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Schutzbunker

Flucht im Schlafanzug
Karin Lorenz
drei Männer bringen ein schild an einer Außenwand eines Gebäudes an

Flucht im Schlafanzug

Um 03:59 Uhr heulen die Raketen in Jerusalem, Tel Aviv und zahlreichen anderen Orten. Während der letzten Nacht in Israel erlebt die Reisegruppe der ICEJ, wie wichtig die schnelle Erreichbarkeit eines Schutzbunkers für die Psyche und Sicherheit der Menschen in Israel ist.

Unsanftes Erwachen

Aus dem Tiefschlaf aufgeschreckt, hasten die Menschen in Zentralisrael mit wirren Haaren und im Schlafanzug in die Schutzräume und Bunker – auch unsere Reisegruppe. Am Tag zuvor standen wir noch vor einem neuen Schutzbunker neben dem Arugot Visitor Center in Netivot. Rabbiner Shmuel Bowman hatte seine Wasserwaage mitgebracht. Wir haben gescherzt und gelacht. Wir wollten ein Spenden-Schild am neuen Bunker befestigen, den der deutsche Zweig der ICEJ finanziert hat. Aber irgendwie sah das Schild immer schief aus. Schließlich legte unser Rabbiner-Freund die Wasserwaage beiseite, und wir befestigten das Schild nach Augenmaß.

Zehntausende Raketen

Der Raketenbeschuss gehört noch immer zum Alltag in Israel. Und es begann nicht erst mit dem 7. Oktober 2023. Schon zuvor wurden viele Ortschaften immer wieder mit Raketen beschossen – Zehntausende über die Jahre hinweg. Die Welt hat diesen massiven Raketenterror gegen israelische Zivilisten wie selbstverständlich hingenommen. Erst seit Israel sich wehrt und versucht, die massiven Angriffe zu beenden, melden sich internationale Medien und Politiker zu Wort – meist mit Empörung und der Ermahnung an Israel, „nicht zu eskalieren“.

„Wer beschießt uns jetzt wieder?“, fragen sich die Israelis, wenn sie im Schutzbunker ausharren. „Kommen die Raketen aus dem Norden, dem Süden oder dem Osten – aus dem Libanon, dem Gazastreifen, Jemen oder Iran?“ Wobei sich Letztere nicht einmal eine gemeinsame Grenze mit Israel teilen.

Lobpreis im Schutzraum

Auch wir stellen uns die Frage, wer Israel beschießt, wenn wir im Schutzraum des Hotels sitzen. Heute Nacht sind es die Huthis aus dem Jemen. Reiseleiter Stephan Lehnert schlägt die Bibel auf. Wir beten Psalm 91 für Israel. Unsere österreichische Reiseteilnehmerin Hildegard Müller stimmt ein Lobpreislied an. Wir singen gemeinsam und spüren tiefen Frieden.

Als wir am nächsten Tag am Flughafen auf den Rückflug warten, folgt der nächste Raketenalarm – wieder ein Angriff auf Tel Aviv. Der Flughafen liegt knapp außerhalb der Gefahrenzone. Am Airport geht deshalb der Alltag weiter. Touristen, die keine Warn-App auf dem Handy installiert haben, merken am Verhalten der Einheimischen nichts vom gerade stattfindenden Angriff – so sehr sind die Israelis schon an Beschuss gewöhnt. Diesmal stammen die Raketen aus dem Gazastreifen. Wer darauf achtet, hört eine dumpfe Detonation: Israels Flugabwehrsystem „Iron Dome“. Nicht jede Rakete kann abgefangen werden.

„Eine Rakete schlug ein und explodierte nahe dem Arugot Visitor Center. Mitarbeiter und Besucher konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen – in einem Bunker, der vom deutschen Zweig der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem aufgestellt wurde.“ Diese Meldung erreicht uns eine Woche nach der Rückkehr unserer Reisegruppe. Der von deutschen Spendern finanzierte Bunker, den unsere Gruppe erst wenige Tage zuvor eingeweiht hatte, war bereits zum Lebensretter geworden.

Mit zwei Worten, die von Herzen kamen, kommentierte Rabbiner Shmuel Bowman die Meldung vom Raketeneinschlag nahe unserem Bunker:
„Thank you …!“

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