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Das Thema des diesjährigen Laubhüttenfestes entstammte einer Prophezeiung Sacharjas aus den frühen Tagen der Wiederherstellung Israels nach dem babylonischen Exil. Die Juden mussten Jerusalem mit der Maurerkelle in der einen Hand und dem Schwert in der anderen Hand wieder aufbauen. Denn die Wiederherstellung Israels war zugleich ein Überlebenskampf.
Die aus Babylon zurückgekehrten Juden wurden angegriffen, obwohl sie über ein schriftliches Dekret des persischen Königs Kyros verfügten, das sie zum Wiederaufbau ihres Tempels in Jerusalem ermächtigte. Kyros unterstützte das Vorhaben der Juden sogar mit Geld. Außerdem gab er ihnen einen Teil der Gold- und Silberschätze aus dem geplünderten und zerstörten ersten Tempel zurück.
Im Buch Esra lesen wir, dass die jüdischen Rückkehrer zunächst den Altar des Herrn und dann den Tempel selbst wieder aufbauen wollten, während sie sich gleichzeitig gegen Angriffe verteidigen mussten. Schon bald gerieten die Juden allerdings in noch größere Bedrängnis: Kyrus starb – und nach dem Tod des großen Perserkönigs wurde die von ihm erteilte Baugenehmigung wertlos. Auch das Geld ging langsam aus. Die feindlichen Samariter verstärkten ihre Angriffe. Außerdem schwächten interne Querelen über unterschiedliche Ansichten zum Wiederaufbau die Rückkehrer: Einige Juden monierten, dass der neue Tempel nicht annähernd so großartig und prächtig wirke wie der Tempel Salomos.
So kamen die Arbeiten am Tempel schließlich völlig zum Erliegen. 16 Jahre lang verstaubte die Baustelle. Bis der Herr die Propheten Haggai und Sacharja schickte, um das Volk zu ermutigen, die Arbeit wieder aufzunehmen und den Bau des Tempels zu beenden.
Haggai ermutigte das Volk, „… Sei getrost, alles Volk im Lande, spricht der HERR, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht der HERR Zebaoth (…) und mein Geist soll unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht! Es soll die Herrlichkeit dieses neuen Hauses größer werden, als die des ersten gewesen ist …“ (Haggai 2,4- 9)
Sacharja fügte hinzu, dass es zwar gut sei, über Macht und Kraft zu verfügen, der Wiederaufbau Israels und des Tempels aber letztlich allein durch Gottes Geist geschehe (Sacharja 4,6). Der Trümmerberg werde zu einer Ebene und der Schlussstein, der das Werk vollende, werde von Gottes Volk, entflammt von Gottes Geist, unter dem Ruf „Gnade“ gesetzt werde. Schließlich forderte Sacharja das Volk auf, den Tag der kleinen Anfänge nicht zu verachten.
Der Prophet Sacharja war ein wahrer Seher. Wie Daniel, Hesekiel und Johannes in der Offenbarung hatte er außergewöhnliche Visionen von gegenwärtigen Realitäten und zukünftigen apokalyptischen Ereignissen. In seinen Visionen tauchen oft mächtige Engel- und Schöpfungswesen sowie seltsame Tiere und Gegenstände auf, die für geistige Kräfte stehen, die im Spiel sind. In Kapitel 14, dem letzten Kapitel seiner Prophezeiungen, sieht Sacharja die Wiederkunft des Messias auf dem Ölberg.
Ich glaube, viele der ungewöhnlichen Ereignisse, die Sacharja beschreibt, sagen uns auch viel über unsere heutige Zeit – schon im ersten Kapitel. Die Rückkehr der Juden in ihre angestammte Heimat scheint immer einem Muster zu folgen. Und was damals geschah, ist für Israel und uns offensichtlich auch heute äußerst relevant.
In seiner ersten Vision sieht Sacharja einen Mann auf einem roten Pferd und andere farbige Pferde zwischen Myrtenbäumen stehen. Ein Engel offenbart ihm, dass diese den Auftrag haben, die Lande zu durchziehen und zu berichten, was sie sehen. Was die Kundschafter berichten, erfahren wir in Sacharja 1,11: „… die ganze Erde sitzt still und verhält sich ruhig.“ Das klingt eigentlich nach einem guten Bericht, aber der Engel des Herrn erhebt nun seine Stimme und spricht: „HERR Zebaoth, wie lange noch willst du dich nicht erbarmen über Jerusalem und über die Städte Judas, über die du zornig gewesen bist diese siebzig Jahre?“ (Sacharja 1,12).
Zunächst ist es interessant festzustellen, dass auch Engel beten, sogar große und mächtige Himmelswesen wie der „Engel des HERRN“. Und sie scheinen eine schwere Gebetslast für Jerusalem zu haben!
Zweitens ist es faszinierend, dass dieser Engel sich an der Stille stört, die auf der Erde herrscht! Es herrschte Frieden, was normalerweise als gut angesehen wird. Aber dieser Frieden bedeutet, dass der Status quo hingenommen wird und fortbestehen würde – Jerusalem und der Tempel verblieben in Trümmern. Also ruft der Engel den HERRN an: „Wie lange noch willst du dich nicht erbarmen?“
Nun antwortet der Herr dem verzweifelten Engel mit tröstenden Worten: „Ich eifere für Jerusalem und Zion mit großem Eifer und bin sehr zornig über die stolzen Völker; denn ich war nur ein wenig zornig, sie aber halfen zum Verderben.“ Der Herr fügt hinzu: „Ich will mich wieder Jerusalem zuwenden mit Barmherzigkeit, und mein Haus soll darin wieder aufgebaut werden (…) und der HERR wird Zion wieder trösten und wird Jerusalem wieder erwählen“ (Sacharja 1,13-17).
