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Papst Franziskus betete im Vatikan an einer Krippe, in der das Jesus-Kind auf einer Kufiya lag, einem "Palästinensertuch". Die Krippe wurde von palästinensischen Künstlern aus Bethlehem („Westjordanland“) gestaltet, bei der Einweihung war auch Ramzi Khouri dabei, ein Mitglied der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO). Der PLO-Vertreter überbrachte „warme Grüße“ vom Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmoud Abbas und bedankte sich für die „unerschütterliche Unterstützung des Papstes für die palästinensische Sache“.
Nach Kritik wurde einige Tage später die Kufiya kommentarlos entfernt - aber auch das Jesus-Kind. Der Papst betet nun nur noch vor Maria und Josef. Der Vatikan hatte sich bis Redaktionsschluss nicht zum fehlenden Jesus-Kind geäußert.
Jesus als Palästinenser darzustellen, entspricht einem neuen anti-jüdischen Zeitgeist. Leider unterstützt das Bild, das vom Vatikan aus um die Welt ging, diesen "Trend" - gleichgültig, ob diese Wirkung vom Papst beabsichtigt war oder nicht.
Doch auch wenn Israelgegner es behaupten: Jesus, Maria und Josef waren keine Palästinenser. Jesus kam als Jude zur Welt im jüdischen Königreich Judäa, regiert von König Herodes, der ebenfalls Jude war, auch wenn er sich mit den Römern verbündete und deren Götter anbetete. Herodes ließ auch den zweiten jüdischen Tempel bauen. Und als die Römer Jesus kreuzigten, stand auf der Kreuz-Inschrift: „Jesus aus Nazareth, König der Juden“.
Erst 132 n. Chr. wurde Judäa/Israel durch den römischen Kaiser in „Palästina“ umbenannt, als Strafe für den jüdischen Bar-Kochba-Aufstand. Es gibt ethnologisch kein Volk der Palästinenser. Heute ist Bethlehem Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete. Doch das macht Jesus nicht rückwirkend zu einem "Palästinenser".
Am 7. Oktober 2023 wurden 1.200 Israelis von Terroristen massakriert und über 250 Menschen in den Gazastreifen entführt. Weil sie Juden waren. Darunter Kfir Bibas, ein jüdisches Baby, das noch kein Jahr alt war. Eine jüdische Familie wie Josef, Maria und Jesus würde im "palästinensischen" Westjordanland heute kein herzliches Willkommen erleben und mit einem Tuch beschenkt werden. Sie könnte Betlehem nur unter Lebensgefahr betreten.
Das Jesus-Kind auf ein Palästinensertuch zu betten, ist deshalb nicht nur historisch falsch, sondern brüskiert die Opfer der Hamas. Und es erinnert daran, dass antisemitischen Kräfte in der Geschichte der Kirche immer wieder die jüdische Identität Jesu verleugnen haben - leider mit Erfolg und bösen Folgen.
Foto: Jassir Arafat 1974 mit Kufiya. Er hat das "Palästinensertuch" als Symbol für Terror und "Widerstand" gegen Israel berühmt gemacht (Arichv: The National Museum of Romanian History/Wikipedia)
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