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Laubhüttenfest 2023: Bruchstücke zwischen Kriegen und Frieden

Laubhüttenfest 2023: Bruchstücke zwischen Kriegen und Frieden

Ergreifende Momente: Laubhüttenfest 2023
Karin Lorenz
Laubhüttenfest 2023, Jerusalem-Marsch. Levi Dörflinger

Frieden

Herzliches Willkommen

„Ihr seid herzlich willkommen“, betonen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Staatspräsident Isaac Herzog und Außenminister Eli Cohen in ihrem Grußwort rund 3.000 Christen aus mehr als 80 Nationen sind zum Laubhüttenfest gekommen.

Grüße vom Ende der Erde

Die Fidschi-Inseln liegen am Ende der Welt, von Jerusalem aus betrachtet. Die Bewohner der Inseln hatten ein ganzes Flugzeug gechartert, um zum Fest zu kommen. 250 Passagiere hatten 19 Flugstunden und eine Zwischenlandung in Hongkong hinter sich, als ihr Flugzeug in Tel Aviv landete – und damit Luftfahrtgeschichte schrieb. Denn noch nie zuvor war eine Maschine aus Fidschi nach Israel geflogen, berichteten israelische Medien begeistert. „Unsere Reise
ist ein Ausdruck unserer Liebe zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und zum Volk Israel“, erklärten die Fidschi-Delegierten den erstaunten Medienvertretern. Manche Reiseteilnehmer hatten ihr Haus oder Grundstück verkauft, um sich diese Reise leisten zu können.

Blick in den Himmel

Plötzlich ist der Strom weg. Pastor Manasa Kolivuso aus Fidschi spricht
in der Laubhüttenfest-Eröffnungsnacht gerade über Lobpreis – „die wichtigste Aufgabe eines Christen“. Da plötzlich: Kein Ton mehr, kein Scheinwerfer. Als hätte jemand einen Not-Aus-Schalter umgelegt, um dem Lobpreiser die Stimme zu nehmen. Wir stehen im Dunkeln. Ein Horror-Szenario für Großveranstaltungen. Eigentlich. Doch dann beginnt der spontane Lobpreis. Erst leise, dann immer lauter. Die Menschen erheben sich von ihren Stühlen, singen und beten in die Dunkelheit hinein den Gott Israels an. Stimmen aus dem Iran und aus Israel vereinen sich, aus Russland und der Ukraine, aus Nordkorea und Südkorea. Ein Blick in den Himmel. Über uns die Sterne. Als der Ton wiederkommt, fährt der Pastor an der Stelle im Vortrag fort, an der er unterbrochen worden war.
Was er noch hatte sagen wollen: „Schiebt den Lobpreis nicht auf! Es gibt nichts Dringenderes“.

Erfüllte Prophezeiungen

Die Brasilianer tanzen und singen, als hätten sie eine Fußballweltmeisterschaft gewonnen, während sie auf den Beginn des Jerusalem-Marschs warten. Nebenan
formieren sich die Chinesen. Paarweise. In Reih und Glied. Sehr diszipliniert. Die Schweizer haben große Kuhglocken mitgebracht, Spanier ihren Sombrero. Fahnen aus aller Welt flattern im Jerusalemer Wind, mitunter völlig unbekannt. Ein paar fröhliche Christen tragen stolz die Farben von Trinidad und Tobago. Jesaja 55,5 wird lebendig: „Siehe, du wirst Völker rufen, die du nicht kennst, und
Völker, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen, deines Gottes, und des
Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.“

Tränen der Rührung

60.000 Israelis säumen die Straßen beim Solidaritätsmarsch durch
Jerusalem. Sie jubeln uns zu. „Welcome Germany!“, schallt es uns entgegen. Wir winken mit unseren Deutschlandfahnen und rufen: „Israel, you are not alone.“ Die Menschen sind gerührt, eine ältere Dame hat Tränen in den Augen.

Krieg

Es ist Schabbat

Wir sitzen in unserem Hotel in Jerusalem, genießen das Frühstück. Und plötzlich ist Krieg. Sieben Mal heulen die Sirenen an diesem Vormittag. Immer wieder müssen wir in die Schutzräume flüchten. Man hört die Detonationen, als der Iron Dome die Raketen vom Himmel holt. Tausende Raketen werden innerhalb der nächsten Stunden auf Israel abgefeuert. Nach und nach tauchen Berichte auf vom größten Pogrom seit dem Holocaust. Unfassbar grausame Bilder. Sprachlos. Fassungslos.

Wir beten für Israel

Die ICEJ organisiert Online-Gebetstreffen. In Deutschland schalten
sich online bis zu 400 Bildschirme zu. Wir schicken beruhigende WhatsApp-Nachrichten nach Hause. Wann wir unsere Familien wiedersehen, können wir nicht sagen. Unser Flug wird erst verschoben, dann gestrichen. Ersatzlos.

Ofir ist unter den Opfern

Die Nachricht erreicht uns am Sonntagmorgen. Unser Freund Ofir Libstein, der erst vor zwei Tagen 600 Festpilger der ICEJ in seine Gemeinde Sha’ar HaNegav
eingeladen hatte, um sich für die Aufstellung der Schutzbunker zu bedanken. Er hatte versucht, seine Gemeinde zu schützen und sich dem Mob aus
dem Gazastreifen in den Weg gestellt.

Sonntagnachmittag brechen wir auf

Ohne Tickets fahren wir zum Flughafen. ICEJ-Geschäftsführer und Reiseleiter Stephan Lehnert hofft, einzelne Plätze erkämpfen zu können in den wenigen Flugzeugen, die noch fliegen. Manche Ausreisewillige hoffen schon seit über 30 Stunden auf ein Ticket. Für uns geschieht ein Wunder mitten im Chaos: Jeder aus unserer Gruppe bekommt ein Ticket am Schalter von Turkish Airlines. Ziel: Istanbul. Bording in zehn Minuten. Wir hetzen durch die Sicherheitskontrollen. Wir schaffen es.

Auch die Reha-Farm

für traumatisierte israelische Soldaten, die von der ICEJ seit einem Jahr unterstützt wird, wurde von den Mördern heimgesucht. Wir erfahren es, als wir wieder in Deutschland sind. Israelische Soldaten, die selbst traumatisiert wurden, hatten dieses Projekt ins Leben gerufen. Das Friedensfestival in der Wüste,
bei dem am 7. Oktober hunderte junge Menschen massakriert wurden, fand ganz in der Nähe der Reha-Farm statt. Viele Festivalbesucher flohen auf das Farm-Grundstück – und wurden dort von der Hamas erschossen. Doch die
Initiatoren der Reha-Farm werden nicht aufgegeben. Nach diesem Krieg werden solche Projekte wichtiger sein als je zuvor. Es sollen nun kleine Häuser auf der Farm entstehen. Ein Haus kostet circa 30.000 Euro. Die ICEJ wird helfen, diesen Zufluchtsort aufbauen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer Homepage: www.icej.de

 

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