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Die Mitarbeiterinnen des häuslichen Pflegeprogramms der ICEJ kümmern sich liebevoll um ältere kranke oder behinderte Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, darunter viele Holocaustüberlebende. Seit mehr als 20 Jahren besuchen sie auch Anna und ihre Familie.
Als die deutsche Wehrmacht 1941 in die Sowjetunion einmarschierte, wähnte Annas Vater seine schwangere Frau und die vier Kinder beim Großvater in einem rund 300 Kilometer entfernten Dorf in Sicherheit. Aber das Dorf wurde besetzt, Großvaters Haus beschlagnahmt und als Unterkunft für hochrangige Wehrmachtsoffiziere genutzt. Die Familie musste im nasskalten Keller ausharren. Doch die dreijährige Anna, mit blonden Haaren und blauen Augen, hatte keine Angst vor den Soldaten. Vom Krieg verstand sie noch nichts, aber mit dem Hunger war sie vertraut. Sie schlich sich ins Haus zum Esstisch, an dem die Offiziere aßen. Annas kindlicher Charme erweichte ihre harten Herzen. Was sie zum Essen erhielt, teilte sie eilends mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern – als Ergänzung zu den Kartoffeln und Zwiebeln, die Annas Mutter aus dem gefrorenen Boden ausgrub.
Inmitten dieser schweren Umstände wurde das fünfte Kind geboren. Die Liebe der Mutter war stark. Im eiskalten Wasser wusch sie die Windeln ihres Neugeborenen und wickelte sie zum Trocknen um ihren eigenen Körper. Annas Vater musste in einer Waffenfabrik arbeiten. Als er erfuhr, dass die Deutschen das Dorf besetzt hatten, glaubte er, seine Familie sei ermordet worden. Verzweifelt schloss er sich der Roten Armee an und fiel an der Front. Nach dem Abzug der Deutschen wurde das Haus der Familie niedergebrannt – aus Angst, es könnte vermint sein. Annas Mutter, damals Anfang Dreißig, floh mit der Familie nach Kasachstan. Dort arbeitete sie hart, um sich und ihre fünf Kinder durchzubringen. Lächelnd, aber auch unter Tränen erinnert sich Anna an die große Liebe ihrer Mutter, die Anna zutiefst geprägt hat.
Anna heiratete den Holocaustüberlebenden Evgeni. Versteckt vor den Deutschen hatte er die Kriegszeit mit seiner Familie überlebt. Sie freuten sich über die Erfolge ihrer einzigen Tochter Julia, die trotz des immer gegenwärtigen Antisemitismus in der Sowjetunion Journalistin wurde und eine vielversprechende Karriere vor sich hatte. Doch dann wurde Julia krank. Ein operativer Eingriff lief schief. Keine weitere Behandlung half. Julia verlor ihre Arbeit, ihre Hoffnung und ihre Träume. Sie ist bis heute von ihren inzwischen über 80-jährigen Eltern abhängig. Nach ihrer Einwanderung konnte ihr auch in Israel nicht geholfen werden. Inmitten dieser herausfordernden und herzzerreißenden Situation pflegt Anna ihre Tochter Julia mit derselben Stärke und Liebe wie ihre Mutter.
Das ICEJ-Pflegeteam besucht diese tapfere Familie wöchentlich und leistet finanzielle Unterstützung. „Ohne eure Hilfe würden wir es nicht schaffen“, sagt Anna dankbar. „Ihr seid Teil unserer Familie und habt einen Platz in unserem Herzen.“
Bitte tragen Sie dazu bei, dass wir hilfsbedürftige eingewanderte Familien langfristig unterstützen können. Verwendungszweck: Häusliche Pflege - Herzlichen Dank!
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