Römischen Reichs ausmachten - die meisten lebten im östlichen Mittelmeerraum. Das Neue Testament berichtet von etablierten jüdischen Gemeinden in Nordafrika, Kleinasien, Griechenland und Rom. Paulus‘ Absicht, nach Spanien zu reisen (Römer 15), deutet darauf hin, dass zu dieser Zeit Juden in Spanien gelebt haben, denn er suchte auf seinen Missionsreisen immer zuerst die örtlichen jüdischen Gemeinden auf.
Wann jedoch die ersten Juden im Gebiet des heutigen Deutschlands siedelten, ist bisher nicht genau zu bestimmen.
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