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Bekleidet mit einem Turban und einer blauen, mit Silber durchwebten Tunika, steht ein Mann in einer Schneiderwerkstatt der Jerusalemer Altstadt. Neben ihm ist das weiße Nähgarn bereits in den Spulen der Nähmaschinen aufgefädelt. Bei diesem Raum handelt es sich um die jüngste Errungenschaft des Tempelinstitutes. In Vorbereitung auf den Bau des Dritten Tempels auf dem Berge Moria, auf dem momentan die Al-Aksa-Moschee steht, ist vor Kurzem die Werkstatt für die Herstellung priesterlicher Gewänder feierlich eröffnet worden.
Während Aviad Jeruffi, der Designer der Gewänder, ein biblisches Wallfahrtslied auf den Saiten seiner Gitarre zupft, werden die Maße von Rabbi Shlomo Riskin genommen. Er ist Hauptrabbiner von Efrat und selbst ein Kohen, d.h ein Priester aus der Geburtslinie Aarons, des Bruders von Mose.
Seit der Zerstörung des Zweiten Tempels durch die Römer im Jahre 70 n. Chr. sind keine priesterlichen Gewänder mehr getragen worden. Sie können auch nicht funktionsträchtig werden, bis der Dritte Tempel gebaut ist.
Kohanim (Mehrzahl von Kohen), werden vom Institut als solche anerkannt, wenn ihr Großvater väterlicherseits gemäß biblischer Tradition gelebt hat. Heutzutage haben sie besondere religiöse Verantwortungsbereiche inne. In altertümlichen Zeiten führten sie die wichtigsten priesterlichen Pflichten im Tempel aus.
Ungefähr ein Drittel der Torahgebote können nicht ohne einen Tempel befolgt werden. Sie gehören zum Hauptaufgabenbereich der Kohanim.
Doch für viele erscheint ein Dritter Tempel wie ein nebulöses Traumgebilde oder viel mehr wie ein politischer Alptraum, da ein moslemisches Heiligtum, der Felsendom, und die Al-Aksa Moschee, Islams drittheiligstes Bauwerk, gegenwärtig auf dem Tempelberg stehen.
Rabbiner Jehuda Glick, Direktor des Tempelinstitutes, meint, dass die Moslems den Bau des Tempels unterstützen werden: „Es gibt bereits einige Moslems, die unter der Hand mit uns in Verbindung stehen,“ sagt er. Wenn der Tempel aufgebaut ist, müssen die Kohanim bei der Ausführung ihrer Aufgaben die richtige Kleidung tragen, so Glick.
Zu jedem persönlichen Kleidersatz gehören ein Turban, Tunikahosen und ein Gürtel. Alles ist maßgeschneidert.
„Wir sprechen hier von Männern, die eine große Sehnsucht in sich tragen, bei der Arbeit im Beit Hamikdash (Tempel) dabei zu sein“, sagt Glick.
Jahrelange sorgfältige Studien waren zur exakten Herstellung der Gewänder nach den biblischen Vorgaben nötig. So musste ein Spezialflaxfaden aus Indien importiert werden. Auslandsreisen waren nötig, um die korrekten Farbstoffe zu erhalten, u.a. nach Istanbul, um dort Bergwürmer zu kaufen, aus denen der richtige Rotton gewonnen wird.
Die Quelle für den richtigen Blauton an den rituellen Fransen der Gewänder war verloren gegangen, bis die gemeinnützige Organisation Ptil Tekhelet die chilazon (eine besondere Schneckenart, aus der dieser Blauton gewonnen wurde) als die murux trunculus, bzw. hexaples trunculus identifizierte.
„Der Tempel ist nicht nur für das jüdische Volk da. Er vereinigt die Welt um ein zentrales Haus des Gebetes herum. Die Propheten haben vorausgesagt, dass in der Endzeit alle Nationen nach Jerusalem kommen und sich am Bau dieses Tempels beteiligen werden“, sagt Glick.
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