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Menschen erleben Krieg, Gewalt, Terror, Flucht und Katastrophen. Das verändert nicht nur ihr persönliches Leben radikal. Es bringt auch Spätfolgen wie „Posttraumatische Belastungsstörungen“ (PTBS) mit sich. Dazu gehören „Flashbacks“, unwillkürlich auftauchende Erinnerungen an das Geschehene, die sich ein Leben lang wiederholen können. In diesem Zusammenhang bewegt mich natürlich das, was Menschen im Nahen Osten in den letzten Jahrzehnten erlebt haben. Es hat in Israel und den umliegenden Ländern traumatische Spuren hinterlassen – in der gesamten Bevölkerung, insbesondere aber bei den in Kampfhandlungen verwickelten Soldaten.
Am Ende der Laubhüttenfest-Konferenz haben wir uns in der Hotellobby mit Michael Zamir, einem Rechtsanwalt, Mitte 40, verabredet, der ein Projekt für Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung initiiert hat. Wir, das sind mein Mann Dieter und ich sowie Joliene Stephan, Witwe des Gründers und langjährigen Leiters des deutschen Zweiges der ICEJ und ihre Tochter Elisabeth Stephan-Brämer. Bei einem Empfang des Jüdischen Nationalfonds in Berlin hatten die beiden neben Michaels Schwiegereltern, den Rozanskis, gesessen. „Ihr müsst unbedingt Michael kennenlernen“ erzählten die beiden. „Er hat ein großartiges Projekt für Menschen geplant, die ein schweres Trauma erlitten haben. Nach einem Einsatz im 2. Libanonkrieg war er selbst davon betroffen.“
Als Michael uns berichtet, was er im Sommer 2006 während des 2. Libanonkrieges erlebt hat, treibt uns das beim Zuhören Tränen in die Augen. „Im Geist erlebe ich immer noch Minuten oder Sekunden des schrecklichen Kriegs-Geschehens im Libanon - 8 km von der Grenze Israels entfernt.“ Michael schickt uns danach ein Video mit seiner Geschichte, die 2014 professionell aufgenommen wurde. Minutiös schildert er darin, wie das Haus, von dem die gefährliche Operation der IDF-Soldaten, zu denen er gehörte, ausgehen soll, von Raketen der Hisbollah beschossen wird und schließlich durch eine schreckliche Explosion in sich zusammenfällt. „Ich habe die ganze Zeit nur „Schmah Israel“ gerufen. Wie ein Roboter versuchte ich, meine Aufgabe als Sanitäter zu erfüllen,“ erzählt Michael. Nacheinander zieht er seine neun Kameraden ins Freie. Von einer israelischen Brigade entdeckt, werden alle Soldaten unter unaufhörlichem Beschuss per Hubschrauber gerettet. Außer Michael hat keiner den Einsatz überlebt, obwohl er von mehr als 230 Schrapnells getroffen worden war.
Insgesamt vier Jahre verbringt er im Jerusalemer Hadassah-Krankenhaus und anschließender Reha. Seine Freundin Danah, um deren Hand er kurz vor dem Einsatz angehalten hat, heiratet ihn noch im Krankenhaus und ist heute Mutter seiner vier Kinder. Nach Jura-Studium und Familiengründung findet er einen persönlichen Weg, mit dem Tod seiner neun Kameraden umzugehen: Im Garten seines Hauses pflanzt er für jeden einen Fruchtbaum, als Zeichen des Lebens.
Wenige Jahre später wird aus Michaels persönlichem Erleben ein 2019 behördlich anerkanntes Projekt mit dem Namen „Brothers Forever“ geboren. Ziel ist eine Reha-Einrichtung, die allen an Posttraumatischer Belastungsstörung Leidenden in Israel einen Ort gibt, der ihnen die Rückkehr in ein normales Leben ermöglicht. Zusammen mit zwei anderen Männern, die ähnliches wie er erlebt hatten, soll es ein Projekt werden, das auch in seiner äußeren Ausformung Leben bringt: Eine Reha-Farm in der Wüste Negev. Mit Äckern, Fruchtbäumen, Tieren, handwerklichen und sportlichen Möglichkeiten. Bis zu 50 Menschen sollen dort einen Platz finden, so lange und so oft sie ihn brauchen.
„Wir erleben schon jetzt Wunder,“ erzählt uns Michael begeistert. „Wir bekamen ein großes Stück Land nördlich von Beerscheba quasi geschenkt, eine ganze Anzahl Freiwilliger arbeitet bereits dort. Man lebt z.Z. in Zelten, ohne fließend Wasser und Elektrizität. Leitungen werden aber bald verlegt.“ Für die erste Phase des Projekts braucht es Sponsoren. Drei Firmen haben bereits Unterstützung zugesagt. Später soll sich die ganze Anlage einschließlich Personal finanziell selbst tragen – durch die Vermarktung der Erzeugnisse der Farm. Eine therapeutische Einrichtung hat bereits die professionelle Begleitung versprochen und Krankenkassen haben zugesagt, die Kosten für die Arbeit der Trauma-Therapeuten zu übernehmen. Elisabeth und ich beten und überlegen nach unserer Rückkehr nach Deutschland, ob nicht die ICEJ zu den Anfangs-Sponsoren dieses Projekts gehören könnte. So bitte ich Elisabeth, nach Genehmigung des Vorstands, gleich „Nägel mit Köpfen“ zu machen, die Einladung zu einer Baumpflanzung auf dem Farmgelände anzunehmen und einen „Begrüßungs-Scheck“ über 5000 Euro zu überreichen.
Unmittelbar danach schickt Elisabeth mir eine begeisterte Nachricht. Sie hat auf dem gut besuchten Event eine kurze Rede halten können, in der sie davon sprach, dass sie den deuschen Zweig der ICEJ vertritt, aber auch die weltweite ICEJ mit Millionen von Christen, die Israel lieben und unterstützen. „Als Christen haben wir dieselben Wurzeln wie das jüdische Volk und lesen und glauben das, was in eurem Tanach steht,“ führte Elisabeth aus. Als sie dann den Scheck überreicht, ist die Freude groß: „Es war unglaublich! Viele kamen auf mich zu und haben sich bedankt für die Liebe und den Trost, die sie spüren konnten, Schüler, Soldaten, Angehörige, teils mit Tränen in den Augen.“
Wer dazu beitragen möchte, dass die ICEJ dieses Projekt finanziell unterstützt, kann dies mit einer Spende tun. Als Verwendungszweck bitte ‚Reha-Farm‘ angeben. Herzlichen Dank!
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