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Unterstützung für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Unterstützung für die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Gottfried Bühler, 1. Vorsitzender der ICEJ, Deutscher Zweig e.V.
ein Gebäudekompplex auf einer Anhöhe. menschen befinden sich auf einer Terrasse mit Blick auf Tannen

Die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem hat die wichtige Aufgabe, das Gedenken an den Holocaust zu bewahren und seine Bedeutung künftigen Generationen zu vermitteln. Für den weltweiten Kampf gegen Antisemitismus ist die Existenz Yad Vashems von größter Wichtigkeit. Darüber hinaus stellt sie sicher, dass die Leidensgeschichten der Holocaust-Überlebenden nicht vergessen werden und den Versuchen, den Holocaust zu leugnen, entschieden entgegengetreten wird. Doch bedingt durch die Corona-Krise ist der hervorragende Einsatz Yad Vashems im Kampf gegen den modernen Antisemitismus bedroht. Anfang Mai erhielt ich einen Brief von Avner Shalev, Vorsitzender der Direktion von Yad Vashem, und Shaya Ben Yehuda, Direktor für internationale Beziehungen Yad Vashems, in dem sie um unsere Solidarität und partnerschaftliche Unterstützung bitten.

Folgen der Corona-Schließung

Mit dem Ausbruch des Coronavirus in Israel musste auch Yad Vashem Mitte März auf Anordnung der Regierung die Türen für Besucher und den Großteil der Mitarbeiter schließen. Yad Vashems Leitung setzt dennoch alles daran, den Kernauftrag des Holocaustgedenkens in aller Welt weiterhin treu auszuführen und gleichzeitig die Gesundheit und das Wohlergehen der engagierten, professionellen Mitarbeiter zu schützen. In den letzten zwei Monaten wurden Yad Vashems Aktivitäten erheblich eingeschränkt. Zudem hat die israelische Regierung ihre Unterstützung für viele Einrichtungen, darunter Yad Vashem, gekürzt.

Shalev und Ben Yehuda berichteten, dass das Budget Yad Vashems für 2020 bereits erheblich gekürzt, Abläufe so effizient wie möglich gestaltet und nicht dringend notwendige Aktivitäten ausgesetzt wurden. Im März und April war es noch möglich, allen Mitarbeitern ihr Gehalt zu zahlen. Doch nun musste Yad Vashem zu einschneidenden Maßnahmen greifen, u.a. sind ein Teil der Mitarbeiter bis Ende August in unbezahlten Urlaub geschickt worden. Zwar verfügt Israel über ein umfassendes Sozialsystem mit Arbeitslosenversicherung, doch die Höhe der Bezüge sinkt mit steigendem Gehalt. Bei einem durchschnittlichen Gehalt von 11.000 Schekel (ca. 2.870€ - Stand 2019) liegt das Arbeitslosengeld beispielsweise bei 44% des Gehalts. Zudem sind die Lebenshaltungskosten in Israel weiterhin hoch. „Die COVID-19-Krise hat unsere Einnahmen durch Besucher und aus anderen Quellen versiegen lassen“, schreiben Shalev und Ben Yehuda. „Zu diesem Zeitpunkt können wir nicht davon ausgehen, dass unsere Aktivitäten oder Einnahmen in den kommenden Monaten wieder das Niveau vor der Krise erreichen.“

Mehr als ein Museum

Yad Vashem ist viel mehr als ein Holocaustmuseum. Neben dem weltweit größten Holocaustarchiv gehören auch ein erstklassiges Forschungsinstitut, eine Publikationsabteilung, eine renommierte Bibliothek und die Internationale Schule für Holocaust-Studien zu Yad Vashem. Durch diese verschiedenen Abteilungen auf dem „Berg der Erinnerung“ wird sichergestellt, dass nicht nur der Opfer des Holocaust gedacht, sondern dass auch der moderne Antisemitismus entlarvt und bekämpft wird. Seit 2006 ist die ICEJ mit Yad Vashem in einer strategischen Partnerschaft verbunden. Damals wurden die „Christlichen Freunde Yad Vashems“ (CFYV) als christliche Abteilung in Yad Vashem gründet, um die besondere Liebe der Christen zu Israel und dem jüdischen Volk und unsere Verantwortung angesichts der schrecklichen Verbrechen des Holocaust auszudrücken. Nach Jahrhunderten des christlichen Antisemitismus ist dies ein Wunder! Die ICEJ fördert seit Jahren Bildungsprojekte der CFYV wie internationale Konferenzen und Schulungen für christliche Leiter, Pastoren, Pfarrer und Pädagogen zum Thema Holocaust und Antisemitismus. Wir schätzen es sehr, dass wir dabei mit Shaya Ben Yehuda und Sara Granitza, Direktorin der Christlichen Freunde Yad Vashems, in freundschaftlicher Partnerschaft eng verbunden sind.

Zeit für Solidarität

Gerade jetzt ist es ist äußerst wichtig, Antisemitismus in unserer Zeit zu erkennen und ihm entschlossen entgegenzutreten. Yad Vashem in dieser Krisenzeit zu unterstützen ist das Gebot der Stunde. Auch unsere Freunde der CFYV sind von den Kürzungen aufgrund der Corona-Krise betroffen. Deshalb bitte ich Sie: Helfen Sie mit, unsere einzigartige christlich-jüdische Partnerschaft zu fördern, um die Erinnerung an die Opfer und Überlebenden des Holocaust aufrecht zu erhalten und aktiv gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus vorzugehen. Lassen Sie uns auch im Gebet für Yad Vashem eintreten, dass der normale Betrieb schneller als gedacht wieder aufgenommen werden kann. Es wäre ein wichtiges Signal, dass gerade von christlichen Freunden aus Deutschland Solidarität gezeigt wird. Danke für Ihre Gaben und Gebete!

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