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Das ist passiert: Seit einigen Wochen schon ist bekannt, dass sich mehrere Dutzend Terroristen innerhalb der von Israel kontrollierten gelben Zone in Tunneln verschanzt haben – und dort festsitzen. Ihre genaue Anzahl ist unklar. Einige der ersten Meldungen sprachen von 200 Personen. Es könnten aber auch deutlich weniger sein. Die Hamas äußerte sich erst am 27. November zu ihren bei Rafah eingeschlossenen Terroristen und forderte für sie einen „sicheren Abzug“. Israel hingegen besteht auf einer ordentlichen Kapitulation. Rund 40 Terroristen wurden bei Fluchtversuchen erschossen, einige weitere festgenommen.
Das sollten Sie wissen: Israel hat erwogen, die Terroristen freizulassen, sofern sie kapitulieren, die Waffen niederlegen und dem Terror abschwören. Allerdings ist umstritten, ob das für alle Männer egal welchen Ranges gelten soll und ob es solche Freilassungen geben dürfe, solange nicht alle Geiseln zurückgegeben wurden. Nach der Rückführung der Leiche des thailändischen Arbeiters Sudthisak Rinthalak befindet sich noch ein ermordeter Israeli, Ran Gvili, in den Händen der Hamas. Laut eigenen Angaben sucht die Terrorgruppe nach dessen Leiche. Derweil mangelt es den eingeschlossenen Terroristen in den Tunneln an Nahrungsmitteln und Sauerstoff. Sie haben in den vergangenen Jahren tausende Straftäter aus israelischen Gefängnissen freikommen sehen – in bester Verfassung. Eventuell waren sie selbst schon einmal dort. Sie glauben also nicht, dass israelische Gefangenschaft schlimmer sein könnte als der Hungertod im Tunnel. Was hindert sie daran zu kapitulieren?
Darum ist es wichtig: Die wahrscheinlichste Antwort liegt im Kern der Hamas-Ideologie, und damit auch im Kern des gesamten Krieges. Eine Kapitulation kommt für die Terroristen nicht in Frage. Lieber opfern sie sich selbst, ihre Familien und die palästinensische Zivilbevölkerung. Vom Kindergarten bis zur Kampfausbildung wird den Männern eingeschärft, dass eine Kapitulation Verrat sei. Wer sich den Israelis ergibt, verliert seine Ehre – und seine Daseinsberechtigung. Er gilt als Sicherheitsrisiko, weil er bei israelischen Verhören Informationen preisgeben könnte. Solche angeblichen „Kollaborateure mit Israel“ haben eine grausame Behandlung durch die Hamas zu befürchten. Für die Eingeschlossenen ist also die Aussicht, dem Terror abzuschwören und dann von Israel freigelassen – oder besser gesagt „ausgeliefert“ zu werden – das größte Horrorszenario.
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