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Schutzbunker für Kindergartenkinder

Schutzbunker für Kindergartenkinder

Besuch in Nordisrael
Birte Scholz
eine Gruppe von Menschen stehen vor einem Gebäude, schauen in die Kamera

Gleich der erste Projektbesuch unserer Israel-Solidaritätsreise ging ans Herz. Nahe der Grenze zum Libanon besuchten wir in der gemischt jüdisch-arabischen Stadt Ma’alot Tarschiha in Nordisrael einen jüdischen Kindergarten. Dank Spenden von Christen aus Deutschland konnte die ICEJ hier einen Schutzbunker aufstellen.

Fröhlicher Trubel

Neugierig winkten die Kinder aus dem Fenster, bis die Erzieherin sie zum Morgengebet in den Stuhlkreis rief. Ein kleiner Junge mit Kippa, Schläfenlocken und Schnulli wurde von seinem Vater zum Kindergarten gebracht und lächelnd von der Leiterin begrüßt. „Am wichtigsten ist es, den Kindern Liebe, Aufmerksamkeit und Bestätigung zu geben“, erklärte sie. „Wir haben hier drei Gruppen. Jungen und Mädchen werden getrennt betreut, weil wir ein religiöser Kindergarten sind.“ Auf dem Spielplatz des Kindergartens steht ein gut erreichbarer Schutzbunker. Die Kleinen, denen er im Falle eines Raketenalarms Schutz bieten soll, haben ihn bereits mit Kritzeleien „verziert“.

Reale Bedrohung

Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Alijah & Soziales, und unser israelischer Freund und Partner Rabbi Shmuel Bowman (Operation Lifeshield), mit dem die ICEJ bereits 172 transportable Schutzbunker an gefährdeten Orten in Israel aufgestellt hat, begrüßten die Gruppe und stellten uns Yossi vor, den Sicherheitschef für die Kindergärten und Schulen der Stadt. „Vielen Dank, mit diesem Schutzbunker helft ihr uns, eine Sicherheitslücke zu schließen“, erklärte Yossi, der 30 Jahre in einer Panzereinheit der israelischen Armee diente. „Die libanesische Terrororganisation Hisbollah hat rund 200.000 Raketen auf Israel gerichtet, das ist eine große Bedrohung. Bei Raketenalarm haben wir hier nur 10 Sekunden Zeit, Schutz zu suchen. Bisher hatten wir nur zwei Bunker für drei Gruppen. Jetzt müssen wir nicht mehr entscheiden, welche Kinder einen Schutzbunker bekommen und welche nicht. Das ist eine große Erleichterung für uns!“

Vielstimmiger Dank

Die Leiterin stellte den Kindern die Besucher vor. „Diese Leute sind aus Deutschland, das ist ganz weit weg. Sie haben uns den Schutzbunker geschenkt. Dafür wollen wir ihnen danken“, sagte sie und die Kinder riefen im Chor: „Toda raba, anaschim tovim!“ (Vielen Dank, ihr guten Leute.) Auch Yossi bedankte sich erfreut, als Nicole versprach, dass in Kürze zwei weitere ICEJ-Schutzbunker nach Ma’alot Tarschiha geliefert würden. Walter und Susanne Deichtmann waren tief bewegt. „Jetzt wissen die Eltern immerhin, dass ein Bunker dasteht“, erklärte Susanne. „Die Kinder waren so fröhlich und lieb, aber auch aufmerksam. Sie sollten gar nicht in Gefahr sein und einen Schutzbunker brauchen. Aber wir dürfen sie schützen, das freut mich“, ergänzte Walter. „Es ist ein Unterschied, den Bunker auf dem Papier abgebildet zu sehen oder mal drin zu sein. Das Projekt hat uns sehr angesprochen“, meinten Erika und Thorsten Schneider.

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