MENÜ

Trostbuch für Yarden Bibas

Ein endloser Schrei
Karin Lorenz
Dana Silberman nimmt das Trostbuch für Yarden Bibas entgegen

 

Eigentlich meidet Dana Silberman-Seaton die Öffentlichkeit. Die Schwester von Shiri Bibas beantwortet keine Fragen, gibt keine Interviews. Zurückgezogen lebt sie mit ihrer Familie im kleinen Moschaw Yesha, wenige Kilometer entfernt von Nir Oz, dem einstigen Wohnort der Familie Bibas. Doch als sie vom Trostbuch der deutschen Christen erfährt, lädt sie spontan die kleine Delegation der ICEJ zu sich nach Hause ein.

Danas Geschichte Es folgen zweieinhalb ungezwungene Stunden in Danas Küche. Wir sitzen zusammen, unsere Gastgeberin redet über Farmarbeit, über die Paprika-Ernte und die Vorteile des Landlebens. Wir lachen zusammen über ihren trolligen Familienhund – und dann erzählt Dana, was die Terroristen ihrer Familie angetan haben. Die Welt soll es wissen.

Ausgelöschte Familie Drei Generationen ihrer Familie wurden beim Massaker der Hamas ermordet, beginnt Dana. Die erste Generation: „Meine Eltern.“ Margit and Yossi Silberman wurden bei lebendigem Leibe verbrannt. Es dauerte drei Wochen, bis die verkohlten sterblichen Überreste in ihrem Haus gefunden und identifiziert werden konnten.

Die zweite Generation: „Meine einzige Schwester.“ Shiri Bibas starb in Geiselhaft. In ihrem Sarg, den die Hamas im Zuge des „Geiseldeals“ im Februar an Israel übergab, lag eine unbekannte tote Palästinenserin. Erst später wurde Shiris Leiche übergeben.

Und die dritte Generation: „Meine Neffen.“ Die Kleinkinder Kfir und Ariel Bibas wurden mit bloßen Händen ermordet, ergaben forensische Untersuchungen. Ihre misshandelten Körper wurden in einem Sarg voller Müll an Israel übergeben.

„Deshalb bin ich nun also die Letzte der Familie Silberman, die noch am Leben ist“, schließt Dana die Aufzählung und wechselt zum Tag des Massakers.

  1. Oktober 2023 Als der Raketenbeschuss am frühen Morgen beginnt, flüchte sie mit ihrem Mann und den Kindern in den Schutzraum ihres Hauses. Bald wird klar: Es ist keiner der „üblichen“ Raketenangriffe. Sie hören Schüsse und Explosionen. Terroristen aus dem nahegelegenen Gazastreifen nähern sich ihrem Moschaw.

Besorgt ruft Dana ihre Eltern an im Nachbar-Kibbuz Nir Oz. Ob alles in Ordnung ist? Die Verbindung bricht ab. Dafür erreicht sie ihre Schwester. Shiri Bibas verspricht, nach den Eltern zu schauen, sobald es möglich ist. Es ist das letzte Mal, dass Dana die Stimme ihrer kleinen Schwester hört, die sie liebevoll „Baz“ nennt, hebräisch für „Falke“.

Horror im Schutzraum Dann erreicht sie auch ihre Schwester nicht mehr. Über die sozialen Medien verbreiten sich erste Nachrichten und Bilder vom Massaker. Geschockt lauschen sie auf die Geräusche von draußen. „Da sind Mörder. Wenn sie uns hören, kommen sie und töten uns“, flüstert Dana den Kindern zu. „Wir mussten ihnen leider Angst einjagen, um sie still zu halten. Sie hätten sonst den Ernst der Lage nicht begriffen.“

Irgendwann während der Stunden, die sie im Schutzraum ausharren und durch die Nachrichten scrollen, sieht sie dieses Video. Das Video, auf dem ihre Schwester zu sehen ist. Ihre kleine Schwester, für die sich Dana immer verantwortlich fühlte, inmitten der Terroristen, mit ihren Kindern in den Armen, eingewickelt in eine Decke! Sie sieht die Panik in Shiris Gesicht. „Ich schrie!“, erinnert sich Dana. Sie schrie und schrie! Ein endloser Schrei. Sie konnte nicht aufhören. Bis ihr Mann sie an ihre Kinder erinnerte und an die Gefahr, in der sie sich befanden.

