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„Wir bauen nicht nur Brücken in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft!“ Mit dieser Aussage fasste Shaya Ben Yehuda, Direktor für Internationale Beziehungen in Yad Vashem beim großen ICEJ-Tag in Stuttgart die gemeinsame Mission von Christen und Juden zusammen. „Dadurch, dass wir die Erinnerung an den Holocaust mit euch gemeinsam bewahren, werden wir getröstet“, erklärte er den 1500 Besuchern, die am 1. Mai aus unterschiedlichsten christlichen Gemeinden zusammengekommen waren. „Ihr stärkt unsere Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Mit eurer Hilfe, Freundschaft und Unterstützung bringen wir Licht in diese Welt!“
Die geballte Solidarität der ICEJ-Freunde, die sich im GOSPEL FORUM versammelt hatten, um Israels 70. Geburtstag zu feiern, verfehlte ihre Wirkung offensichtlich nicht. „Mir stehen Tränen in den Augen“, bekannte Ben Yehuda sichtlich bewegt. „Für mich persönlich ist es schwer, nach Deutschland zu kommen“, fuhr der Israeli mit österreichischen Wurzeln fort. Seine eigene Familie hatte im Holocaust sehr gelitten. „Aber ich weiß, meine Eltern wären glücklich gewesen, wenn sie gewusst hätten, dass ich heute hier bin.“ Im Anschluss an die sehr persönliche Präsentation Ben Yehudas überreichte ICEJ-Leiter Gottfried Bühler einen Scheck in Höhe von 30.000 Euro für die so wichtige Arbeit der Holocaustgedenkstätte.
„Der Antisemitismus und der Anti-Israelismus nehmen erneut Fahrt auf“, erklärte Bühler. „Doch der Gott Israels ist größer als jeder Antisemitismus. Wir stehen zum Gott Israels, zu Gottes Volk und setzen uns gegen den Judenhass ein.“ Zu den weiteren Ehrengästen des Events gehörten der messianisch-jüdische Pastor Daniel Yahav aus Tiberias, der jüdisch-orthodoxe Rabbiner Jitzhack Naki aus Jerusalem, Katja Tsafrir vom Jüdischen Nationalfonds KKL, Udi Lehavi von Keren Hayesod, Jobst Bittner, Initiator der Marsch des Lebens-Bewegung, Dr. Michael Blume, der neue Antisemitismus-Beauftragte des Landes Baden-Württemberg und Martin Baron vom Ermutigungsdienst „Gottes Haus.“
Einen Rückblick in die Vergangenheit und einen Ausblick in die Zukunft wagte auch Daniel Yahav, der Pastor der größten hebräisch sprachigen messianisch-jüdischen Gemeinde in Israel ist. „Israel ist ein Wunder“, sagte Yahav, der ein klares Bekenntnis zum Gott Israels und zu seinem Sohn Jeschua (Jesus) ablegte. Nach einem Rückblick auf viele „wunderbare“ Begebenheiten im Leben seiner eigenen Familie analysierte der Major der Reserve in einem zweiten Teil die aktuelle Lage im Nahen Osten. Schließlich zeigte er die Parallelen zwischen dem Leben Jesu und dem Leben Josefs im Alten Testament auf.
Jitzhack Naki, der eine Hilfsorganisation für Bedürftige in Jerusalem leitet, betonte die Wichtigkeit des Glaubens für das Überleben des jüdischen Volkes. Seine Zusammenarbeit mit Christen in aller Welt sorge in der jüdisch-orthodoxen Welt für Kopfschütteln, erzählte er. Doch gleichzeitig berühre es Menschen in seinem Umfeld sehr, wenn sie von der Liebe und dem Interesse der Christen erführen.
Das bunte und abwechslungsreiche Programm wurde auch musikalisch von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geprägt. Der Oratorien-Chor unter der Leitung von Monica Meira Vasques begeisterte mit Auszügen aus Händels Messias auf Hebräisch. Die Band von Gottfried Bühler und Freunden gab den gemeinsamen Lobpreiszeiten einen modernen Klang, während die Tanzgruppe Profil mit ihren Israeltänzen jugendliche Leichtigkeit verbreitete.
ICEJ-Mitarbeiter Christoph Scharnweber gab zudem wichtige Impulse für das Israel-Gebet, welche die Teilnehmer gleich an Ort und Stelle in kleinen Gruppen umsetzten. Dabei war erneut der wachsende Antisemitismus ein wichtiges Thema. Mit Blick auf den ansteigenden Judenhass bekräftige Dr. Michael Blume: „Wer einen Glauben, ein Volk, einen Staat bedroht, bedroht die ganze Welt! Schützen wir Israel, dann schützen wir die Welt.“
„Wir brauchen eure Hilfe, um die neue Welle des Antisemitismus zu bekämpfen“, hatte Shaya Ben Yehuda zu Beginn des Israel-Tages erklärt.
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