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Hilferuf des Bürgermeisters

Schutzbunker für Israels Norden
ICEJ-Team
ein Kleinkind liegt auf dem Boden und hat seinen Oberkörper auf ein großes Kissen gelegt

Im Norden Israels gibt es viel zu wenig Schutzbunker – während die Gefahr einer großen Eskalation an der Grenze zum Libanon täglich wächst. Die ICEJ hat auf einen Hilferuf des Bürgermeisters von Shlomi reagiert.

Hilferuf aus Shlomi

Der Bürgermeister von Shlomi sah keine andere Möglichkeit: Gabi Ne'eman startete einen Hilferuf. Man braucht so schnell wie möglich neue Bunker. Außerdem müssen ältere, marode öffentliche Schutzräume renoviert werden. Doch beides lässt sich auf Behördenweg nicht so schnell umsetzen. Die Regierung hat zwar hunderte Millionen Schekel für Schutzräume im Norden versprochen, aber bisher ist nur sehr wenig angekommen.

„Angesichts der wachsenden Bedrohung durch die Hisbollah ist es dringend erforderlich, den zivilen Schutz der Gemeinden im Norden Israels zu verstärken", bestätigt ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Wir müssen den gefährdeten jüdischen und arabischen Städten helfen, sich auf das vorzubereiten, was auf sie zukommen könnte."

Hochbrisante Lage

Das, was auf die Gemeinden im Norden Israels zukommen könnte, will man sich nicht ausmalen. Die Hisbollah hat mit Unterstützung des Iran in den letzten Jahren ein Arsenal von 200.000 Raketen im Libanon angehäuft. Ein Funke könnte genügen – und der schwelende Konflikt an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon könnte eskalieren.

Seit einigen Monaten wachsen die Spannungen, angefacht durch immer neue Provokationen auf libanesischer Seite. Mal gibt es „Patrouillen“ der Terrororganisation Hisbollah im Grenzgebiet, mal wird ein Beobachtungsturm in unmittelbarer Nähe zur Grenze aufgestellt, ein Brandsatz über die Grenze abgefeuert oder israelische Überwachungsgeräte werden gestohlen. Die israelische Armee (IDF) reagierte bislang auffallend zurückhaltend auf die Provokationen, obwohl israelische Soldaten von libanesischer Seite aus auch bereits mit Granaten beschossen wurden.

Hisbollah testet Israel

Die Hisbollah testet offenbar gezielt Israels Verteidigungsbereitschaft. Die Provokationen der Hisbollah zum jetzigen Zeitpunkt sind kein Zufall. Die Feinde Israels sehen den jüdischen Staat durch den Streit um die Justizreform geschwächt, denn Gegner der Justizreform verweigern teilweise den Armeedienst. Das betrifft vor allem die Reservisten, die das Rückgrat der israelischen Armee sind: Die aktive Truppe von rund 170.000 Soldaten wird von rund 490.000 Reservisten unterstützt. Soldaten können im Zeitraum von drei Jahren für bis zu 54 Tage, Offiziere bis zu 84 Tage Reservedienst eingezogen werden. Die israelische Armee hat mit einer groß angelegten Militärübung im Norden des Landes, bei der auch ein Einmarsch in den Libanon simuliert wurde, ein deutliches Zeichen gesetzt, dass sie kampfbereit ist.

Auch die syrische Armee fällt mit zunehmenden Aktivitäten an der Grenze zu Israel auf. IDF-Panzer mussten bereits provisorische Strukturen der syrischen Armee auf den Golanhöhen entfernen.

Trügerischer Frieden

Nach dem Libanonkrieg 2006 herrschte rund 17 Jahre lang eine trügerische Ruhe im Norden Israels. Der Fokus des israelischen Zivilschutzes lag deshalb vor allem auf den Gebieten im Süden, auf den Ortschaften in der Nähe des Hamas-regierten Gazastreifens, wo Raketenbedrohung zum Alltag gehört. Nun erkennt man das Versäumnis. Jüngste Studien warnen, dass es im Norden Israels deutlich an angemessenen Schutzräumen für die wachsende Bevölkerung mangelt. Besonders gefährdet ist Shlomi. Wirklich friedlich blieb es in der 9.000 Einwohner-Stadt schon während des letzten Jahrzehnts nicht. Immer wieder war Shlomi Ziel einzelner Raketenangriffe, auch in diesem Jahr. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist man allerdings nicht annähernd auf das vorbereitet, was in einem möglichen Krieg mit der Hisbollah zu erwarten wäre.

Rasche Hilfe der ICEJ

Die ICEJ hat auf den Hilferuf des Bürgermeisters und die Not der Bewohner von Shlomi bereits reagiert. Zusammen mit unserem israelischen Partner „Operation LifeShield“ haben wir begonnen, Schutzbunker in Shlomi aufzustellen. Dank der großzügigen Spende einer christlichen Schweizer Familie konnten bereits sechs mobile Schutzbunker neben Spielplätzen, Kindergärten, Synagogen und Bushaltestellen aufgestellt werden. Außerdem unterstützt die ICEJ die Renovierung der älteren Bunker.

Asaf Gaveh, der Sicherheitschef von Shlomi, ist sehr überrascht und beeindruckt von der raschen und uneigennützigen Hilfe der Christen. „Die Reaktion der christlichen Unterstützer auf den Hilferuf des Bürgermeisters war schnell und großzügig", bedankt sich Shmuel Bowman, Geschäftsführer von Operation LifeShield. „Als wir die Lieferung der ICEJ-Bunker planten, konnten die Beamte der Stadtverwaltung zunächst gar nicht glauben, dass es so schnell gehen konnte.“

Zweihundert Bunker

In den letzten zehn Jahren hat die ICEJ fast 200 mobile Bunker für gefährdete israelische Gemeinden ermöglicht. Bisher gingen die meisten davon an Städte entlang der Grenze zum Gazastreifen. Aber auch im Norden Israels konnten schon rund 50 Bunker aufgestellt werden.

(Foto: Zuflucht im Bunker)

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