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Rund 450 Gäste sind auf Einladung der ICEJ-Schweiz am Sonntag in Basel zusammengekommen, um den 125. Jahrestag des Ersten Zionistenkongresses von 1897 zu begehen. Im Stadtcasino Basel, dem Originalschauplatz des Kongresses unter dem Vorsitz des jüdischen Visionärs Theodor Herzl, begrüßten René Emmenegger, Nationaler Direktor der ICEJ-Schweiz, und ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler (Jerusalem) die christlichen und jüdischen Teilnehmer und Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft, darunter die israelische Botschafterin in der Schweiz Ifat Reshef. „Genau 51 Jahre nach diesem Kongress, der in dieser Halle stattfand, wurde der Staat Israel geboren und das Wunder dieses Basler Kongresses nahm seinen Lauf“, sagte Bühler. „Ich glaube, die Gründungsväter von damals hätten nie gedacht, was heute in Eretz Israel geschieht. Israel wurde zur ‚Start-up-Nation‘ und nimmt eine weltweit führende Rolle in Forschung und Entwicklung ein. Heute sind wir hier, um Gottes Wirken am jüdischen Volk zu feiern und um zu bekräftigen, dass wir das jüdische Volk auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten unterstützen werden.“ (Foto: ICEJ, ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler spricht im Stadtcasino Basel, 28.08.2022)
Bühler und Emmenegger bekräftigten gemeinsam die um sechs Zusatzpunkte ergänzten Thesen von Seelisberg aus dem Jahr 1947. Kurz nach der Schoa hatten christliche und jüdische Leiter auf einer Konferenz in Seelisberg (Schweiz) zehn Thesen formuliert, um Christen für einen entschiedeneren Einsatz im Kampf gegen Antisemitismus zu gewinnen. Nach jahrhundertelanger Judenfeindlichkeit stellte dieses Treffen einen Wendepunkt in den jüdisch-christlichen Beziehungen dar. Die sechs Zusatzpunkte bestätigen u.a. die zentrale Bedeutung des Landes Israel im Judentum, das unbestreitbare Existenzrecht Israels, den Status Jerusalems als ewige und ungeteilte Hauptstadt Israels, den Auftrag von Christen weltweit, an der Seite Israels zu stehen, und ein entschiedenes Eintreten gegen jegliche Versuche, den jüdischen Staat zu delegitimieren. „Die Konferenz von Seelisberg fand ein Jahr vor der Gründung des modernen jüdischen Staates Israel statt. Deshalb fordern wir alle Christen dazu auf, diese Zusatzthesen im Geist von Seelisberg aufzunehmen“, sagte Bühler.
Während des Festakts, der auf die Initiative des Ehrenpräsidenten und langjährigen Vorsitzenden der ICEJ-Schweiz Hansjörg Bischof zurückging, unterstrichen zahlreiche Referenten, darunter Theologen, Historiker und Völkerrechtsexperten, die historische und prophetische Bedeutung des Ersten Zionistenkongresses sowie die Legitimität des jüdischen Staates Israel. Außerdem ermutigten sie die Zuhörer, in die Fußstapfen der christlichen Zionisten von damals zu treten, sich aktiv an die Seite Israels zu stellen und dem wachsenden Antisemitismus entgegenzutreten. „Der Antisemitismus ist leider nicht verschwunden, er tritt heute unter dem Deckmantel der Israel-Kritik auf“, sagte Mojmir Kallus, ICEJ-Vizepräsident für internationale Angelegenheiten. Er verwies auf die mögliche Verurteilung Israels als „Apartheid-Staat“ während der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen in Karlsruhe. „So wie sich damals Christen in Seelisberg mutig gegen die jahrhundertelange antijüdische Tradition der Kirche gestellt haben, rufen wir heute zum mutigen Widerstand gegen diese neue Form der Judenfeindlichkeit auf.“
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