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Das ist passiert: Israel hat sich für die Fußballweltmeisterschaft 2026 nicht qualifiziert. Ganz „rausgeflogen“ ist der jüdische Staat aber nicht. Zahllose Trainer, Spieler und Fans führen ihre Niederlagen auf eine „zionistische Verschwörung“ zurück. Ägyptens Nationaltrainer widmete den Sieg gegen Australien „Palästina“ und spuckte in Richtung einer israelischen Flagge aus. Nach der Niederlage gegen Argentinien beschimpften Fans den französischen Schiedsrichter François Letexier als Zionist. Auf Wikipedia wurde ihm eine „orthodox-jüdische Familie“ angedichtet. Ähnliche Gerüchte wurden über Lionel Messi aufgewärmt. Auch der norwegische Spieler Erling Haaland sieht sich antisemitischem Hass ausgesetzt, weil er 2025 mit seinem Fan Omer Shem Tov telefoniert hatte, als dieser nach 505 Tagen aus Hamas-Geiselhaft freigekommen war. Nach Marokkos Niederlage gegen Frankreich skandierten Fans in den Straßen Europas und Nordafrikas "Juden ins Gas".
Das sollten Sie wissen: Antisemitische Deutungen der Fußball WM und sonstigem Weltgeschehen sind so allgegenwärtig, dass selbst künstliche Intelligenz verwirrt ist. Auf die einfache Google-Frage, ob Israel bei der WM dabei sei, antwortete die KI: „Der Staat Israel existiert noch nicht. Das britische Protektorat Palästina, zu dem Teile des heutigen Israels gehörten, nimmt nicht teil.“ Offenbar wurde ein historischer Eintrag in der Online-Enzyklopädie zur Nationalmannschaft des britischen Mandatsgebiets ohne Einordnung übernommen.
Auch die FIFA misst mit zweierlei Maß. Palästinensische Flaggen sind im Stadion ausdrücklich erlaubt, da „Palästina“ FIFA-Mitglied ist. Gleichzeitig durfte die israelische Flagge aus „Sicherheitsgründen“ nicht gezeigt werden. Besonders streng wurden iranische Fans behandelt, die die vorrevolutionäre iranische Löwen-und-Sonne-Flagge zeigten. Da plötzlich waren politische Symbole streng untersagt.
Darum ist es wichtig: Israel und Juden werden regelmäßig zu Projektionsflächen für politische Botschaften, Hass und Verschwörungserzählungen. Der Versuch, Sportveranstaltungen unpolitisch zu halten, ist so nobel wie vergeblich. Antisemitisch wird es dann, wenn Israel anders behandelt wird als alle anderen. Beim Fußball darf Israel schon lange nicht richtig „mitspielen“. Nach Boykotten vieler arabischer Staaten wurde Israel 1974 aus dem asiatischen Verband ausgeschlossen, zu dem es geografisch eigentlich gehört. Seit 1994 ist Israel dauerhaft UEFA-Mitglied und nimmt an den europäischen Qualifikationen für WM und EM teil.
(Foto: unsplash)
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