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Immer wieder sprechen Kirchenvertreter von einer Unterdrückung der Christen im Heiligen Land und warnen vor ihrer angeblichen Vertreibung. Auf der Suche nach den Schuldigen wird meist auf Israel verwiesen. Die komplexe politische Situation und die Rolle der Palästinenserführung werden nicht berücksichtigt.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die christliche Minderheit in Israel stetig wächst, inzwischen auf 182.000 Personen. Jüngsten Umfragen zufolge sind rund 84% der Christen in Israel mit ihrem Leben im jüdischen Staat „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. In vielen Bereichen sind arabisch-christliche Israelis sogar überdurchschnittlich erfolgreich. Von den in Israel lebenden Christen (inkl. Ostjerusalem) sind 77,5% Araber. Unter den arabischen Israelis liegt der Anteil der Christen bei 7,2%. Arabische Christen leben vor allem in Nordisrael, knapp 13.000 in Jerusalem. Nicht-arabische Christen, meist Angehörige jüdischer Israelis, leben v.a. im Großraum Tel Aviv.
Die größten christlichen Denominationen sind die melkitische griechisch-katholische Kirche (60%) und die griechisch-orthodoxe Kirche (30%). Rund 15.000 israelische Aramäer zählen sich zu den syrisch-christlichen Kirchen (u.a. Maroniten, Chaldäer). Hinzu kommen Kopten, Armenier und andere. Weniger als 1% sind Protestanten. Die meisten christlich-arabischen Israelis betrachten sich als Nachfahren der ersten Christen. Sie stammen von der Griechisch sprechenden Bevölkerung der Levante sowie von jenen Volksgruppen ab, die bereits vor Christus im Nahen Osten lebten: Aramäer, Assyrer, Phönizier, Chaldäer. Mit der muslimisch-arabischen Eroberung im 7. und 8. Jahrhundert musste sich die christliche Bevölkerung der arabischen Kultur anpassen, Arabisch wurde Alltagssprache.
Außer der Muttersprache Arabisch haben die meisten Christen mit ihren muslimischen Mitbürgern wenig gemein. Zwar befürworteten über lange Zeit viele den palästinensischen Nationalismus. Die sich verschlechternde Situation ihrer Glaubensgeschwister im übrigen Nahen Osten ließ jedoch den jüdischen Staat in neuem Licht erscheinen: Israel ist eines der wenigen Länder in der Region, in denen Christen volle Bürgerrechte genießen, ihre Religion frei praktizieren und keine Repressalien fürchten müssen – zumindest nicht seitens der Behörden. Repressalien und Anfeindungen gibt es, doch gehen diese oft von anderen Arabern aus und richten sich z.B. gegen jene, die freiwillig Wehrdienst leisten. Befinden sich Christen in Nordisrael zwischen den Fronten, gilt dies umso mehr für ihre Glaubensgeschwister in Ostjerusalem. Wie ihre muslimischen Nachbarn dürfen sie überall in Israel leben und arbeiten, sind jedoch keine israelischen Staatsbürger. Sollte es eines Tages, wie die Weltöffentlichkeit wünscht, zu einer „Zwei-Staaten-Lösung“ und einer Teilung Jerusalems kommen, würden sie sich gezwungenermaßen auf palästinensischer Seite wiederfinden. Integrierten sie sich heute in die israelische Gesellschaft, könnte dies künftig ein böses Nachspiel haben, denn „Normalisierung mit Israel“ gilt in den Palästinensergebieten als Verrat.
Dies erklärt auch die offen anti-israelische Einstellung vieler Kirchenoberen in Jerusalem. Sie wollen weder sich selbst noch ihre Mitglieder (v.a. in den Palästinensergebieten) durch palästinensische Extremisten in Gefahr bringen. Außerdem vertreten viele die sogenannte „Palästinensische Befreiungstheologie“. Diese vermischt die Ersatztheologie, die behauptet, dass die Kirche Israel als Gottes auserwähltes Volk ersetzt hat, mit palästinensischem Nationalismus: Jesus, der jüdische Zimmermannssohn aus Nazareth und Nachfahre des größten jüdischen Königs David, wird zum „ersten palästinensischen Revolutionsführer“. Eine kritische Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Politik der Palästinenserführung bleibt aus, stattdessen wird Israel für alles Schlechte, das Christen in den Palästinensergebieten erleiden, verantwortlich gemacht.
Dieser Ort ist mehr als ein einfacher Hügel. Er wurde nachTheodor Herzl (1860 – 1904) benannt, dem Wegbereiter und Visionär des modernen Staates
Israel.
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Die Bibel bietet eine weit größere Vision für Frieden – den „Highway“ der Versöhnung:
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Die Fixierung der UNO und der EU auf eine Zweistaatenlösung mit einem „judenfreien“ palästinensischen Gebiet.
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Lokale Koexistenz-Projekte zeigen: Echter Frieden entsteht nicht durch Spaltung, sondern durch Verständnis und Begegnung. Drei Beispiele:
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Der Grenzverlauf ist strittig, auch der Status Jerusalems. Israels Hauptstadt wird von Palästinensern ebenfalls als Hauptstadt beansprucht.
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Gaza galt als „kleine Zweistaatenlösung“, denn 2005 zog sich Israel freiwillig aus dem Gazastreifen zurück. Die dortige palästinensische Bevölkerung erhielt vollständige Autonomie. Milliarden Hilfsgelder aus aller Welt flossen in den Küstenstreifen. Gaza sollte zum zweiten Singapur werden, einer Wirtschafts- und Tourismusmetropole.
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