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Zeit der Ernte – Die Erstlingsfrüchte

Zeit der Ernte - Die Erstlingsfrüchte

Die Bedeutung Israels und Jesu Christi im Kontext der Ernte
Dr. Jürgen Bühler, Präsident der ICEJ
ein reifes Getreidefeld im Sonnenauf- oder Untergang

Drei Mal im Jahr sollte das Volk Israel nach dem Willen Gottes zu einer heiligen Versammlung nach Jerusalem kommen. Das Passahfest, das Pfingstfest und das Laubhüttenfest sind diese drei Pilgerfeste, welche die Israeliten feiern sollten. Alle drei biblischen Feste waren Dankfeiern für die verschiedenen Erntezeiten im Kalender Israels.

Erstlingsfrüchte – Das Passahfest

Das Passahfest war das erste dieser drei großen Erntedankfeste. Es wurde auch das Fest der Erstlingsfrüchte oder Chag Habikurim genannt.

„Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und ihr seine Ernte erntet, dann sollt ihr eine Garbe der Erstlinge eurer Ernte zum Priester bringen. Und er soll die Garbe vor dem HERRN schwingen zum Wohlgefallen für euch; am andern Tag nach dem Sabbat soll der Priester sie schwingen.“ (3. Mose 23,10+11)

Jedes Jahr zum Passahfest, am „Tag nach dem Sabbat“ musste eine Garbe der Erstlingsfrüchte (bikurim) vor dem Herrn geschwungen werden.

Die Bedeutung der Erstlingsfrüchte

Die Erstlingsfrüchte repräsentierten nicht nur die allerersten Früchte des Jahres, sondern auch die gesamte Ernte. Paulus erklärt in Römer 11,16:
„Wenn aber der Erstling heilig ist, so auch der Teig; und wenn die Wurzel heilig ist, so auch die Zweige.“

Das Schwingen der Erstlingsfrüchte vor Gott war eine Deklaration: Die ganze Ernte gehört Ihm. Sein Segen auf dem Samen war entscheidend, denn nur Er schenkt das Wachstum.

Dasselbe Prinzip galt für das Vieh und auch für jede Familie. Gott sagte:
„Heilige mir alle Erstgeburt! Alles bei den Söhnen Israel, was zuerst den Mutterschoß durchbricht unter den Menschen und unter dem Vieh, mir gehört es.“ (2. Mose 13,2)

Israel – Der Erstgeborene unter den Nationen

Gott bezeichnete Israel als seinen Erstgeborenen:
„So spricht der HERR: Mein erstgeborener Sohn ist Israel“ (2. Mose 4,22).

Damit gab Gott Israel eine besondere Stellung unter den Nationen. Gleichzeitig machte Er deutlich, dass Er durch Israel alle Nationen segnen wollte. Genau dies hatte Er bereits Abraham zugesagt:
„In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde“ (1. Mose 12,3).

Dieser Segen erfüllt sich durch den Messias Jesus, den „Samen Abrahams“ (Galater 3,13–16). Darüber hinaus verheißt Israels Berufung als Erstgeborener auch Hoffnung für Israels Wiederherstellung, verbunden mit einem doppelten Segen (5. Mose 21,15–17; Jeremia 31,8+9).

Jesus – Der Erstgeborene aus den Toten

Während der Passahwoche, „am Tag nach dem Sabbat“, wurde im Tempel die Erstlingsgabe geschwungen. Genau an diesem Tag ist Jesus auferstanden.

„Aber nach dem Sabbat, in der Morgendämmerung des ersten Wochentages, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen“ (Matthäus 28,1).

Jesus wurde der „Erstgeborene aus den Toten“ (Kolosser 1,18; 1. Korinther 15,20). Er überwand als Erster den Tod, doch nicht nur für sich selbst. In Ihm finden Millionen Menschen ewiges Leben. Deshalb nennt ihn die Bibel auch „den Erstgeborenen unter vielen Brüdern“ (Römer 8,29).

Er ist der „Erstgeborene aller Schöpfung“ (Kolosser 1,15) und hat „den Vorrang in allem“ (Kolosser 1,18). Darum ehren wir Ihn nicht nur als unseren Bruder, sondern beten Ihn als unseren König, Herrn und Erlöser an.

Fazit

Die Erstlingsfrüchte repräsentieren das Beste, was wir haben, und symbolisieren zugleich alles, was uns gehört. Wenn wir sie Gott mit einem dankbaren Herzen geben, verheißt Er uns seinen Segen:

„Ehre den HERRN mit deinem Besitz, mit den Erstlingen all deines Ertrages. Dann füllen deine Speicher sich mit Vorrat, und von Most fließen über deine Keltern“ (Sprüche 3,9-10).

Seien Sie ermutigt, Gott Ihr Allerbestes zu geben!

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