Shiris Versprechen Der Schmerz hält an. Doch an Shiris Beerdigung gab Dana ihrer kleinen Schwester und ihren Eltern ein Versprechen. „Die Monster jenseits des Zauns werden uns nicht brechen. Sie werden uns nicht besiegen“, versprach Dana. „Weil wir unzerbrechlich sind. Sie haben verloren.“ Sie schloss ihre Abschiedsrede an ihre verlorene Familie mit einem Wunsch: „Ich hoffe, dass ihr zusammen seid, wo auch immer ihr seid, eingewickelt in Mamas und Papas Umarmung.“

Unzählige Trauerbekundungen gingen bei der deutschen Zweigstelle der ICEJ ein, als das Schicksal der Bibas-Familie bekannt wurde. Vater Yarden, Mutter Shiri, Söhnchen Ariel (4 Jahre) und Baby Kfir (9 Monate) waren am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt worden. Nach knapp 16 Monaten Geiselhaft kam Yarden frei. Doch seine Frau und seine Söhne, die neben dem israelischen auch einen deutschen Pass besaßen, waren von den Terroristen bestialisch ermordet worden. Wir haben die tröstenden Zuschriften gesammelt und einige davon in einem Trostbuch für Yarden in einer Auflage von 5 Exemplaren drucken lassen. Zwei Exemplare des Trostbuchs konnten wir im März an Yardens Schwägerin übergeben, Shiris Schwester Dana Silberman.

Shiri, Kfir und Ariel – eingeschrieben im Buch der Lebenden. Und in unseren Herzen.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Messianisches Ehepaar

Real Stories Real Israel mit Ariel und Deborah Ben Har

Ariel & Deborah Ben Har sind ein israelisches Ehepaar, geprägt von Glauben, Dienst und persönlicher Erfahrung.

Ariel & Deborah Ben Har sind ein israelisches Ehepaar, geprägt von Glauben, Dienst und persönlicher ...

eine Händepaar in blauen Gummihandschuhen mit Reinigungsmittel und Tuch säubert einen Schreibtisch, auf dem unter anderem eine Tastatur steht

Stellenangebot Reinigungskraft Minijob

Wir suchen Ersatz für unsere liebe, geschätzte und langjährige Kollegin, die in die wohlverdiente Rente geht.

Wir suchen Ersatz für unsere liebe, geschätzte und langjährige Kollegin, die in die wohlverdiente Rente ...

sehr viele Meenschen strecken ihre Hände in die Luft. Darüber ist ein Logo, es steht Jesaja-62 Gebet darauf

Jesaja-62-Gebetsbrief April 2026

Wir treten in den Monat Nisan ein, der der erste Monat des biblischen Kalenders ist. Es ist nicht einfach nur ein neuer Monat. Es ist der Monat, den Gott selbst als Beginn seines Erlösungskalenders bestimmt hat.

Wir treten in den Monat Nisan ein, der der erste Monat des biblischen Kalenders ist. Es ist nicht einfac...

Jerusalem Boutique

Räumungsverkauf II Jerusalem Boutique

Noch sind aber genügend Produkte aus Israel vor Ort!

Noch sind aber genügend Produkte aus Israel vor Ort!

ARISE YOUTH NIGHT

Arise YOUTH-TOUR

Ende Februar durfte das Arise Team mit drei internationalen Sprechern auf Tour gehen: Ariel und Deborah Ben Har aus Israel sowie John LaChapelle aus den USA. Ariel und Deborah sind ein junges Ehepaar aus Israel, das Jesus leidenschaftlich nachfolgt.

Ende Februar durfte das Arise Team mit drei internationalen Sprechern auf Tour gehen...

Mehrere Soicherheitskräfte und Einsatzpersonen in einer engen Straße begutachten ein großes beschädigtes Metallteilam Boden.

Stellungnahme Raketen auf Jerusalem

Die ICEJ verurteilt erneut das radikalislamische Regime im Iran für den Einsatz von Hunderten ballistischen Raketen

Die ICEJ verurteilt erneut das radikalislamische Regime im Iran für den Einsatz von Hunderten ballistisc...

mehrere Kinder stehen beschäftigt an einem Tisch. Die Jungs tragen Kippas

Ich werde keinen von ihnen zurücklassen

Hunderttausende Juden leben noch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Der Ukraine-Krieg hat viele veranlasst, ins Land ihrer Väter zurückzukehren.

Hunderttausende Juden leben noch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Der Ukraine-Krieg hat viele ...

Jerusalem Boutique

Räumungsverkauf Jerusalem Boutique Michelstadt

Räumungsverkauf Jerusalem Boutique Michelstadt

Räumungsverkauf Jerusalem Boutique Michelstadt

sehr viele Meenschen strecken ihre Hände in die Luft. Darüber ist ein Logo, es steht Jesaja-62 Gebet darauf

Jesaja-62-Gebetsbrief März 2026

Der Adar spielt auch in der Geschichte von Esther eine Rolle, in der der Feind das Los warf, um den Tag für Israels Vernichtung zu bestimmen. Das Los fiel auf den Adar. Doch was zur Vernichtung bestimmt war, wurde von Gott umgekehrt.

Der Adar spielt auch in der Geschichte von Esther eine Rolle, in der der Feind das Los warf, um den Tag ...

eine weißes Logo auf blauem Hintergrund: ICEJ Internationale Christliche Botschaft Jerusalem

Was ist unsere Aufgabe als Christen in diesem Krieg?

Dies ist ein dringender Gebetsaufruf angesichts der aktuellen hochgefährlichen Lage im Nahen Osten.

Dies ist ein dringender Gebetsaufruf angesichts der aktuellen hochgefährlichen Lage im Nahen Osten.