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Tapfere Fußballerinnen und Irans Jagd auf “Verräter”

Tapfere Fußballerinnen und Irans Jagd auf "Verräter"

Drohungen und Verhaftungen
Carmen Shamsianpur, Islamwissenschaftlerin & Historikerin
eine Frau in rotem Gewand hinter Gitterstäben. Sie hält zwei, die etwas auseinanderstehen, in der Hand und schreit durch diese hindurch

Das ist passiert: Die iranische Polizei hat in den vergangenen Tagen erneut Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen festgenommen und sie beschuldigt, Informationen an Israel und die USA weitergegeben zu haben. Allein am Sonntag verkündete ein Polizeichef 500 Festnahmen. Bei der Fußball-Asienmeisterschaft der Frauen in Australien verweigerte im Februar die iranische Frauen-Nationalmannschaft das Singen der Nationalhymne. Sieben der Frauen gelang es, ihren „Betreuern“ zu entkommen und einen Asylantrag zu stellen. Fünf von ihnen zogen den Antrag wieder zurück. Berichten zufolge sind sie am Mittwoch im Iran angekommen. Sie gelten als Verräterinnen.

Das sollten Sie wissen: Es ist gängige Praxis des Regimes, die Familien von Dissidenten zu bedrängen, um Opposition zum Schweigen zu bringen. Aus Angst um ihre Familien im Iran sollen die Fußballerinnen ihre Asylanträge zurückgezogen haben. Das in die Ecke getriebene Regime versucht innen- und außenpolitisch sowie militärisch alles, um sich an der Macht zu halten. Versammlungsverbote, Internetsperren und Einschüchterung sollen die Menschen vom Protestieren abhalten. Auf kurze Sicht war diese Strategie bislang erfolgreich. Selbst die größten Protestwellen konnte das Regime damit zum Abklingen bringen.

Darum ist es wichtig: Unter der Oberfläche gärt der Protest weiter. Auf lange Sicht wird die Rechnung der Ayatollahs nicht aufgehen. Die Gewaltexzesse gegen Demonstranten in den vergangenen Monaten haben die Entschlossenheit der Menschen verhärtet, das Regime zu Fall zu bringen. Die Fußballerinnen wurden zu Symbolfiguren für die Schwäche des Regimes, das nicht einmal mehr die Loyalität seiner Nationalsportler hat.

Außerdem zeigen die blindwütigen Verhaftungswellen, welche Angst das Regime vor Informanten im Innern und der Unterwanderung durch den israelischen Geheimdienst hat. Eine begründete Paranoia macht sich breit, weil der Mossad offenbar über detaillierte Informationen über den Aufenthalt von Führungspersonen verfügt, Straßenkameras kontrolliert, ungehindert Operationen durchführt und sogar in der Lage ist, Drohnen von iranischem Gebiet zu starten.

Die Zeiten, in denen das iranische Volk scheinbar allein gegen seine Regierung kämpfte, sind vorbei.

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(Foto: Frauen im Iran - erstellt von der iranischen Fotokünstlerin Shima Abedinzade)

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