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Die israelisch-marokkanischen Beziehungen sind in der arabischen Welt „einzigartig“. Das sagte Marokkos Außenminister Nasser Bourita am Sonntag. Das nordafrikanische Königreich hatte am Donnerstag die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel angekündigt. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die Souveränität Marokkos über Westsahara anerkannt.
Seit den 1970er Jahren erhebt Marokko Anspruch auf das Territorium an der Atlantikküste Nordwestafrikas. Die Frente Polisario, eine militärische und politische Organisation in Westsahara, will dort jedoch einen unabhängigen Staat errichten. Marokko ist das vierte arabische Land, das sich 2020 zur Aufnahme von Beziehungen mit Israel entschieden hat.
Bourita erklärte, dass es sich dabei um eine „Formalisierung“ handle, denn Marokko und Israel würden seit Jahren „normale“ Beziehungen unterhalten. Dazu würden insbesondere die jüdische Gemeinde in Marokko und die rund 700.000 Israelis marokkanischer Abstammung beitragen, sagte Bourita. Israel und Marokko hatten in den 1990er Jahren Verbindungsbüros in Rabat bzw. Tel Aviv eröffnet, ließen diese jedoch 2002 nach Ausbruch der Zweiten Intifada wieder schließen. In den letzten Jahren haben die beiden Länder aber wieder inoffizielle Beziehungen aufgenommen. Zehntausende Israelis reisen jedes Jahr nach Marokko.
Unter den Juden Marokkos hat die Ankündigung Freude ausgelöst. „Die ganze jüdische Gemeinde ist voller Freude“, sagte eine Jüdin in Marokko. „Es ist eine sehr starke und mutige Geste von König Mohammed VI.“ Das Abkommen werde für alle Marokkaner positive Auswirkungen haben – nicht nur für Juden, sagte sie.
„Jeder spricht darüber – unsere jüdischen Kunden und unsere muslimischen Kunden“, sagte Kevin Fhal, Inhaber einer Bäckerei in Casablanca. Rund 2.000 Juden leben in dem nordafrikanischen Königreich, mehr als in jedem anderen arabischen Land. Marokko erkennt die jüdische Gemeinde als Bestandteil seiner nationalen Identität an. 1948 lebten noch rund 265.000 Juden in Marokko. Die meisten von ihnen emigrierten in den 1950er und 1960er Jahren nach Israel, Frankreich und Nordamerika.
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