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Ein Besuch im Haifa-Heim der ICEJ für Holocaustüberlebende ist immer ein bewegender Höhepunkt unserer Projektreisen. Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin für das Haifa-Heim, berichtete mit viel Liebe vom Einsatz für die Bewohner dieses besonderen Wohnprojekts. Sie zeigte der Gruppe das Heim und organisierte persönliche Begegnungen mit drei Überlebenden, darunter die 95-jährige Sofie.
„Kommt herein, setzt euch!“, freut sich Sofie über den Besuch und beginnt zu erzählen. „Ich bin aus Rumänien. Als die Deutschen meinten, ohne Juden sei alles besser, wurde meine ganze Familie 1941 in die Ukrainenach Transnistrien deportiert. Dort sollten wir sterben, aber wir leben! Gott sei Dank, dass wir leben.“ Damals war Sofie, die 1927 geboren wurde, 13 Jahre alt. „Meine Eltern sind im ersten Jahr gestorben. Meine Geschwister haben überlebt, sind aber inzwischen auch gestorben.“ Zwischendurch kommt Sofies Freundin und Nachbarin Chaya vorbei. „In den letzten Jahren kamen viele Leute, die wissen wollten, was wir als Kinder durchgemacht haben“, sagt Chaya. „Jetzt leben wir zusammen, das ist wichtig! Sonst wären wir allein.“
Sofie hat früher nicht über das Erlebte gesprochen, erst im hohen Alter. „Wenn er will“, sagt sie und zeigt nach oben, „werden wir weitererzählen.“ Dann lobt sie Haifa-Heim-Direktor Schimon Sabag, der zur Zeit des Besuches in der Ukraine war, um Holocaustüberlebende zu retten. „Schimon macht uns das Leben sehr leicht“, sagt sie dankbar. Vier Jahre war Sofie im Lager. „Es war sehr, sehr schwer“, erinnert sie sich. Und auch nach der Freilassung war die schwere Zeit nicht vorbei. „Zu Fuß mussten wir nach Rumänien gehen. Dann sind wir mit einem Schiff in die Türkei und mit dem Zug über Syrien nach Israel gefahren. Die Freude über Israels Staatsgründung war groß, aber dann haben uns alle Nachbarländer überfallen. Mein Mann musste zur Armee. Aber wir haben überlebt und weitergelebt. Wir haben schwer gearbeitet, um das Land aufzubauen.“ Sofie hat zwei Söhne, fünf Enkel und inzwischen 17 Urenkel, über die sie sich freut. „Mögen alle gesund sein und in Frieden leben“, wünscht sie sich.
Zwei deutsche ICEJ-Mitarbeiterinnen, Krankenschwester Christine und Physiotherapeutin Birgit, die von den Bewohnern „Simcha“ (Freude) genannt wird, berichteten, dass sie immer mehr Teil der Haifa-Heim-Familie werden. „Ihr seid im Gebet und mit finanzieller Unterstützung dabei, ihr seid so wertvoll, ohne euch könnten wir Gottes Werk nicht tun“, bedankte sich Simcha.
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