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Betrachten wir die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens, so nimmt alles seinen Anfang mit den heiligen Schriften, die wir gemeinsam haben – in der Hebräischen Bibel. Dazu macht Apostel Paulus eine einfach und gleichzeitig ewiggültige Aussage: „Ihnen (den Juden) ist anvertraut, was Gott geredet hat“ (Römer 3,2).
Tatsächlich wurden alle heiligen Schriften, die wir so sehr schätzen – sowohl das Alte als auch das Neue Testament – von Juden verfasst, inspiriert durch den Heiligen Geist. Manche formulieren es so: Die Juden fungierten als Gottes „Sekretäre“, die uns sein ewiges Wort weitergaben.
Fast jede Religion hat ihre heiligen Bücher. Doch kein anderes Werk ist so alt und enthält so viel Weisheit, Offenbarung, Inspiration und Genauigkeit wie dieses erstaunliche Buch, das wir Bibel nennen. Sie ist nicht nur das meistgelesene und meistverkaufte Buch aller Zeiten, sondern auch die erste heilige Schrift, die mittels der Buchstaben eines Alphabets verfasst wurde.
In der Antike waren die ersten Sprachen, die niedergeschrieben wurden, bildhaft – wie beispielsweise die ägyptischen Hieroglyphen, die mesopotamische Keilschrift und die chinesischen Buchstaben, die bis heute überlebt haben. Sie alle scheinen unabhängig und in weit voneinander entfernten Kulturen entstanden zu sein, vor rund 5000 Jahren. Dabei verwendeten sie Bildsymbole und Zeichen, um Laute, Silben oder Konzepte wiederzugeben, die in den gesprochenen Sprachen der damaligen Zeit verwendet wurden. Nur sehr gebildete Menschen konnten dieses riesige Spektrum an Symbolen lesen, schreiben und verstehen.
Im Gegensatz dazu begann die Entwicklung unserer modernen Alphabete erst vor zirka 3500 Jahren, glauben Wissenschaftler. Es mehren sich Hinweise darauf, dass die erste Sprache, die nur wenige alphabetische Buchstaben verwendete, das Hebräische war.
Die frühsten alphabetischen Inschriften, die man fand, wurden in proto-semitischer Form verfasst. Der britische Archäologe William Flinders Petrie entdeckte sie 1905 an den Wänden einer Höhle in der Wüste Sinai. Seiner Vermutung nach verfassten Israeliten diese Inschriften auf ihrem Weg von Ägypten ins Verheißene Land.
1916 fand der britische Ägyptologe Alan Gardiner heraus, dass die Höhleninschriften im Sinai auf einem Alphabet basieren, das sich von einer verkürzten Form der ägyptischen Hieroglyphen ableiten lässt. Er und andere Wissenschaftler stellten die Theorie auf, dass dieses frühe proto-hebräische Alphabet um 2000 v.Chr. von semitischen Völkern entwickelt wurde, die in Ägypten arbeiteten oder dort Handel trieben – mit dem Ziel, besser mit den Ägyptern kommunizieren zu können.
Die ICEJ hat beim letzten Laubhüttenfest einen Dokumentarfilm zu diesem Thema gezeigt. Er schreibt dem hebräischen Patriarchen Josef, der in 1. Mose 41,39 als weiser Mann bezeichnet wird, die Entwicklung dieses ersten Alphabets zu. Es sollte seiner Familie helfen, ihre ägyptischen Gastgeber besser zu verstehen („Patterns of Evidence – Die Mose Kontroverse“ von Timothy Mahoney).
Anders als die älteren Bildsprachen scheint die Entwicklung des Alphabets nur einen einzigen Ursprung zu haben, aus dem alle unsere modernen Alphabete hervorgegangen sind. Interessanterweise leitet sich das Wort Alphabet selbst aus den ersten beiden Buchstaben des Hebräischen ab: „Aleph“ und „Bet“.
Dieses Alphabet stellte einen revolutionären Entwicklungssprung in der Menschheitsgeschichte dar: Die Reduzierung der Sprache auf 22 Buchstaben ermöglichte es jedem, Lesen und Schreiben zu lernen – nicht nur Schriftgelehrten und der Oberschicht.
Als die Israeliten den Berg Sinai erreichten, gab Gott ihnen die Zehn Gebote und die gesamte Torah in einer leicht verständlichen hebräischen Schriftsprache, verbunden mit der wiederholten Aufforderung: „Lehrt die Israeliten alle Ordnungen, die ich euch durch Mose gegeben habe!“ (3. Mose 10,11; siehe auch 5. Mose 4,9-10; 6,7; 11,19; 31,19). Jesaja fügt hinzu: „Alle deine Kinder werden von mir lernen, und ich, der HERR, schenke ihnen tiefen Frieden“ (Jesaja 54,13).
So wurde Israel zur ersten Nation, die nicht nur ein Alphabet entwickelte, sondern sich auch um eine allgemeine Lese- und Schreibkompetenz für das gesamte Volk bemühte. In seiner Kommentarreihe zum Buch Exodus findet Rabbi Jonathan Sacks dafür Nachweise im Buch der Richter. Gideon „griff … sich einen Knaben von den Leuten von Sukkot und fragte ihn aus. Der schrieb ihm auf die Oberen von Sukkot und ihre Ältesten, siebenundsiebzig Mann“ (Richter 8,14). Dabei ging Gideon richtigerweise davon aus, dass dieser junge Israelit lesen und schreiben konnte.
Wenn Sie wissen wollen, warum so viele Juden gebildet und erfolgreich sind und ihnen überdurchschnittlich häufig Nobelpreise verliehen werden: Gottes Gebot, den Kindern von frühster Jugend an die heiligen Schriften beizubringen, machte die Juden zu einem lese- und schriftkundigen Volk. Das unterschied sie auch immer schon sehr von anderen Völkern.
Wollen Sie die hebräischen Wurzeln unseres christlichen Glaubens erforschen? Dann beginnen Sie damit, Gott und dem jüdischen Volk dafür zu danken, dass wir überhaupt eine Bibel haben – und sogar unser eigenes Alphabet.
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