Schließlich sieht Sacharja vier Hörner, symbolisch für die Königreiche oder Mächte, „die Juda samt Israel und Jerusalem zerstreut haben.“ Und er sieht vier Handwerker, diese „sind gekommen, jene abzuschrecken und die Hörner der Völker abzuschlagen, die ihr Horn gegen das Land Juda erhoben haben, um es zu zerstreuen“ (Sacharja 2,1-4).
Diese Vision gibt viel Ermutigung und Hoffnung, wenn man sieht, wo Israel heute steht. Die Vision erinnert daran, dass Israel damals nicht im Exil bleiben musste. Die Feinde wollten Jerusalem in Trümmern halten, aber Sacharja wurde versichert, dass der Geist Gottes selbst eingreifen wird. Gott versprach, für die notwendigen Mittel zu sorgen – für die Handwerker, die für den Wiederaufbau des Tempels und der gefallenen Mauern Jerusalems benötigt wurden.
Dieses hebräische Wort für „Handwerker“ (harasch) meint Steinmetze und Zimmerleute, aber auch Architekten und Ingenieure und andere geschickte Handwerker. Ein gutes Beispiel dafür ist Bezalel, von dem der Herr sagte: „Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezalel […] und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit allerlei Fertigkeiten, kunstreich zu arbeiten in Gold, Silber, Bronze, kunstreich Steine zu schneiden und einzusetzen und kunstreich zu schnitzen in Holz, um jede Arbeit zu vollbringen“ ( 2. Mose 31,3-5). Die Bibel berichtet, dass solche Handwerker von König Hiram von Tyrus geschickt wurden, um den Königspalast Davids zu bauen (2. Samuel 5,11), und später wahrscheinlich am Tempel Salomos arbeiteten. Als Israel und Juda ins Exil geführt wurden, wurden auch die Handwerker mitgenommen (2. Könige 24,14). Aber Sacharja ist sich sicher, dass sie vom Geist zurückgerufen werden, um beim Wiederaufbau des neuen Tempels in Jerusalem zu helfen. Und so war es.
Das Wort „Handwerker“ kann aber auch „geschickte Krieger“ bedeuten. Tatsächlich können diese begabten Metallarbeiter, die schöne, verzierte Tempelinstrumente herstellen, auch starke Schwerter und Speere zur Verteidigung der Stadt anfertigen (siehe 1. Samuel 13,19; 2. Könige 24,16; Hesekiel 21,31). Und offenbar setzt Gott solche „geschickten Krieger“ und „Waffenschmiede“ auch in unseren Tagen ein, um Nationen, die Israel bekämpfen, „abzuschrecken“ und ihnen „die Hörner abzuschlagen“.
Wir erleben in unserer Generation sehr deutlich, wie die „Hörner“ mit teuflischer Bosheit versuchen, die jüdische Nation und das jüdische Volk zu entwurzeln und zu zerstören. Seit Jahrzehnten versuchen die erbitterten Feinde, die Rückkehr der Juden und den Wiederaufbau Israels zu verhindern und zu vereiteln. Aber der HERR hat Israel auch in unserer Generation mit fähigen „Handwerkern“ beschenkt, die Israel zur Hightech-Nation gemacht und dem Land zu militärischer Stärke verholfen haben. Israel verfügt heute über eine Armee, die das Land gegen weitaus größere Kräfte verteidigen kann.
Das israelische Militär und die Geheimdienste konnten in den letzten Monaten erstaunliche Erfolge gegen Hamas, Hisbollah und den Iran erzielen. Die Raketenabwehrsysteme Iron Dome, David's Sling und Arrow III erweisen sich als die besten der Welt. Die geheime Operation, bei der manipulierte Pager und WalkieTalkies in den Händen und Hosentaschen von Hisbollah-Terroristen explodierten, hat selbst in arabischen Ländern großen Eindruck hinterlassen. Israel besitzt mit dem Merkava IV einen Kampfpanzer der Spitzenklasse und die nächste Generation von TarnkappenKampfbombern F35. In manchen arabischen Medien wird Israel sogar plötzlich als „Land mit mystischen Kräften“ bezeichnet.
Die israelischen „Handwerker“ leisten aber auch Pionierarbeit bei der Wasserentsalzung und bringen die Wüste zum Blühen. Sie erfanden die Mikrochips, die unsere Welt ins digitale Zeitalter geführt haben. Sie haben uns unglaubliche medizinische Fortschritte beschert und mächtige Wolkenkratzer auf einfachen Sanddünen errichtet. Jedes große globale Unternehmen hat Forschungs- und Entwicklungsbüros in Israel. Sie alle wollen die Vorteile der hochqualifizierten und kreativen „Handwerker“ nutzen, mit denen Gottes Geist sein Volk gesegnet und ausgerüstet hat.
Foto: Illustration von Zerubabbel, der den Grundstein für den Zweiten Tempel legt, Word Press
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