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Südafrikas vergessene Helden

Südafrikas vergessene Helden

Das Land, das Israel anklagt, hat Jude viel zu verdanken.
Karin Lorenz

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Südafrika; Foto: Nelson Mandela, Wikipedia, John Mathew Smith

Das ist passiert: Der Internationale Gerichtshof hat die von Südafrika eingereichte Völkermord-Klage gegen Israel angenommen und das Verfahren eröffnet, Israel aber nicht zum Ende des Militäreinsatzes verpflichtet. Ein endgültiges Urteil zur Völkermord-Anklage kann sich noch Jahre hinziehen.

Das ist der Hintergrund: Manche politische Beobachter warnen seit längerem vor einem neuen Rassismus gegen weiße Bürger in Südafrika, die nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen. 2023 rief der bekannte schwarze Politiker Julius Malema der Partei EFF in einem Fußballstadion unter dem Applaus von über 100.000 Menschen offen zum Mord an Weißen auf. Südafrika gilt als zunehmend antiwestlich orientiert. Die Regierungspartei ANC unterhält enge Kontakte zur Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO und gilt als Hamas-freundlich. Im 62 Millionen Einwohner großen Südafrika leben knapp 60.000 Juden, viele kamen im 19. Jahrhundert aus Osteuropa und gelten deshalb ebenfalls als „Weiße“. Ihnen wird auf antisemitischen Hassdemonstrationen vorgeworfen, nicht zu Südafrika zu gehören. Der bereits seit Jahren zunehmende Judenhass ist seit dem 7. Oktober weiter eskaliert.

Das sollten Sie wissen: Südafrikas Juden spielten einst eine wichtige Rolle im Freiheitskampf der Schwarzen in Südafrika und trugen maßgeblich zum Sieg über die Apartheid bei. Überdurchschnittlich viele Juden gehörten zu Nelson Mandelas zuverlässigsten Verbündeten und engsten Freunden. Allein fünf der 17 ANC-Führer, die 1963 festgenommen wurden, waren Juden. Seit Mandelas Tod 2013 gerät dies zunehmend in Vergessenheit, stattdessen haben die antisemitische BDS-Bewegung und ein radikal israelfeindlicher muslimischer Bevölkerungsteil die öffentliche Debatte übernommen. Je mehr sich Südafrika gegen die Juden im eigenen Land und gegen Israel wendet, desto mehr scheint jedoch der Segen zu schwinden, den der schwarze Versöhnungsprediger Mandela mithilfe seiner jüdischen Unterstützer dem Land gebracht hatte. In Südafrika verzeichnet man aktuell einen Rekordanstieg an Gewaltverbrechen. Allein die Mord-Rate erreichte mit 27.000 Mordopfern 2023 ein trauriges 20-Jahres-Hoch.

(Foto: Nelson Mandela, Wikipedia, John Mathew Smith)

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