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Bewaffnete Soldaten kontrollieren die Zufahrt. Wir steigen aus, zeigen unsere Pässe, beantworten Fragen. Ringsum hohe Zäune, Sperranlagen. Der Kibbutz Be’eri wirkt wie ein Hochsicherheitsgefängnis, fünf Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Ein Besuch.
Wir sind angemeldet, Vertreter der ICEJ und das Filmteam der TV-Produktion „Faszination Israel“. Die Soldaten wissen Bescheid über die Wiederaufbauprojekte der deutschen Christen, nicken freundlich. Dann warten wir auf Yarden, unseren Guide, der uns heute durch den Kibbutz führen wird. Be’eri ist seine Heimat.
Immer noch gelingt es der Hamas, gelegentlich eine Rakete abzufeuern, selbst nach Inkrafttreten des Waffenstillstands. Dann heulen wieder die Sirenen. Aber heute gibt es keinen Raketenalarm. Es ist ein friedlicher Tag, für die Verhältnisse. Manchmal hört man Detonationen aus der Ferne. Die israelische Armee sprengt Terrortunnel.
Während wir auf Yarden warten, rollen schwere Bau-LKW an uns vorüber. In der Ferne brummen Bagger und Betonmischer. Am 7. Oktober 2023 wurden große Teile des friedlichen Kibbutz völlig zerstört. Jetzt wird wiederaufgebaut.
Es ist nicht unser erster Besuch in Be’eri. Das Filmteam der ICEJ gehörte zu den ersten Medienvertretern, die nach dem Terrorüberfall der Hamas am 7. Oktober 2023 die Spuren der Verwüstung mit der Kamera dokumentierten, ausgestattet mit schusssicheren Westen und Helmen.
Weitere Besuche folgten. Mit jedem Kontakt wuchs das Vertrauen der Kibbutz-Verantwortlichen. Wir erfuhren von Schicksalen, die uns sprachlos machten. Wir hörten persönliche Überlebensgeschichten. Wir waren beeindruckt von den Hoffnungen und Zielen derer, die dem Terror entkamen, aber geliebte Angehörige verloren haben. Und wir hören immer wieder diesen Satz: „Wir wollen Be’eri wieder aufbauen. Schöner und größer als zuvor. Wir dürfen nicht davonlaufen!“ Unser Freund und Kibbutznik Danny Mejener ergänzte aber einmal: „Ich wüsste auch nicht, wohin.“
Be’eri liegt uns sehr besonders am Herzen. „Wie können wir helfen?“, lautete die Frage der ICEJ an die Kibbutz-Verantwortlichen. Als deutscher Zweig der ICEJ haben wir die Finanzierung eines der wichtigsten Wiederaufbau-Projekte übernommen: den Bau eines Therapeutischen Rehabilitations- und Begegnungszentrums. Anfang des Jahres kam ein weiteres Projekt hinzu, der Wiederaufbau der Zahnklinik von Be’eri. Auch Spender aus der Schweiz und Österreich beteiligen sich. Heute wollen wir das Baugrundstück besichtigen.
Yarden weiß vom Engagement der Israel-Freunde. Er lächelt, doch in seinem Blick liegt Traurigkeit. Er selbst war im Ausland am 7. Oktober 2023, erzählt er. Sein Bruder war in Be’eri und starb beim Versuch, den Kibbutz zu verteidigen. Er starb in der alten Zahnklinik. Wäre Yarden dagewesen, hätte er an seiner Seite gekämpft. Wir stellen keine Fragen. Von Gesprächen mit anderen Opfer-Angehörigen und Freunden wissen wir, dass viele Überlebende sich schuldig fühlen, auch wenn es unvernünftig ist.
Bevor Yarden uns zum Baugrundstück bringt, möchte er uns einen anderen Ort zeigen, einen privaten Ort. Er führt uns zum Haus seiner Tante Chen. Er will uns ein Wunder zeigen.
Es ist ein kleines Häuschen. Das Dach ist verbrannt, alle Fenster geborsten. Unter unseren Füßen knirschen Glassplitter. In der Küche ist die Zeit stehen geblieben. Die Kühlschranktür steht offen, schon seit zwei Jahren. Yardens Tante ist 70, sie ist nicht in den Kibbutz zurückgekehrt. In ihrem Kühlschrank stehen noch halbvolle Saftflaschen, mit Spinnweben verbunden, in den Regalen Joghurtbecher. Über allem liegt eine dünne Schicht aus Asche und Staub.
Plünderer aus dem Gazastreifen haben die Schreine aufgerissen, auf der Suche nach Brauchbarem. Am Tag des Terrorüberfalls kamen nicht nur Terroristen mit Panzerfäusten, Gewehren und Flammenwerfern. In ihrem Gefolge strömten auch Zivilisten aus dem Gazastreifen in den Kibbutz. Mütter mit Kleinkindern, Alte mit Gehstock. Hunderte kamen, mordeten, plünderten und feierten. Manche stahlen sogar die Schuhe der ermordeten Juden. Dann zündeten sie die Häuser der Opfer an.
Das Haus der Tante ist nur noch eine Ruine mit verkohlten Wänden. Die Hitze hat Türen und Stahlträger verformt. Nur die Küche wirkt teilweise seltsam verschont – und ein kleines Zimmer am Ende des Flurs, der Schutzraum des Hauses. „Hier hat meine Tante überlebt“, berichtet Yarden.
Dass sie lebt, verdankt sie einer Eingebung und ihrer Sturheit, erzählt Yarden. Als vor Jahren der Schutzraum gebaut wurde, hatte seine Tante das Gefühl, dass an der Tür innen ein Riegel angebracht werden müsse. Schutzräume sind üblicherweise nicht von innen verschließbar, denn sie dienen zum Schutz vor Raketen, nicht vor einem Invasor. „Wir haben alle über den kleinen Riegel gelacht“, erinnert sich Yarden. „Du bist paranoid“, mussten sie die Tante anhören.
Am 7. Oktober hielt der kleine Riegel die Tür verschlossen. Die Seniorin entkam den Terroristen, den Plünderern und dem Flammenmeer.
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