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Segen auf Rädern

Häuslicher Pflegedienst unterstützt ukrainische Flüchtlinge
Maxine Carlill
Ein Bild mit zwei Aufnahmen, die durch einen diagonalen weißen Balken voneinander abgehoben sind. das obere Bild zeigt eine Straße gesäumt mit Palmen und blauem Himmel, das untere ein zerstörtes Gebäude

Die Krankenschwester der ICEJ, Corrie van Maanen, ist mit dem Auto in Israel unterwegs, neben sich eine Frau aus der Ukraine, die ihre dramatische Fluchtgeschichte erzählt.

Ein großes Wunder

Während der Fahrt wirft Corrie einen Blick auf ihre Mitfahrerin, die gerade genüsslich das Mittagessen verspeist, das sie ihr besorgt hat. „Wie lange es wohl her ist, seit diese Frau das letzte Mal etwas gegessen hat,“ fragt sich Corrie. Dann hört sie etwas, das sie noch tiefer berührt: „Von der ersten Minute an, als ich diesen Fluchtweg antrat, wusste ich, dass der Gott Israels mit mir ist, in jeder Phase dieser beängstigenden Reise.“ Eine Woche vorher hatte Corrie einen sehr besorgten Anruf von Katya erhalten, einer ukrainisch-jüdischen Einwanderin, die von der ICEJ-Sozialabteilung unterstützt wird. Ihre Worte überschlugen sich nur so am Telefon: „Meine Mutter ist aus Energodar herausgekommen, und das ist wirklich ein großes Wunder! Und jetzt ist sie auf dem Weg nach Israel!“ Monatelang war es unmöglich gewesen, diesen stark umkämpften Ort zu verlassen.

Auf dem Weg nach Israel

Katya war vor einigen Jahren mit ihrem Mann nach Israel ausgewandert. Das Paar heiratete jung und hatte bald drei Kinder. Das belastete die Ehe sehr und führte schließlich zur Trennung. In dieser schwierigen Zeit kam sie mit der ICEJ-Sozialabteilung in Kontakt und erhielt praktische und finanzielle Hilfe. Eine Woche später rief Katya erneut von Beerscheba aus an, diesmal in Panik. „Meine Mutter kommt schon morgen an, aber es gibt niemanden, der sie vom Flughafen abholen kann.“

Ein Tag der Freude

„Am nächsten Tag fuhr ich mit einem Foto ihrer Mutter zum Flughafen Ben Gurion“, berichtet Corrie. „Dort wartete ich angespannt, sah die Türen der Ankunftshalle sich öffnen und schließen. Plötzlich kam eine Dame allein durch die Tür, müde aussehend, sich suchend umschauend. Das musste Katjas Mutter sein! Nach einer herzlichen Umarmung mit viel Tränen überwog die Freude. Sie war in Sicherheit! Sie war in Israel!“ Unterwegs vom Flughafen zu Katjas Haus hörte Corrie dann ihre bewegende Fluchtgeschichte.

Leider sind ihr Mann und ihr Sohn mit Familie immer noch in der Ukraine. „Keine Worte konnten das ausdrücken, was Mutter, Tochter und Enkelkinder in Beerscheba empfanden, als sie endlich vereint waren,“ erzählt Corrie bewegt, „nur Freudentränen und Umarmungen.“

Segensfahrzeug

Als sie nach Jerusalem zurückfährt, wird Corrie wieder neu der besondere Charakter der Arbeit des häuslichen Pflegeprogramms bewusst. „Sie bringt sich dort ein, wo es dringenden Bedarf gibt, auch wenn das Zeit und Mühe kostet. Wie meine heutige Mission, bei der mein Auto zu einem Segensfahrzeug für eine Mutter wurde.“ Ein paar Tage später hörte Katyas Mutter, dass ihre Heimatstadt von einem gewaltigen Raketenangriff getroffen worden war, bei dem das Haus ihrer Nachbarin beschädigt und Bekannte getötet wurden. Obwohl sie gern mit ihrer Tochter zusammenlebt, kämpft sie immer noch mit Heimweh und vermisst ihre zurückgelassenen Lieben.

Unser Auftrag

Seit der Krieg in der Ukraine vor über neun Monaten ausgebrochen ist, hat die Arbeit des häuslichen Pflegeprogramms eine zusätzliche Auf-gabe übernommen. Sie bietet Einwanderern nicht nur Hilfe bei der Bewältigung ihres täglichen Lebens in Israel, sondern hat auch ein Ohr für die traumatischen Erfahrungen und seelischen Schmerzen, die sie in einem von Krieg heimgesuchten Land und während ihrer Alijah erlitten haben. Unser Auftrag als ICEJ weltweit ist zu trösten, zu beten und praktisch zu unterstützen.

(Foto: Neue und alte Heimat: Einkaufsstraße in Beerscheba und zerstörte Gebäude in Energodar)

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