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Tränenreiche Begegnung

Neues aus dem Haifa-Heim für Holocaustüberlebende
Yudit Setz & Shay Dror
eine alte Dame sitzt auf einem mit Blümchenstoff übersehenen Sessel. Um sie herum sitzen vier Personen aus zwei weiteren Generationen stammend

Zähe Nachforschungen eines britischen Historikers und ein Film von „Faszination Israel“ machten es möglich: Unsere 95-jährige Bewohnerin Sarah Zamir erhielt Besuch vom Urenkel des Ehepaars, dem sie ihr Überleben verdankt.

Eine Geschichte über Mut und Nächstenliebe.

Mutige Retter

Geboren als Ilse Böhm, wuchs Sarah in einer religiösen jüdischen Familie in der Nähe von Breslau auf. 1939 floh die Familie vor den Nazis nach Belgien. Doch schon bald begannen die Deportationen der belgischen Juden. Sarahs Familienangehörige wurde in Konzentrationslager verschleppt, aus denen sie nie wieder zurückkehrten. Doch die 14-jährige Sarah wurde von einem mutigen katholischen Ehepaar aus Antwerpen versteckt. „Sie waren nicht nur gute Menschen“, erinnert sich Sarah, „sie waren wie Engel.“

Der Brite Charlie Knight sorgte für einen späten Glücksmoment. Der Historiker erforscht persönliche Aufzeichnungen deutsch-jüdischer Flüchtlinge der 1930er und 40er Jahre, darunter auch Briefe von Sarahs Vater, Ernst Böhm. Bei diesen Briefen fand Knight eine Postkarte von Ilse, deren Schicksal zunächst unklar war. Weitere Nachforschungen des Historikers ergaben, dass Ilse überlebt hatte, nach Israel ausgewandert war und nun Sarah Zamir hieß.

Im Film entdeckt

Nachdem er Sarah im Film „Belgier, Katholiken, Engel“ von „Faszination Israel“ in den sozialen Medien entdeckt hatte, kontaktierte Knight die ICEJ und kam kurz darauf in unser Haifa-Heim, um Sarah kennenzulernen. Die Holocaustüberlebende erzählte dem Historiker ausführlich von ihren Rettern. Ausgestattet mit diesen neuen Informationen wagte Knight neue Nachforschungen – und konnte die Familie des Ehepaars ausfindig machen, dem Sarah ihr Leben verdankt.

Die Familie wusste von Ilse. Der Urenkel der Retter, Vince, hatte durch seinen Großvater von Ilse erfahren. Der Großvater war in Ilses Alter und hatte als Kind die Rettungsaktion im Haus seiner Eltern miterlebt. In späteren Jahren sprach der

Großvater immer wieder von seiner jüdischen Pflegeschwester. Er wusste nichts über ihren Verbleib, aber er äußerte die Hoffnung, dass sie ein langes, gesundes Leben führen durfte.

Überwältigende Gefühle

Als Vince von Sarah hörte, beschloss er, nach Israel zu reisen, um sie zu besuchen. Sarah konnte es kaum fassen! Ihre eigene Enkelin war bei der außergewöhnlichen Begegnung dabei. „Es war unbeschreiblich bewegend und eine Ehre, die Familie zu treffen, die meine Großmutter gerettet hat“, betonte die Enkelin danach. „Wir waren von den Gefühlen überwältigt“, bestätigte auch Vince. „Erst konnten wir einfach nur zusammen weinen. Doch dann unterhielten wir uns, als ob wir uns schon ewig kennen würden.“ Vince und Sarah vereinbarten, sich zu schreiben – der Kontakt soll nicht wieder verlorengehen.

Filmtipp: "Belgier, Katholiken, Engel"

(Foto: Vince, der Urenkel der Retter, zu Besuch bei Sarah und ihrer Enkeltochter)

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